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PINSDORF. Weil das Finanzamt seine Gemeinnützigkeit anzweifelt, soll der Verein Lesewelt Pinsdorf 1.900 Euro an Steuern nachzahlen. Obmann Peter Kaiser kämpft dagegen an – und hat in den Neos OÖ einen Verbündeten gefunden.

V.l.: Peter Kaiser (Obmann Lesewelt), Martin Leibetseder (NEOS) und Steuerberater Hannes Schober Foto: NEOS

Der Verein Lesewelt Pinsdorf hat es sich seit mehreren Jahren zur Aufgabe gemacht, eine Brücke zwischen den gehörlosen Menschen der Lebenswelt Pinsdorf und den Pinsdorfer Volksschulkindern zu schlagen. So lernten die Kinder Gebärdensprache und gestalteten gemeinsam mit Lebenswelt-Klienten zwei Kinderbücher in Schrift- und Gebärdensprache. Im Vorjahr erhielt der Verein den Solidaritätspreis der oö. Kirchenzeitung.

Nun zweifelt das Finanzamt die Gemeinnützigkeit jedoch an und fordert 1.900 Euro an Gewinnsteuer, rückwirkend für die vergangenen fünf Jahre. Viel Geld für das engagierte ehrenamtliche Team rund um Peter Kaiser. Der Scharnsteiner Steuerberater Hannes Schober vertritt den Verein aus persönlicher Überzeugung zu einem Bruchteil der tatsächlichen Kosten und unterstützt ihn auch bei der Berufung vor dem Bundesfinanzgericht Linz.

„Willkürliches Vorgehen“

Auch die Neos OÖ haben den Fall aufgegriffen: Sie sehen ein „willkürliches Vorgehen der Finanz“. Zudem würde bei kleinen ehrenamtlichen Vereinen jeder Euro hinterfragt, während die „dicken parteinahen Fische“ unbehelligt Millionengewinne machen, kritisiert Neos-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn. Als Beispiel nennt er die WIFI Gmbh. Trotz Millionengewinnen in den vergangenen Jahren werde hier die Gemeinnützigkeit nicht angezweifelt.

Hohe Kosten für Einsprüche

Zudem seien die Kosten, einen derartigen Bescheid zu bekämpfen für viele Vereine unfinanzierbar hoch: Im Fall der Lesewelt wären für die Bekämpfung der 1.900 Euro hohen Forderung – ohne das Entgegenkommen von Hannes Schober – bisher allein 6.000 Euro an Steuerberatungskosten angelaufen.


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