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PERG. Die Nachricht, dass in der Linzer Straße ein neues Einkaufszentrum entstehen soll, sorgte nicht nur unter den Gemeindepolitikern, sondern auch in der Bevölkerung für lebendige Diskussionen. Die zentrale Frage dabei: Braucht Perg so eine Shopping-Mall im Zentrum überhaupt?

Was versteckt sich hinter den Plänen für das Areal in der Linzer Straße? Foto: Primeßnig
Was versteckt sich hinter den Plänen für das Areal in der Linzer Straße? Foto: Primeßnig

Um ein Widmungsverfahren für das ehemalige Manner-Areal in die Wege zu leiten, wurden im Gemeinderat vor zwei Wochen mit den Stimmen der ÖVP die Weichen gestellt. Heftiger Gegenwind weht der Mehrheitsfraktion von der FPÖ, der SPÖ und den Grünen entgegen, obwohl sich diese zuvor im Ausschuss angeblich dafür ausgesprochen haben sollen. „Grundsätzlich sind wir ja dafür, aber das Verkehrsproblem muss vorher gelöst werden. Man kann nicht Perg wachsen lassen und sich um die Verkehrsthematik keine Gedanken machen“, so Viktoria Frühwirth von der SPÖ.

Konzeptplanung als Wunschzettel des Investors

Die HWG Immobilien GmbH der Hochreiter-Gruppe hat bereits eine Konzeptplanung für das Einkaufszentrum erstellen lassen. Diese sieht Geschäftsflächen (4.500 Quadratmeter) sowie Büroflächen (2.800 Quadratmeter) und rund 3.600 Quadratmeter für Freizeitangebote und Gastronomie vor. In Sozialen Medien haben sich nun bereits unzählige Kritiker zu Wort gemeldet, weil befürchtet wird, dass dadurch die Innenstadtbetriebe ausgehungert werden. „Was uns da vorliegt, ist eine Projektstudie, die einem Wunschzettel gleicht. Wie immer in solchen Verfahren fließen die einzelnen Stellungnahmen und Konzepte (Verkehrskonzept, Bedarfserhebung, ...) ein, um letztendlich ein Ergebnis zu bekommen, das einer kritischen Bewertung standhält“, erklärt Bürgermeister Froschauer. „Die Grundlagenforschung ist jetzt ein wichtiger Bestandteil, das müsste allen bewusst sein.“

Fragenkatalog der Wirtschaft an Stadt Perg

Der Verein „Wirtschaft bewegt“ hat bereits einen Fragenkatalog erarbeitet und eingebracht. „Jetzt sind wir in der Warteposition, aber der Informationsaustausch ist gut“, so Obmann Alfred Ebenhofer. „Viele Perger Stammkunden auch aus umliegenden Orten können die Sinnhaftigkeit eines weiteren Einkaufszentrums in der Größenordnung nicht verstehen, auch Anrainer dürften die Lage als kritisch betrachten.“

Grüne fordern Bedarfserhebung von externen Experten

Franz Baumann von den Grünen schlägt unbedingt eine Experten-Studie vor, um herauszufinden, was Perg wirklich braucht. Grundsätzlich ist er nicht komplett gegen ein Projekt in der Linzer Straße, die Größenordnung kann sich Baumann aber nicht vorstellen. „Es braucht kleine, angepasste Strukturen. Ich muss leider auch sagen, dass es da unterschiedliche Pläne gegeben hat und der Informationsstand für uns auch nicht der beste war und ist. Uns wäre eine gute Planung wichtig und dass es auch ein Konzept in der Stadtentwicklung gibt.“

„Auch der Investor will in Gespräche eintreten“, versichert Bürgermeister Anton Froschauer. „Jetzt braucht es keine Verunsicherung, sondern Mut und Entschlossenheit. Ich kann mich noch an die Präsentation der Pläne des neuen Stadthauses erinnern, die heftigst kritisiert wurden und jetzt kann man sich diese Investition nicht mehr wegdenken.“


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