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Weiterentwicklung vom Wirtschaftspark Perg-Machland als heißes Diskussionsthema

Mag. Melanie Mai, 07.07.2021 11:10

ARBING. In Sorge um eine Verminderung der Lebensqualität durch den zuletzt rasanten Anstieg an Neubauten im INKOBA-Gebiet (Wirtschaftspark Perg-Machland) hat sich um den Jahreswechsel die Initiative „Lebenswertes Arbing“ formiert. Ein halbes Jahr später gründete sich aus dem Bürgerprojekt eine Grünen-Gemeindegruppe (Tips berichtete). Wie die im Gemeinderat vertretenen Parteien die Lage beurteilen? – Tips hat nachgefragt.

Im INKOBA-Gebiet herrscht derzeit rege Bautätigkeit. Richtung Osten soll der Wirtschaftspark weiter erweitert werden. (Foto: Wirtschaftspark Perg-Machland)

„Mit dem momentanen Ausbau werden bis zu 250 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Die regionale Wertschöpfung der Betriebe zeigt sich bestens anhand der Firma LOC-Holz, die zukünftig bei uns Bäume aus der Region kauft, verarbeitet und veredelt. Wir beweisen damit, dass beides bei uns Platz hat: lebenswertes Wohnen und Arbeitsplätze vor der Haustüre“, sagt ÖVP-Bürgermeisterin Hermine Leitner.

„Osterweiterung steht vorerst nicht zur Debatte“

Weiters verweist sie auf das Allgemeinwohl der Bevölkerung: „Vorwürfe im Zusammenhang mit einer, von manchen bekämpften, Osterweiterung sind konstruiert und haltlos, das steht momentan nicht zur Debatte. Eine künftige weitere Entwicklung wird jedenfalls im Geiste einer positiven Gesamtentwicklung getroffen. Einzelinteressen werden dabei so gut es geht berücksichtigt, aber das Allgemeinwohl hat stets Vorrang. Ich bin immer bereit, respektvolle Gespräche zu führen, nur hier wird mit Unwahrheiten und Halbwissen emotionalisiert, um möglichst viel Aufregung zu erzeugen. Dafür stehe ich nicht zur Verfügung“, hält die Ortschefin fest. In ihrer Stellungnahme hebt sie auch positive Aspekte für die Umwelt hervor: „Durch die gemeinschaftlichen Ansiedlungen verringern wir die kritisierte Bodenversiegelung. Regionale Arbeitsplätze vermeiden Tonnen an CO2-Ausstoß durch eingesparte Pendlerfahrten, von den Stunden an Lebensqualität, die nicht im Auto verbracht werden müssen, ganz zu schweigen. Der Wirtschaftspark ist für die Region eine wichtige Errungenschaft, auch wenn das manche nicht akzeptieren wollen“, so Leitner.

„Osterweiterung steht vorerst nicht zur Debatte“

Für Daniel Radinger, SPÖ-Ortsparteichef, ist die Osterweiterung des Betriebsbaugebietes Arbing aufgrund zweier Tatsachen momentan nicht durchführbar. „Die negativen Stellungnahmen von verschiedensten Abteilungen des Landes und aufgrund des Aufschreis aus der Bevölkerung im letzten halben Jahr. Bis zum Anfang des Jahres war für mich eine Erweiterung unter bestimmten Umständen durchführbar, aber die Ängste und Sorgen der Bevölkerung muss man jetzt ernst nehmen und eine Lösung für die nächsten Jahre bzw. Jahrzehnte finden. Ich bin selbst Anrainer einer der betroffenen Siedlungen, wo ich in den nächsten Jahren in den Umbau meines Elternhauses investiere. Da werde und würde ich nicht meine und vor allem nicht die Zukunft meiner Kinder gefährden. Wie eine Erweiterung des Standortes Arbing aussehen kann oder auch nicht, muss ab Herbst der neue Gemeinderat entscheiden. Bei den momentanen Ängsten und Sorgen der Bevölkerung muss nach einer gemeinsamen Lösung gesucht werden, mit der jeder und jede leben kann.“

„Genauer als bisher hinschauen“

FPÖ-Fraktionsobmann Johann Wieden spricht sich grundsätzlich für eine künftige Erweiterung des Betriebsbaugebietes aus, fordert aber ein kontrolliertes Wachstum: „Mir ist es wichtig, dass wir Arbeitsplätze in das Gebiet bekommen, nicht nur große Hallen. Zum Schutz der Bevölkerung gilt es, da noch mehr als in der Vergangenheit darauf zu schauen, welche Betriebe sich bei uns ansiedeln.“

Diesbezüglich ihre Stimme einbringen wollen im Gemeinderat künftig auch die Grünen um Roland Vuketich, für den sich nach wie vor viele Fragen auftun. Etwa jene nach der Lösung des Verkehrsproblemes, geht der Spitzenkandidat doch künftig von hunderten zusätzlichen LKW-Fahrten täglich aus. Vuketich forderte zudem bereits mehrmals die Offenlegung einer Kosten-Nutzen-Rechnung: „Für viele Arbinger sind die Vorteile des INKOBA-Gebietes nicht erkennbar.“


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