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MÜNZBACH. Um fünf Uhr morgens, wenn sich viele noch einmal im Bett umdrehen, kann es passieren, dass Hannah Lettner schon auf ihrem Rennrad sitzt. Die Liebe zum Sport prägt das Leben der 23-Jährigen maßgeblich. Im Tips-Interview erzählte die Medizinstudentin aus Münzbach mehr über ihren Alltag zwischen Hörsaal und Höhenmetern.

  1 / 5   Das Rennrad als Lebensbegleiter: Die 23-jährige Münzbacherin Hannah Lettner tritt kräftig in die Pedale. (Foto: Hannah Lettner)

„Sport war eigentlich schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens“, erinnert sich Hannah Lettner. „Ich war ein sehr aktives Kind und habe auch die Sportmittelschule in Bad Kreuzen besucht.“ Heute trainiert die Medizinstudentin rund 20 Stunden pro Woche. „Mein Sportalltag besteht aus Radfahren und Laufen – und ein bisschen Krafttraining gehört natürlich auch dazu.“ Die Liebe zum Sport wird im Gespräch mit der Münzbacherin spürbar: „Sport schenkt mir ein unglaubliches Gefühl. Man geht durch harte Trainingseinheiten – denkt sich mittendrin vielleicht: 'warum mache ich das überhaupt?', und sieht am Ende dann aber was man alles schaffen kann, wenn man dranbleibt. Man entwickelt sich stetig weiter – das macht einfach Spaß.“

Zehneinhalb Stunden im Rennradsattel

Die Schwester in Wien besuchen oder spontan zu einem Trip nach Bologna in Italien aufbrechen – und das alles mit dem Rennrad. Auf Ideen wie diese reagierte das Umfeld der Münzbacherin – allen voran die besorgten Eltern – anfänglich mit einer gewissen Skepsis. Mittlerweile werden ihre sportlichen Abenteuer jedoch mit großer Begeisterung verfolgt.

„Meine Schwester habe ich sogar schon ein wenig angesteckt. Sie hat sich inzwischen selbst ein Rennrad zugelegt“, erzählt Hannah Lettner schmunzelnd.

Die längste Strecke, die die Medizinstudentin bislang am Stück im Rennradsattel zurückgelegt hat, betrug 300 Kilometer – Indoor auf der Trainingsplattform Zwift. „Ich habe auf Instagram jemanden gesehen, der das ebenfalls gemacht hat, und mir daraufhin spontan dieselbe Challenge gesetzt. Zehneinhalb Stunden habe ich dafür gebraucht.“

Digital vernetzt und sportlich verbunden

Instagram spielt im Alltag der Sportlerin eine wichtige Rolle. Auf ihrem Account „_hanni_runs“ lässt Hannah Lettner andere an ihren sportlichen Aktivitäten teilhaben. „Auch wenn Social Media viele Schattenseiten hat und man mitunter mit fragwürdigen oder sogar gefährlichen Trends konfrontiert wird, mag ich die Plattform wirklich gerne. Ich finde, man sollte vor allem dem sozialen Aspekt, der eigentlich sogar im Namen steckt, mehr Raum geben. Ich schätze die Instagram-Community sehr und habe dort viele Gleichgesinnte kennengelernt. Aus digitalen Bekanntschaften sind im Laufe der Zeit echte Freundschaften entstanden.“

Mit voller Kraft zum Race Across Austria

Im Sommer 2026 stehen einige Wettkämpfe im Kalender der Münzbacherin. Bereits im Mai ging sie beim Keltenman-Sprint-Triathlon in Mitterkirchen an den Start und sicherte sich gemeinsam mit zwei Kolleginnen den Sieg in der Damenstaffel. Eine besondere Herausforderung wartet im Juni mit dem Race Across Austria. Dabei gilt es, 300 Kilometer und 4.360 Höhenmeter quer durch Österreich zu bewältigen. Zudem stellt sich Hannah Lettner dem 24-Stunden-Radmarathon in Grieskirchen.

Wie gelingt es Hannah Lettner, Studium und Leistungssport unter einen Hut zu bringen? „Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass mir die Balance immer gelingt. Gerade in Prüfungsphasen sitze ich manchmal bis spät in der Nacht in der Bibliothek und frage mich, wie ich das alles schaffen soll. Aber wenn man ein Ziel vor Augen hat und Freude an dem hat, was man macht, nimmt man sich die Zeit dafür.“

Der Spaß gibt die Richtung vor

Auch die Gratwanderung zwischen gesundem Ehrgeiz und übermäßigem Druck thematisierte die sympathische Münzbacherin im Tips-Interview. „Ich stelle mir regelmäßig die Frage: Mache ich das für jemand anderen, weil ich denke, ich muss es tun, oder weil es mir wirklich Freude bereitet? Solange der Spaß im Vordergrund steht, denke ich, ist alles in Ordnung.“ Motivation finde die 23-Jährige für ihre Trainingseinheiten fast immer: „Es kommt nur ganz, ganz selten vor, dass ich keine Lust zum Training habe.“

„Einfach loslegen“

Für alle, die selbst mit dem Sporteln anfangen wollen, hat Hannah Lettner einen Rat: „Einfach loslegen. Vielleicht kauft man sich ein gutes Paar Laufschuhe, aber mehr braucht es eigentlich nicht, um mit dem Sport anzufangen das ist ja das Schöne daran. Man kann sich in die Sache mit dem Sportlichsein auch ziemlich verkopfen das sollte man gar nicht erst zulassen. Einfach ausprobieren und einen Sport finden, der einem Spaß macht, der Rest kommt dann ganz von alleine.“

Instagram: _hanni_runs


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