Wünsche der Bürger für eine mögliche gemeinsame Zukunft
PEUERBACH/BRUCK-WAASEN/STEEGEN/PoLLHAM. Ist in der Region Peuerbach, Bruck-Waasen und Steegen der Weg für eine Zusammenlegung der drei Gemeinden bereits geebnet? Noch ist die Entscheidung nicht gefallen - die Bürger bestimmen erst am 6. November über die Zukunft ihrer Heimatregion - doch schon jetzt wird eifrig an Ideen und Konzepten für eine mögliche gemeinsame Zukunft gearbeitet, die vor allem auf die Wünsche der Bürger eingehen sollen.

Weiterhin „getrennte“ Wege gehen oder doch eine feierliche Hochzeit zelebrieren. Ein „Ja, wir wollen“ der Bürger würde eine gemeinsame Zukunft der Gemeinden Peuerbach, Bruck-Waasen und Steegen bedeuten. Damit daraus keine „Zwangsheirat“, sondern eine harmonische Beziehung wird, laufen seit einigen Monaten in den Lenkungsgruppen die Vorgespräche zu den Vor- und Nachteilen einer Gemeindefusion. „Insgesamt zeigen alle bisherigen Ergebnisse eines auf: die Region Peuerbach hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt, dennoch ist es dringend notwendig sich rechtzeitig Gedanken zu machen und die Zukunft aktiv zu gestalten“, fordert die Lenkungsgruppe mit den Bürgermeistern aller drei Gemeinden an der Spitze. „Die Stimmung in den Gruppen ist durchaus positiv“, erklärt Bürgermeister Peter Sattlberger. Ziel dieser ersten Dialogrunden war vor allem, die Fragen und Erwartungen der Bürger aufzunehmen. So wurde der Wunsch nach einem gemeinsamen Betriebsbaugebiet laut, um Arbeitsplätze in der wachsenden Region zu schaffen. Der Ausbau der Nahversorgung, eine Höhere Schule, Nächtigungsmöglichkeiten bis hin zum gemeinsamen Breitbandausbau stehen ebenfalls auf der Wunschliste. Klar gefordert wurde, dass die Infrastruktur im ganzen Gemeindegebiet gut abgesichert wird. Viele Vorschläge seitens der Bevölkerung liegen auf dem Tisch und sollen in einer künftigen gemeinsamen Region Peuerbach zur Umsetzung gelangen. Ob dies bereits im Herbst der Fall sein wird, dazu meint Sattlberger: „Das ist schwer zu sagen. Gefühlsmäßig geht die Tendenz derzeit eher zum „Ja““, wagt der Bürgermeister einen ersten Blick in die Zukunft. Es komme aber immer darauf an, wo gefragt wird. „Menschen am Land stehen einer Fusion skeptischer gegenüber. Im Zentrum ist man da offener. Es gibt eben eine gewisse Angst der Landbevölkerung, ob danach auch die Randgebiete noch gut bedient werden“, ergänzt Sattlberger und sagt, dass es vor allem darum ginge, dass die Leute das Thema emotional mittragen können. Befürchtungen von Seiten der Bürger wurden im Vorfeld auch zum Thema Vereine laut. Im Juni kam es zu Gesprächen mit den Freiwilligen Feuerwehren, wobei klar wurde, dass eine Zusammenlegung keine Nachteile für die Feuerwehren bringe. Standorte, Gerätschaft und Fahrzeugausstattung sind auf Basis der neuen Feuerwehrausrüstungs- und Planungsverordnung in Kombination mit einer Gefahrenabwehr- und Entwicklungsplanung gesichert. Ebenso hätte die Fusion keine Auswirkung auf die drei Jagdgebiete, diese würden auch weiter bestehen bleiben. Die Bevölkerung erwarte bei einer Fusion zudem, dass die Schulen und die Kindergärten wie bisher erhalten bleiben. Auch alle Vereinsförderungen würden bleiben. Insgesamt ergibt sich für die Lenkungsgruppe aus den bisherigen Diskussionen mehrheitlich die Meinung: Eine Fusion bringt mehr Vorteile als Nachteile.
Keine Gemeinde unter 1000 Einwohner
Nicht nur die Region rund um Peuerbach beschäftigt derzeit das Thema der Zusammenlegung. Auch in Pollham ist eine mögliche Fusion mit Gemeinden wie Tollet oder Grieskirchen in Zukunft nicht ausgeschlossen. Ginge es nach den Forderungen von Landesrat Elmar Podgorschek, soll es keine Gemeinde mehr unter 1000 Einwohner geben. Dies würde auch Pollham (974 Einwohner, Stand per 1. Jänner 2016) betreffen. ÖVP-Obmann Manuel Lechleitner nimmt dazu in der aktuellen Gemeindezeitung Stellung. Mehr Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden ist für Lechleitner sinnvoll. Von Zwangsfusionen hält er hingegen nichts. Zudem seien für Lechleitner Überlegungen von Gemeindezusammenlegungen, wie es in der Region Peuerbach aktuell der Fall ist, nur eine langfristige These, denn dort arbeite man ja bereits seit Jahrzehnten eng zusammen. „Pollham ist noch sehr eigenständig. Das gewachsene System in den Ortschaften kann nicht so einfach umgebrochen werden. Pollham liegt zwar innerhalb der kritischen Grenze von zirka 1000 Einwohnern. Wir sind strukturschwach, haben fast keine Firmen, aber wir sind eine attraktive Wohngemeinde. Wir leben von den fixen Zuwendungen vom Land“, erklärt der ÖVP-Obmann gegenüber Tips. Deshalb sei es laut Lechleitner wichtig, sorgsam mit den vorhandenen Geldmitteln umzugehen und mit Gemeinden wie Tollet, Grieskirchen, Schlüsslberg oder auch St. Georgen zusammenzuarbeiten, wo es Sinn macht. „Wir versuchen positive Effekte mit den Nachbargemeinden zu nutzen wie bei dem Projekt „Gesunde Gemeinde“, hier schaffen wir gemeinsam viel mehr, als wenn jeder für sich arbeitet. Auch bei der Schneeräumung wird bereits kooperiert“, erklärt Lechleitner, „diese wertvolle Zusammenarbeit und die Nachbarschaftspflege sollen aufrecht erhalten werden“. Sein Wunsch für die Gemeinde Pollham: „Wir werden weiter neue Ideen umsetzen, damit wir alle Freude haben, hier zu leben, weiter Menschen zuziehen und wir so bald locker über 1000 Einwohner haben“, sagt Manuel Lechleitner schmunzelnd.
UMFRAGE
64% sehen Fusion positiv
20% sehen Fusion negativ
9% sind unentschlossen
7% haben keine Meinung
Das Ergebnis ergibt sich aus 174 Fragebögen, 66 aus Bruck-Waasen, 62 aus Peuerbach und 40 aus Steegen, sechs Fragebögen ohne Ortsangabe.
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