„Ich wäre unter der Erde, wenn es diese Versorgung nicht gegeben hätte“
PEUERBACH. Eigentlich hätte Josef Entholzer am diesem Septembertag im Jahr 1983 seinen freien Tag gehabt. Um vier Uhr morgens läutete das Telefon mit der Bitte seines Arbeitgebers, ob er nicht für einen kranken Kollegen einspringen könne. Entholzer, damals als Verschieber bei den Österreichischen Bundesbahnen tätig, sagte zu, ohne zu ahnen, dass dies sein Leben auf drastische Weise verändern würde.

Es war ein Routinevorgang im Arbeitsalltag des Peuerbachers, ein Waggon sollte an die Lok angehängt werden. Doch dann passierte es: Entholzer rutschte aus und kam unter den Zug. „Ich habe gehört wie es in meiner Wirbelsäule gekracht hat“, schildert der heute 58-Jährige im Gespräch mit Tips. Eine Stunde hätte es gedauert bis man den Peuerbacher unter dem Waggon hervorholen konnte. Die Folge: der vierte und fünfte Halswirbel und der gesamte Lendenwirbel waren gebrochen. Durch die schweren innerlichen Verletzungen stand es nicht gut um das Leben des damals 24-Jährigen. „Zu meiner Frau haben sie gesagt, dass es durch die schweren Verletzungen nur eine Frage der Zeit sei. Ich würde das nicht überleben“, erzählt Entholzer. Doch der Peuerbacher überstand seinen Unfall, lag sieben Monate auf der Intensivstation, war danach ein Jahr auf Reha. Nach dem Unfall im September kam im Mai seine Tochter zur Welt. „Da habe ich das erste Mal heimfahren dürfen, das gab mir Auftrieb“, erinnert sich der 58-Jährige.
Wieder Teil des sozialen Lebens
Für ihn ist klar: „Ich wäre wohl unter der Erde, wenn es diese Gesundheitsversorgung nicht gegeben hätte“. Deshalb ist für den Peuerbacher auch vollkommen unverständlich, dass man die Leistungen der Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) einschränken will. (FPÖ-Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein hatte von der AUVA 500 Millionen Euro an Einsparungen verlangt und die Auflösung der AUVA in den Raum gestellt, Anm.). „Es ist so wichtig, dass man die Sicherheit hat, dass man behandelt wird und nicht dafür zahlen muss. Man könnte sich die Behandlung nicht leisten“, stellt Entholzer klar. Nach seinem Unfall konnte der Peuerbacher eine Umschulung machen und arbeitete am Bahnhof Neumarkt/Kallham in der Verwaltung. „Es war sehr wichtig für mich wieder arbeiten zu können um wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden zu können“.
Erfolgreicher Sportler
Und auch sportlich feierte der Peuerbacher Erfolge. Im Tischtennis schaffte es der Rollstuhlfahrer ins Nationalteam, wurde Vizeeuropameister und Vierter bei den Weltmeisterschaften. Für ihn war wichtig, trotz seiner Einschränkungen Teil des sozialen Lebens zu sein, wieder eingegliedert zu werden und sich auch auf das Gesundheitssystem verlassen zu können, denn: „es kann jeden treffen“.


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