Münzbachs Geschichte lebt mit Josef Langthaler weiter
MÜNZBACH. Kaum jemand kennt Münzbach so gut wie Josef Langthaler. Der 71-jährige ehemalige Kaufmann ist im Ort aufgewachsen und kann zu vielen Häusern, Plätzen und alten Gemäuern Geschichten erzählen. Sein Wissen gibt er bei Führungen und auch an Volksschulkinder weiter.

Schon als junger Mann zog es Langthaler nach Freistadt, wo er die Handelsschule besuchte. Mit 21 Jahren stieg er in den elterlichen Betrieb ein und übernahm das Kaufhaus der Familie. Mit seiner Pensionierung wurde das Geschäft geschlossen.
Ganz verschwunden ist das frühere Kaufhaus aus Münzbach aber nicht. Die alte Aufschrift ist noch immer zu sehen, Geranien schmücken die Fenster. In der Auslage erinnern verschiedene Gegenstände an frühere Zeiten. Dort finden sich etwa alte Linde-Kaffeepackungen oder die Figuren, die einst in den Packungen versteckt waren.
Als Nachtwächter durch Münzbach
Auch nach seiner Pensionierung beschäftigt sich Langthaler intensiv mit der Geschichte seines Heimatortes. Erst vor wenigen Wochen organisierte er wieder eine Nachtwächterführung. „Da verkleide ich mich wie ein Nachtwächter und spaziere mit den Besuchern am Abend durch unseren Ort“, erzählt der Pensionist.
Diese besondere Führung bietet er einmal im Jahr an. Sein Wissen gibt er aber auch an die jüngere Generation weiter. „Auch mit den Volksschulklassen im Rahmen ihres Heimatkundeunterrichts gehe ich durch Münzbach und bringe ihnen die Geschichte bei“, berichtet Langthaler.
Kloster und Pfarrkirche spielen besondere Rolle
Bei den Rundgängen spielen die alte Pfarrkirche und das Kloster eine besondere Rolle. Wer gemeinsam mit Langthaler durch die historischen Gemäuer geht, sollte etwas Zeit mitbringen. Zu Räumen, Verzierungen und früheren Nutzungen kennt er zahlreiche Geschichten. „Das Kloster wurde zwischen 1661 und 1664 gebaut. Später war dann auch einmal eine Schule hier“, erzählt er.
Ein Wunsch für das alte Kloster
Auch abseits der Nachtwächterführung beantwortet Langthaler gerne Fragen zur Geschichte Münzbachs. „Ich freue mich immer wieder, wenn sich Menschen bei mir melden und etwas zu unserem Ort wissen möchten. Dafür stehe ich auch jederzeit gerne bereit - auch außerhalb der jährlichen Nachtwächterführungen“, sagt der ehemalige Kaufmann.
Besonders am Herzen liegt ihm das alte Kloster. Das Gebäude steht schon längere Zeit leer und ist renovierungsbedürftig. In der Auslage seines früheren Geschäfts sind sogar Pläne und ein Modell zu sehen, die bereits vor einigen Jahren erstellt wurden.
Langthalers großer Wunsch ist klar: „Es wäre schön, wenn das Kloster saniert wird und auch wieder einen Nutzen fände“.








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