Große Ernteausfälle im Bezirk Perg
BEZIRK PERG. Die letzten Erntearbeiten laufen, doch für viele Landwirte im Bezirk Perg fällt die Bilanz heuer ernüchternd aus. Vor allem die Trockenheit setzte Ackerflächen, Grünland, Wälder und die Wasserversorgung unter Druck. Teilweise lagen die Erträge deutlich unter einem Durchschnittsjahr.

„Der Bezirk Perg war und ist laut Karte Niederschlagsdefizit einer der hauptbetroffenen Bezirke Oberösterreichs“, berichtet Bezirksbauernkammerobfrau Barbara Payreder. Die Kammerobfrau bewirtschaftet selbst einen Nebenerwerbsbetrieb mit Milchkühen und ist von den Folgen der Trockenheit betroffen.
„Im Ackerbau wie auch im Grünland war das Ertragsminus teilweise über 50 Prozent im Vergleich zu einem Durchschnittsjahr“, berichtete Payreder.
Späte Kulturen besonders betroffen
Besonders stark betroffen waren laut Payreder Kulturen, die über den Sommer bis in den Herbst auf den Feldern standen. „Dazu gehören Zuckerrüben, Mais, Soja“, erzählt sie. Früher geerntete Kulturen wie Wintergerste seien weniger stark betroffen gewesen.
Zusätzlich spielte die Bodenbeschaffenheit eine große Rolle. Schotter- und sandige Böden litten besonders unter der Trockenheit. „Ebenfalls waren Südhänge stärker Betroffen als Nordhänge“, so Payreder.
Auch im Grünland sind die Schäden sichtbar. Vertrocknete und verbrannte Wiesen prägen vielerorts das Bild. „Nicht nur die Ernteausfälle im Grünland stellen Viehhalter vor Herausforderungen sondern auch die Kosten für die Wiederherstellung der verdorrten Wiesenbestände druch Nachsaat oder Neuanlage“, erzählt Payreder.
Durch die Trockenheit seien wertvolle Futtergräser ausgefallen. „Werden keine Maßnahmen gesetzt, verunkrauten diese Flächen. Dadurch sind schlechterer Futterqualitäten und Futtermengen in den Folgejahren zu erwartet.“, betont die Obfrau.
Folgen auch im Wald
Weniger sichtbar sind die Auswirkungen im Wald. „Durch die Trockenheit ist weniger Holz zugewachsen, was natürlich einen wirtschaftlichen Schaden darstellt. Zudem gab es mehr Schäden durch Borkenkäferbefall und auch Schäden durch vertrocknete und dadurch abgestorbene Bäume“, erzählt Payreder.
Auch die Wasserversorgung stellte manche Betriebe vor große Probleme. „Die Trockenheit hat bei viehhaltigen Betrieben im Bereich der Wasserversorgung zu großen Problemen und auch zu hohen Mehrkosten geführt. Brunnen sind trocken gefallen.“, berichtete Payreder.
Futter musste zugekauft werden
Auch Bezirksbäuerin Katrin Schober, die mit ihrer Familie einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinemast führt, spricht von herausfordernden Monaten. „Viele Landwirte mussten Futter zukaufen, auch wir brauchen für unsere Schweine eine gute Ernte um sie zu füttern“, erzählt sie.
Laut Payreder verkauften manche Landwirte Tiere, weil das vorhandene Futter nicht ausreichte. Teilweise seien auch Nachzuchtbetriebe betroffen gewesen.
„Die Folgen sehen wir dann erst nächstes Jahr, wenn Betriebe ihre Nachzucht stoppten da sie zu wenig Futter hatten wird man nächstes Jahr dann auch weniger junge Tiere aus der Region zukaufen können“, betont Payreder.
Hoffnung auf gute Zuckerrübenpreise
Derzeit läuft noch die Zuckerrübenernte. „Das Kraut schaut zwar schön aus, aber die rüben sind nicht groß gewachsen. Wir Landwirte werden durch den Zuckergehalt der Rüben bezahlt und hoffen jetzt auf einen guten Preis“, erzählt Schober.
Zusätzlich belastete der notwendige Futterzukauf viele Betriebe. „Leider trieben auch einige die Preise für Futter in die höhe somit ist das garnicht leistbar für uns.“, betont Schober.
Unterstützungen gibt es laut den beiden Landwirtinnen teilweise über die Hagelversicherung und den Bund. Einen großen Teil der Belastungen müssten die Betriebe jedoch selbst tragen. „Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass das kommende Jahr besser wird und es im Winter viel Niederschlag gibt“, betont Payreder.








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