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BEZIRK PERG/OÖ. Seit Jahren arbeitet der Sozialhilfeverband Perg gemeinsam mit dem Sozialressort des Landes an verschiedenen Strategien, wie man dem Personalmangel im Pflegebereich gegensteuern kann. Dabei hat man sich auch umgesehen, wo auf der Welt qualifizierte Pflegekräfte ausgebildet werden, die man rekrutieren könnte. Inzwischen sind zwölf aus den Philippinen in Perg im Einsatz. Das Pilotprojekt soll nun ausgerollt werden.

May Joy Kranzel, LR Wolfgang Hattmannsdorfer, Johanna Nefischer, LAbg. Bgm. Anton Froschauer, BH Werner Kreisl, Zäzilia Haselhofer und Mary Justinhe Avancena (Foto: Primeßnig)

„Ich bekenne mich dazu, dass es eine qualifizierte Zuwanderung braucht, damit wir unseren Wohlstand halten können und auch im Sozialbereich eine professionelle, um-fassende Pflege und Betreuung sicherstellen können. Qualifizierte Zuwanderung bedeutet für mich, im Ausland top ausgebildete Menschen zu identifizieren und gezielt nach Österreich zu holen, wie es Staaten wie Kanada und die USA seit Jahren vorzeigen“, begrüßt Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer die erst kürzlich erfolgte Reform der Rot-Weiß-Rot Karte, um den Zugang von Drittstaatsangehörigen zum Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Anerkannte Ausbildung mit Zusatzausbildung in Österreich

Wie es funktionieren kann, erfolgreich top-ausgebildete Arbeitskräfte im Pflegebereich zu holen und zu integrieren, zeigt nun ein Pilotprojekt des Sozialhilfeverbandes Perg. Im Februar sind zehn Frauen und zwei Männer aus dem Philippinen nach Perg gekommen. Sie sind auf den Philippinen universitär ausgebildete Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger, die in Österreich zweistufig anerkannt werden sollen, um auch die dauerhafte Berufsberechtigung in Österreich zu erlangen. Bereits nach dem Recruiting haben die Teilnehmer auf den Philippinen einen ersten Deutschkurs abgelegt. Im Nostrifizierungsverfahren erfolgt zuerst eine Ergänzungsausbildung als Pflegefachassistentin und in einem zweiten Schritt als Diplomkrankenpflegerin.

„Diese beiden Berufsgruppen brauchen wir dringend, in einem Alten- und Pflegeheim machen sie rund 30 bis 35 Prozent des Gesamtpersonals aus. Es ist uns daher sehr wichtig, dass sie so schnell als möglich in Österreich auch anerkannt werden und sie die kommissionellen Prüfungen rasch bestehen, damit sie dann in unseren Häusern gut einsetzbar sind und unsere bisherigen Mitarbeiter unterstützen“, so Bezirkshauptmann und SHV-Obmann Werner Kreisl.

Intensive Begleitung bei Integration

Nun haben die ersten zehn der zwölf neuen Mitarbeiter bereits die erste Prüfung abgelegt, auch die Deutschkenntnisse wurden in den vergangenen Monaten ordentlich aufpoliert. Damit sich die Neo-Perger auch wohlfühlen und einfinden in der Region, hat Zentralbetriebsrätin Anna Windhager die neuen Kolleginnen begleitet und steht ihnen auch als Verbindungsperson zur Schule für Gesundheits- und Krankenpflege zur Verfügung. Die Lehrpersonen dort haben nach dem Unterrichten zurückgemeldet, was im letzten Unterricht gelehrt wurde und Windhager hat dann dafür gesorgt, dass einerseits in eigens organisierten SHV-Lerngruppen aber auch in der Tätigkeit in den SENIORien Perg, Schwertberg und Mauthausen, wo parallel auch schon 20 Wochenstunden gearbeitet wurde, diese Themengebiete gefestigt wurden. „Sie war aber auch jene Person, die dafür sorgte, dass sich unsere neuen Kollegeninnen insgesamt gut bei uns im Bezirk eingelebt haben“, so Kreisl.

Ausrollung des Pilotprojektes

Aufgrund der positiven Erfahrungen im Bezirk Perg soll das Pilotprojekt nun ausgerollt werden. Aus den Erfahrungen mit dem externen Partner, der beim Recruiting auf den Philippinen behilflich war, kann das Land OÖ bereits auf viele Erfahrungswerte zurückgreifen. „Aktuell bereiten wir auch gerade wieder die Ankunft von 20 weiteren Pflegekräften vor, die aber künftig auch schon in anderen Bezirken in OÖ in Einsatz kommen werden und auch für sie haben wir schon mit der Organisation der Nostrifizierungsverfahren begonnen, natürlich auf Basis unserer Erfahrungen in unserem Pilotprojekt“, berichtet Werner Kreisl. Das Erfreulichste ist aber mit Sicherheit, dass sich die neuen Mitarbeitern gut eingelebt haben und sich wohlfühlen. Das war auch beim Lokalaugenschein im Perger Seniorium diese Woche sichtbar. Und auch die Bewohner zeigen sich ganz begeistert von ihren neuen Pflegerinnen. Wenn damit auch nur ein Teil des Problemes Personalmangel in der Pflege gelöst werden kann. Diese Initiative hat auf jeden Fall schon gut funktioniert.


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