Appell der Perger Ortsbäuerinnen: „Beim Fleischeinkauf auf Qualität achten“
BEZIRK PERG. Anlässlich des Weltfleischtages, der am 26. Februar stattfand, weisen die Ortsbäuerinnen des Bezirkes Perg auf den Wert des Fleisches in der Ernährung, aber auch auf Achtsamkeit mit dem Lebensmittel Fleisch hin.

Lebensmittel retten ist einfach: etwa mit der Fleckerlspeise zum Mittagessen, wo die Fleisch- und Wurstreste vom Wochenende verkocht werden. Wenn Lebensmittel, die nicht mehr ganz frisch sind oder übriggeblieben sind, im Müll landen, ist das nicht nur ethisch zu hinterfragen, sondern es geht auch um Klimaschutz und bares Geld. „Die wertvolle Arbeit unserer Bauern soll auf den Tellern und nicht im Müll landen“, betont Bezirksbäuerin Barbara Payreder und sagt weiter: „Mindestens haltbar bis heißt nicht gleichzeitig giftig ab.“
Vegan ist nicht immer klimaschonend
Umwelt und Klima sind im Trend und da wird gerne die Fleischproduktion oder vielmehr der Fleischkonsum zum Sündenbock in puncto Klimaschutz abgestempelt. Der Trend zur veganen Ernährungsform ist so aktuell wie noch nie. Eine oft genannte Begründung von Veganern ist, dass diese Ernährungsform besonders umweltfreundlich ist. „Ich finde, nicht nur der Fleischkonsum, sondern auch der Veganismus darf kritisch hinterfragt werden. Bio Obst und Gemüse aus Ägypten, Spanien, Brasilien, China, also quasi aus der ganzen weiten Welt, ist das wirklich besser fürs Klima oder die Menschen als Fleisch von der Region, bei diesen weiten Transportwegen und den dort geltenden Arbeitsbedingungen?“, fragt sich Payreder. Fertiggerichte, vegane „Würstchen”, „Schnitzel” oder Milchersatzprodukte sind meist mit enormem Energieverbrauch mehrfach industriell verarbeitet, bis sie beim Konsumenten landen. Auch stammen die Zutaten wie Soja, Mandeln oder andere eher exotische Zutaten oft aus weit entfernten Ländern. Aber auch bei frischem Obst und Gemüse sei angeraten, auf regionale und saisonale Produkte zu achten.
Fleisch hat viele gute Seiten
Dass Fleisch hochwertige Proteine und tierische Fette liefert, ist unbestritten. Fleisch und Fleischprodukte sind auch wichtige Lieferanten der B-Vitamine und Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Selen. In einer gesunden, ausgewogenen Ernährung hat Fleisch als essenzieller Nährstofflieferant seinen berechtigten Platz. Fleisch pflegt aber auch die Landschaft in Grünlandgebieten, wenn man die Rindermast als Beispiel nimmt. Und Fleisch düngt die landwirtschaftlichen Flächen mit dem Mist der Tiere. „Es ist ein Kreislauf, der der Natur und dem Menschen guttut, wenn es mit Verantwortung geschieht“, so die Ortsbäuerinnen. Die Bäuerinnen appellieren daran, beim Einkauf auf Qualität statt auf Quantität zu achten: „Die vielen Aktionen im Handel verleiten leider viel zu oft zu Hamsterkäufen, das Zuviel wird dann weggeschmissen, hat zum Glück eh nicht viel gekostet, denkt man dann.“


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