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MAUTHAUSEN. Fast meditativ wirkt das gleichmäßige Summen der Bienen über dem Rapsfeld von Bauer Christoph Mayrhofer. Er zählt zu den rund 70 bis 100 Landwirten, die jährlich Raps für Mühl4telöl in Mauthausen produzieren. Im Gespräch mit Imker Leopold Diwold sowie Johann Schöfl, Geschäftsführer von Mühl4telöl, hat sich Tips näher erläutern lassen, weshalb Bienen und Raps in einer engen Symbiose stehen.

  1 / 4   Landwirt Christoph Mayrhofer, Johann Schöfl (Geschäftsführer von Mühl4telöl) und Imker Leopold Diwold (v.l.) teilen ihre Begeisterung für den Raps. (Foto: Tips)

Die Rapsfelder präsentieren sich im Frühjahr – in den Monaten April und Mai – in einer leuchtend gelben Blütenpracht. Sie sind nicht nur für den Menschen ein Blickfang, sondern sorgen auch in der Tierwelt für Frühlingsgefühle: Rapsfelder zählen zu den ersten und zugleich wichtigsten Bienenweiden des Landes. „Der Raps ist die erste kräftige Nahrungsquelle für die Bienen im Frühjahr. Er spielt eine wesentliche Rolle bei der Aktivierung der Völker und für den Beginn der Honigproduktion“, erklärt Imker Leopold Diwold.

„Eine klassische Win-Win-Situation“

Raps sei zwar grundsätzlich ein Selbstbestäuber – das bedeutet, dass die Samenbildung auch ohne Insekten erfolgen kann – doch die Biene sorgt für zusätzliche Fremdbestäubung. Diese steigert nicht nur die genetische Vielfalt, sondern erhöht auch Ertrag und Qualität der Rapsernte. Zusammengefasst: „Die Beziehung zwischen Raps und Bienen ist ein klassisches Beispiel für eine Win-win-Situation“, betont Johann Schöfl. Sobald der Raps im Frühjahr zu blühen beginnt und die ersten Bienen auf den Feldern unterwegs sind, verzichten die Landwirte auf Pflanzenschutzmaßnahmen – ein wichtiger Beitrag zum Schutz und Wohl der Bienen.

700 Landwirte – eine Gemeinschaft

Die bäuerliche Gemeinschaft Mühl4telöl in Mauthausen umfasst insgesamt etwa 700 Landwirte, überwiegend aus dem Mühlviertel sowie den angrenzenden Regionen Traun-, Most- und Waldviertel. Jährlich liefern davon rund 70 bis 100 Betriebe Raps an die Ölmühle in Mauthausen. „Nicht auf jedem Feld kann jedes Jahr Raps angebaut werden“, erklärt Johann Schöfl.

Von der Blüte bis zum Öl

Die Blütezeit des Rapses beträgt in der Regel rund 14 Tage. Nach der Kornreife, die je nach Witterung zwischen Juli und August eintritt, erfolgt die Ernte. Die dunkelbraunen bis schwarzen Rapskörner mit 40 bis 45 Prozent Ölgehalt werden in der Siloanlage der Ölmühle übernommen, gereinigt und mit maximal 8,5 Prozent Feuchtigkeit eingelagert. Rapsanlieferungen über 8,5 Prozent Feuchtigkeit werden schonend getrocknet. Um stets frisches Rapsöl anbieten zu können, wird der Raps das ganze Jahr über bis zur neuen Ernte verpresst. Das, was beim Pressen übrig bleibt – der sogenannte Rapskuchen – wird als Eiweißfuttermittel in der Viehwirtschaft sowie als Dünger im Gartenbau genutzt.

Eine Pflanze mit langer Präsenz

„Der Raps ist eine sehr interessante Frucht. Er wird im August oder September angebaut und steht bis zur Ernte damit rund elf Monate am Feld – es gibt Regionen, wo er auch 'Geburtstag feiert'“, bringt Schöfl seine Faszination für den Raps zum Ausdruck. „Darüber hinaus lockert die Rapswurzel den Boden auf und trägt so auch zur Verbesserung der Bodenstruktur und damit zum Nutzen der Landwirtschaft bei.“


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