Die Monate danach: Schwester Maria Falzbergers Einsatz in Ecuador
SCHWERTBERG. Am 26.März diesen Jahres ereignete sich in Ecuador, genauer in der Kleinstadt Alausí eine dramatische Naturkatastrophe. Ein Erdrutsch begrub die Stadt unter sich. Ordensschwester Klara Maria Falzberger bat damals um Hilfe (Tips berichtete) und erzählt nun, wie es Monate nach der Katastrophe in Ecuador aussieht.

Zahlreiche Häuser wurden von den Erdmassen begraben, die Hauptstraße verschüttet und viele Bewohner ließen ihr leben.
Die Schwertbergerin Schwester Klara Maria Falzberger von den Oblatinnen des hl. Franz von Sales ist seit dem Unglück an der Seite der Menschen und berichtet, wie es derzeit in der Kleinstadt um die Bewohner steht.
Drei Monate nach dem Erdrutsch, Ende Juni, seien die Bergungsarbeiten eingestellt worden, erzählt Schwester Falzberger.
Bis zu diesem Zeitpunkt konnten 65 Tote geborgen werden. „Mindestens zehn weitere Menschen blieben für immer unter bis zu 40 Meter hoher Erde verschüttet.“
Rückkehr trotz Gefahr
Langsam ging man in Alausí wieder zum Alltag über. „Obwohl immer eine latente Gefahr droht, sind ein Großteil der Menschen in ihre Häuser zurückgekehrt, auch wenn diese in der Gefahrenzone liegen“, erzählt die Ordensschwester.
Der Grund dafür sei, dass niemand das nötige Geld habe, um anderswo zur Untermiete zu leben, noch dazu oft in Orten, die täglich eine lange Anreise zur Arbeit oder in die Schule verlangen
Obwohl von Seite der Behörden bisher noch keine Straßensanierung erfolgte, haben die Menschen von Alausí und der umliegenden Bergdörfer ihre eigenen „Straßen“ gebaut. In Gemeinschaftsarbeit seien die abgerutschten Erdmassen so weit stabilisiert, um daraus neue Fahrwege herzustellen, erzählt Schwester Klara Maria.
„Dadurch ist die Fahrzeit von Quito nach Alausí wieder mehr oder weniger die gleiche als vor dem Bergrutsch.“
Das lange Warten auf staatliche Hilfe
„Jene Familien die zwar überlebten, aber ihr Haus verloren haben, müssen leider immer noch warten bis man ihnen, irgendwann und irgendwo, von Seiten des Staates, ein neues Grundstück zuteilt, und auch die Hilfslieferungen für die Opfer wurden schon seit mehr als drei Monaten eingestellt“, erzählt die Ordensfrau.
Wie sich die Situation in den kommenden Wochen und Monaten weiterentwickle sei nicht vorhersehbar.
Sorge bereite die Regenzeit, die begonnen hat und in die Strömung „El Niño“ wieder verstärkten Niederschlag und Überschwemmungen mit sich bringen wird.
Schwester beeindruckt das Vertrauen in Gott
Schwester Klara Maria Falzberger beeindruckt der Glaube der Menschen in dieser angsteinflößenden Situation: „Nicht nur die Gottesdienste, die für die Verstorbenen gefeiert wurden, sondern auch das Vertrauen trotz allem auszuharren und weiterzukämpfen, beweist den Seelenmut der Bevölkerung.“
Die Ordensfrau möchte sich im Namen der Menschen bei all jenen bedanken, die für die Katastrophenopfer gespendet und gebetet haben.


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