Infoveranstaltung zur Donaubrücken-Sperre sorgt für Kritik
MAUTHAUSEN/PERG. Die für Sommer 2028 geplante dreimonatige Sperre der Donaubrücke Mauthausen sorgt erneut für Diskussionen. In einem offenen Brief kritisieren Arbeiterkammer (AK) und Gewerkschaftsbund (ÖGB) Überlegungen zu Aussetzungsvereinbarungen und Kurzarbeit. WKO-Präsidentin Doris Hummer weist den Vorwurf zurück, die Folgen der Sperre auf Beschäftigte abwälzen zu wollen.

Die Donaubrücke Mauthausen beschäftigt Pendler und Unternehmen in der Region bereits seit längerer Zeit. Die bestehende Brücke soll im Sommer 2028 für rund drei Monate für den Individualverkehr gesperrt werden, damit das Tragwerk getauscht werden kann.
Für zusätzliche Diskussionen sorgt nun ein offener Brief von Arbeiterkammer Oberösterreich, ÖGB Oberösterreich und Betriebsräten aus dem Bezirk Perg an WKO-Präsidentin Doris Hummer.
Kurzarbeitsmodelle und Aussetzungsvereinbarungen
Anlass ist eine von der Wirtschaftskammer Perg organisierte Informationsveranstaltung zur Brückensperre. Laut Arbeiterkammer sollen dabei unter anderem Aussetzungsvereinbarungen und Kurzarbeitsmodelle thematisiert werden.
„Wir halten fest, dass es nicht sein kann, dass die Wirtschaftskammer versucht, die Versäumnisse der Landespolitik auf dem Rücken der Beschäftigten zu kompensieren.“, betont die AK in ihrem Schreiben.
Längere Wege während der Sperre
Die Donaubrücke ist eine wichtige Verbindung zwischen Ober- und Niederösterreich. Für zahlreiche Pendler bedeutet die Sperre längere Arbeitswege und zusätzliche Fahrtkosten. Die Arbeiterkammer fordert daher unter anderem ein Verkehrskonzept für die Dauer der Sperre, einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie finanzielle Entlastungen für betroffene Beschäftigte.
„Wir erwarten uns daher von der Wirtschaftskammer eine klare Haltung. Die WKO Perg und die WKO Oberösterreich müssen endlich aufhören, die Folgen der Brückensperre auf den Rücken der Beschäftigten abzuwälzen“, kritisiert die Arbeiterkammer.
Hummer weist Vorwürfe zurück
Auf Anfrage der Tips nahm WKO-Präsidentin Doris Hummer zu dem offenen Brief Stellung.
„Mit großer Verärgerung nehme ich den offenen Brief zur Kenntnis, denn die darin erhobenen Vorwürfe sind schlicht und einfach falsch. Weder die WKO Perg noch die WKO Oberösterreich versuchen, die Folgen der Brückensperre auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen“, sagt Hummer.
Nach ihren Angaben arbeiten Wirtschaftskammer, Land, AMS und Arbeiterkammer bereits gemeinsam an möglichen Lösungen für die Zeit der Sperre.
„Umso unverständlicher ist es, wenn die Arbeiterkammer nun öffentlich einen Konflikt konstruiert, während auf der operativen Ebene längst gemeinsam an Lösungen gearbeitet wird. Die Menschen und Betriebe in der Region brauchen gerade jetzt Zusammenarbeit statt falscher Unterstellungen“, betont die WKO-Präsidentin.
SPÖ schaltet sich in Debatte ein
Auch die SPÖ Oberösterreich meldete sich zur Diskussion zu Wort. Landesparteivorsitzender Martin Winkler kritisierte mögliche Belastungen für Beschäftigte und fordert Maßnahmen für Pendler während der Sperre.








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