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Dr. Eckhard Oberklammer beleuchtete im Pfarrheim Mauthausen die Frage: „USA. Demokratie oder Diktatur?"

Gemeindereporter Gottfried Kraft, 30.05.2026 20:40

MAUTHAUSEN. Rund 70 interessierte Besucher kamen am Mittwochabend, 27. Mai, ins Pfarrheim Mauthausen, um den Vortrag von Dr. Eckhard Oberklammer zum Thema „USA. Demokratie oder Diktatur?“ zu hören. Nach der Begrüßung und Eröffnung durch KUK-Obfrau Astrid Oberklammer widmete sich der Vortragende eineinhalb Stunden lang der historischen Entwicklung und der aktuellen politischen Situation in den Vereinigten Staaten.  

(Bildrechte: Claudia Schatz + Kulturkreis Mauthausen)
  1 / 16   (Bildrechte: Claudia Schatz + Kulturkreis Mauthausen)

Bemerkenswert war das große Interesse über die Gemeindegrenzen hinaus. Neben zahlreichen Mauthausenern nahmen auch etliche  Besucher aus umliegenden Orten an der Veranstaltung des KUK Kulturkreis Mauthausen teil.

Dr. Oberklammer begann seinen Vortrag mit einem historischen Rückblick auf die territoriale Ausdehnung der USA. Er erinnerte an den Kauf Louisianas von Frankreich im Jahr 1803 unter Präsident Thomas Jefferson, an die umfangreichen Gebietsverluste Mexikos nach dem Krieg gegen die USA im Jahr 1848 sowie an den Verkauf Alaskas durch Russland im Jahr 1867. In diese historische Linie stellte er auch die von Donald Trump wiederholt geäußerte Absicht, Grönland für die Vereinigten Staaten zu erwerben.

Im Mittelpunkt des Vortrags stand anschließend die Frage, wie stabil die demokratischen Institutionen der USA unter der zweiten Regierung Trump noch seien. Dr. Oberklammer setzte sich kritisch mit dem Verhältnis der Regierung zu Medien, Justiz und politischer Opposition auseinander. Er verwies dabei auf Klagen Trumps gegen kritische Medien sowie auf den wachsenden Einfluss großer Tech-Milliardäre auf Medien und öffentliche Meinungsbildung.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Rolle der Justiz. Der Vortragende thematisierte die Besetzung zentraler Positionen im Justizapparat sowie die Bedeutung des Obersten Gerichtshofes, dessen Richter auf Lebenszeit bestellt werden. Aus seiner Sicht bestehe die Gefahr, dass unabhängige Kontrollinstanzen zunehmend an Wirkung verlieren.

Besonders ausführlich behandelte Dr. Oberklammer die zunehmende Regierungstätigkeit mittels präsidentieller Dekrete. Seit Beginn der zweiten Amtszeit Donald Trumps seien bereits mehr als 250 solcher Executive Orders erlassen worden. Diese Form des Regierens ermögliche rasche Entscheidungen, schwäche nach Ansicht des Vortragenden jedoch den Kongress, wenn dieser seiner Kontrollfunktion nicht ausreichend nachkomme.

Kritisch beleuchtete Dr. Oberklammer auch die Zusammensetzung der US-Regierung. Er verwies unter anderem auf die Ernennung von Robert F. Kennedy Jr. zum Gesundheitsminister, Pete Hegseth zum Verteidigungsminister, Scott Bessent zum Finanzminister und Linda McMahon zur Bildungsministerin. Der Vortragende sah darin weniger eine fachlich ausgewogene Regierungsbildung als vielmehr eine starke persönliche Bindung der Regierungsmitglieder an Präsident Trump.

In seiner Schlussfolgerung zeichnete Dr. Oberklammer ein sehr kritisches Bild der derzeitigen politischen Entwicklung in den USA. Nach seiner Einschätzung seien wesentliche Elemente einer funktionierenden Demokratie bereits erheblich unter Druck geraten. Gleichzeitig verwies er darauf, dass sich im Frühjahr 2026 auch in den eigenen Reihen der Republikaner erste Anzeichen von Widerstand gegen Trumps Politik zeigen würden.

Der große Besucherandrang und die aufmerksame Stimmung im Saal zeigten, dass das Thema die Menschen weit über Mauthausen hinaus beschäftigt. Mit diesem Vortrag gelang es dem Kulturkreis Mauthausen, ein hochaktuelles politisches Thema aufzugreifen und Raum für Information, Nachdenken und Diskussion zu schaffen.


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