Auch wenn in Pötting die Straße nun nicht mehr „endet“ – Umfahrung derzeit kein Thema
PÖTTING. „Vorsicht! Ende der Straße“ – diese Aufschrift auf einem orange-leuchtenden Schild warnte bis vor kurzem die Autofahrer in Pötting vor einer gefährlichen T-Kreuzung, die zugleich das Ende der ausgebauten Umfahrung markierte. Die Zusatzinfo wurde nun vom Land Oberösterreich abgeschraubt. Der Grund: Das Schild sei überflüssig. In ähnlicher Weise gelte dies auch für die geplante Umfahrung.

Bei Nebel und schlechter Sicht seien Autofahrer oft von der Pöttinger T-Kreuzung überrascht worden und im angrenzenden Feld gelandet, erzählt Bürgermeister Peter Oberlehner. Daraufhin hätte man in der Gemeinde veranlasst ein Warnschild mit der Information „Vorsicht! Ende der Straße“ aufzustellen. Durch Tips-Recherchen wurde das Land Oberösterreich auf das Schild aufmerksam und ließ es prompt wieder abbauen. Die Fachabteilung für Verkehr bezeichnete diese Zusatzinformation als überflüssig, heißt es aus dem Büro des Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner.
Keine Bedenken
Es sei eine ganz normale T-Kreuzung, da gäbe es keine Bedenken, denn die Lenker würden schon wissen, wie sie mit dieser Verkehrssituation umgehen müssten. Anstatt der Zusatzinformation „Ende der Straße“ zeigt das Verkehrsschild nun nur noch den Hinweis „Vorsicht, Kreuzung“ an.
Umfahrung derzeit kein Thema
Der ursprüngliche Grund für das Anbringen des Schildes war, dass die Umfahrung an dieser Stelle mit einer T-Kreuzung endet. Diese wird auch weiterhin hier enden, denn auch wenn der Verkehr in Pötting nicht stillstehe, das geplante Umfahrungsprojekt tut es auf jeden Fall. Was 2015 noch eifrig geplant und kurz vor der Umsetzung stand, sogar einem politischen Versprechen gleichkam, liegt nun auf Eis. Unter Landesrat Günther Steinkellner wurde ein neues Bewertungsmodell für Umfahrungen entwickelt. Dieses hätte ergeben, dass die Umfahrung nun nicht mehr dringend sei. Ob die Straße – die Kosten der Umfahrung L1200 Pötting hätten laut Steinkellner 6,1 Mio. Euro betragen – nun erst in fünf, zehn oder 20 Jahren weitergebaut wird, wisse man nicht, es sei aber möglich, heißt es aus dem Büro des Infrastrukturlandesrat.
Erster Abschnitt fertig
Am Projekt hätte im 4. Quartal 2016 weitergearbeitet werden sollen. Der erste Abschnitt, das 700 Meter lange Baulos Ragering, wurde 2014 realisiert. Damals ging man noch von einer Fertigstellung der gesamten Umfahrung aus. „Wir versuchen es fair und nüchtern zu betrachten“, erklärt Bürgermeister Peter Oberlehner.
Evaluierung fiel negativ aus
Nachdem eine Peuerbacher Spedition ihren Betrieb umgestellt und nun weniger Lastwägen durch Pötting fahren würden, hätte der Bau der Umfahrung an Dringlichkeit verloren. Zudem sei bei der Evaluierung herausgekommen, dass das Wirkungsziel der Entlastung für die Bevölkerung zu einem Großteil nicht verbessert werden könne, so Steinkellner. Ebenfalls sei keine Unfallhäufungsstelle gegeben und auch auf die Fußgänger hätte die Umfahrung keine Auswirkung. Selbige hätte laut Steinkellner auch keine Verbesserungen der Verkehrssicherheit zur Folge. Laut dem Infrastrukturlandesrat würden täglich 3500 Kraftfahrzeuge durch Pötting fahren. Der Schwerverkehrsanteil daran liegt bei zwölf Prozent.
Umfahrung hätte emotionale Wirkung
Bürgermeister Peter Oberlehner verstehe viele Faktoren für die Verschiebung des Projekts, dennoch hätte „die Umfahrung auch eine emotionale Wirkung für Pötting und die Gemeinden im Norden“ und würde auch wirtschaftliche Auswirkungen haben. Die gefühlte Zeitersparnis für die Verkehrsteilnehmer sei dabei ein großes Thema. Oberlehner möchte sich gemeinsam mit der Wirtschaft und den Nachbargemeinden für eine Weiterverfolgung der Umfahrung einsetzen. „Vielleicht könne auch eine abgespeckte, günstigere Version erreicht werden, denn nun haben wir eine Straße, die mittendrin aufhört“, so Oberlehner.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden