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Reportage aus dem Almtal Center: Noch sind die Mieter in der Warteschleife

Leserartikel Reinhard Ebner, 01.02.2017 06:35

Das Almtal Center in Pettenbach hat bessere Zeiten gesehen – und selbst das ist lang her. Die Mieter aus dem mittelständischen Handel wollen bis zur Sanierung durchhalten. Die Geschäfte gehen nicht schlecht.

  1 / 3   Derzeit ist das Almtal Center noch im Dornröschen-Schlaf. Bald aber soll es erwachen: Nach der Eröffnung des Kindergartens macht der Investor einen Neustart.

Schilder im Ortszentrum weisen den Weg zum „EKZ Almtal Center“. Der Begriff „EKZ“ (Einkaufszentrum) ist hoch gegriffen, gerade angesichts des gegenwärtigen Zustands des Centers. Dabei scheint die Welt auf den ersten Blick in Ordnung: Der Parkplatz vor und neben dem Gebäude ist fast bis auf den letzten Platz besetzt. Mit Deko-Elementen in Kalkgebirgs-Optik, viel Holz und der vergleichsweisen Enge wirkt das Innere zunächst wie eine gemütliche Einkaufshöhle.

Recht bald bemerkt man freilich den beklagenswerten Zustand, in dem sich das Ganze befindet: Der „Fels“ weist faustgröße Löcher auf, Farbe und Verputz blättern von den Wänden. Gleich nach dem Eingang kommt man an drei Leerständen vorüber.

Aber es wird etwas getan: Die Außenfassade im hinteren Teil wird soeben gedämmt. Bald sollen neues Leben und Kinderlachen Einzug halten. Zwei Kindergarten- und Krabbelstuben-Gruppen werden einquartiert. Mit dem Füllen der Leerstände will Investor Alexander Steiner warten, bis die Revitalisierung abgeschlossen ist (Tips berichtete über seine Pläne).

„Ich pinsle über die Schäden drüber“

Froh darüber, dass die Sanierung unter dem neuen Investor endlich angegangen wird, ist Heimo Sauer. Mit seinem „Brillenkistl“ ist er Mieter der ersten Stunde: „Ich bin seit 17 Jahren hier. Seit zehn Jahren wird nichts mehr gemacht. Ich bessere die Schäden vor meinem Geschäft immer wieder mal händisch aus und pinsle drüber.“

Vom vollen Parkplatz solle man sich nicht täuschen lassen: „Das sind hauptsächlich Fremdparker. Die kaufen hier nicht ein, sondern arbeiten im Umfeld.“

„Es ginge auch ohne Spar“

Ums Geschäft fürchtet Sauer dennoch nicht, auch nicht, wenn der Spar an den Kreisverkehr ziehen sollte: „Gerüchteweise interessieren sich auch andere Lebensmittelketten für den Standort. Außerdem bringen der NKD und das Café auch Leute herein.“

Ähnlich sieht das Andreas Pröll. Für den Chef des Fahrrad-Fachgeschäfts im Almtal Center kam ein Umzug ins damals geplante Fachmarktzentrum nie in Frage, schon nicht wegen der „für Pettenbach unüblichen Mietpreise“: „Ich wurde aber auch gar nicht gefragt.“ Frequenz ist für den Sporthändler nebensächlich. „Der Sportkäufer ist ein Zielkäufer. Mir ist wichtig, dass es Parkplätze gibt und dass man mit dem Rad rauskann, um es auszuprobieren.“


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