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PETTENBACH. Irgendwie war es traurig. Immerhin spielten Philipp „Scheibsta“ Scheiblbrandner und seine „Buben“ voraussichtlich zum letzten Mal in Oberösterreich. Und doch war die Stimmung ausgelassen, denn noch einmal bewies die Band ihre große musikalische Vielfalt.

„Scheibsta und die Buben“ spielten ihr letztes OÖ-Konzert im Bauhof. Foto: Winkler-Ebner
„Scheibsta und die Buben“ spielten ihr letztes OÖ-Konzert im Bauhof. Foto: Winkler-Ebner

Eröffnet wurde der Abend vom Linzer Rock-Quartett „One Last Glance“, deren griffige Gitarrensounds von Grunge-Größen wie Nirvana und Pearl Jam inspiriert sind. Ihnen folgte das Mühlviertler Rap-Duo „Hinterland“ auf die Bühne, die in ihre feinsinnigen Mundarttexte viel Gesellschaftskritik und so manche Lebensweisheit packten. Etwa, warum sie heute „alla hamgehen“ oder frau niemals einen Rapper mit nach Hause nehmen sollte. Auch Wortakrobat Scheibsta, rappender Frontman der Band „Scheibsta und die Buben“, verstand es in seinen Texten, den Bogen von fröhlichem Klamauk zu nachdenklich stimmender Gesellschaftskritik zu spannen. „Gerda“ vom 2015 erschienenen Album „Bist du noch wach?“ prangert den in unserer Gesellschaft zunehmenden Zwang zur Selbstaufopferung für Job und Karriere an. In der melancholischen Ballade „Heulen nach Athen“ lud die Band zum „Weltuntergangsfestival“ und Trompeter Johann Öttl legte ein Solo hin, das seine Lippen mindestens so brennen ließ wie die Herzen der Zuhörer. Ihre ganz andere Seite zeigten die Musiker bei einer Freestyle-Einlage. Vom Publikum kamen die Textfragmente „What the fuck“ und „Weinmix“ sowie die Stilvorgabe Metal. Statt in angekündigten 30 Sekunden bewies die Band in über vier fetzigen Minuten, in denen sie auch auf „Killing in the Name of“ der US-Rocker „Rage Against the Machine“ rekurrierten, dass sie musikalisch wohl (fast) alles beherrschen – und ihnen nichts zu blöd ist. Diese Eigenschaft wird das Publikum vermissen, falls sich die Band wirklich von den Bühnen verabschiedet.


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