Caritas-Sozialberatung unterstützt im Vorjahr 93 Menschen aus dem Bezirk Perg
BEZIRK PERG. Im Vorjahr unterstützte die Caritas-Sozialberatung 68 Frauen und 25 Männer aus dem Bezirk Perg – das sind insgesamt fünf Prozent mehr als im Jahr 2024. Dazu kamen 77 Kinder, die auf diesem Weg mitversorgt wurden.

Die Caritas zeigt die Situation vieler Frauen am Beispiel einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern: Seit Anfang 2025 arbeitet sie 30 Wochenstunden bei einer Reinigungsfirma – mehr lässt sich mit den Betreuungszeiten ihrer beiden Kinder (drei und zehn Jahre) nicht vereinbaren. Trotz ihres großen Einsatzes reicht das Einkommen kaum für das Nötigste. Der dreiköpfigen Familie stehen rund 1.970 Euro monatlich zur Verfügung. Allein für Miete und Strom fallen über 900 Euro an. Nach Abzug der Fixkosten bleiben der Familie etwa 790 Euro zum Leben – das sind rund 263 Euro pro Person im Monat beziehungsweise weniger als 9 Euro pro Tag.
Schulden sind entstanden
Zusätzlichen Druck machen bei der Mutter Schulden aus der Zeit nach der Karenz, als mangels Kinderbetreuungsplatz weder Erwerbsarbeit noch Arbeitslosengeldbezug möglich waren. Ein Kontoüberzug war die Folge. In dieser Zeit wurde ihr auch die Sozialhilfe nicht gewährt. Die Wohnbeihilfe stand ihr aufgrund fehlender durchgehender Erwerbszeiten ebenfalls nicht zu.
Helfende Hand in der Not
In dieser belastenden Situation wandte sich die alleinerziehende Mutter an die Caritas-Sozialberatung. Neben einer umfassenden Beratung half die Caritas in der akuten Not mit Lebensmittelgutscheinen. Zudem wurden Gebührenbefreiungen beantragt und über den Bildungsfonds konnten offene Rechnungen für Hort und Krabbelstube beglichen werden. „Der Fall dieser Mutter zeigt, wie schnell Frauen trotz Arbeit und aufgrund der Kinderbetreuung in existenzielle Not geraten können. Niederschwellige Beratung und konkrete Hilfe zur Selbsthilfe sind entscheidend. Dank der Spenden aus der Haussammlung können wir betroffene Familien rasch unterstützen und Perspektiven eröffnen“, betont Sozialberaterin Barbara Wazurka.
Caritas-Haussammlungen bis Herbst
Insgesamt unterstützte die Caritas im Jahr 2025 oberösterreichweit 12.719 Menschen in Not – inklusive ihrer Angehörigen – in 15 Sozialberatungsstellen. Unter den von der Caritas unterstützten Frauen waren dabei mehr als die Hälfte alleinerziehend. Jede fünfte Familie mit Kinder in Österreich ist eine Ein-Eltern-Familie.
Die Hilfe der Caritas-Sozialberatung ist nur durch Spenden möglich. Bis Herbst sind wieder zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter aus den Pfarren für die Caritas-Haussammlung unterwegs, um Geld für Menschen in Not zu sammeln. Mehr Infos: www.caritas-ooe.at


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