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Pollhamer hat sich die Rettung des Streuobst zum Ziel gesetzt

Sabrina Lang, 29.04.2020 10:50

POLLHAM/GRIESKIRCHEN. Dem Streuobst - oft schon in Vergessenheit geraten und nur mit wenig Aufmerksamkeit gesegnet - will der Pollhamer Christoph Mader wieder eine Bühne geben und damit ein Stück kulturellen und ökosozialen Wert erhalten. Für dieses Vorhaben leitet er seit März das Projekt „Initiative Streuobst“. Dieses wird im Rahmen der Leader-Region Mostlandl-Hausruck umgesetzt.

Christoph Mader aus Pollham leitet die „Initiative Streuobst“. Foto: privat
Christoph Mader aus Pollham leitet die „Initiative Streuobst“. Foto: privat

Mit der Bewirtschaftung der Obstflächen am elterlichen Betrieb, deren Weiterverarbeitung zu Most und seinem Studium an der Universität für Bodenkultur in Wien wurde bei Christoph Mader die Leidenschaft für Streuobst geweckt. „Die Erhaltung von Streuobstflächen ist aus mehreren Gründen wünschenswert und erstrebenswert. Der kulturelle und ökosoziale Wert dieser stark gefährdeten Landschaftselemente ist monetär nicht zu beziffern. Dennoch gilt es diese langfristig zu erhalten und wieder zu steigern. Um die landschaftsgestalterischen, ökologischen und auch traditionellen Aspekte des Streuobstbaus auch für die nachfolgenden Generationen aufrecht zu erhalten müssen wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen“, so der Pollhamer über seine Motivation hinter der Initiative. Streuobstbestände bieten eine Vielzahl an positiven Effekten. Sie beherbergen eine enorme Zahl an Insekten, Kleinsäugern und Vögeln. Das Streuobst trage laut Mader auch wesentlich zu Erosionsschutz, Grundwasserschutz und Klimaschutz bei. Durch den stetigen Rückgang der Bestände verliert man deren positive Effekte.

„Das ist etwas faul“

Warum das Streuobst in der heutigen Gesellschaft nicht mehr so viel Anerkennung erhält, erklärt sich Mader so: „Wenn man das Obst nicht selbst veredelt und mit den Produkten einen guten Absatzpreis erzielen kann, zahlt es sich finanziell einfach nicht mehr aus sich um das Obst aus Streuobstwirtschaftsweise zu bücken. Die Preise am Markt sind im Keller. Große Betriebe kaufen Obst aus anderen Ländern zu, während es bei uns am Boden verfault. Da ist doch was faul“.

Von Schnittkurs bis Yoga

Damit Streuobst wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen gelangt, hat sich Mader zum Ziel gesetzt verschiedene Projekte umzusetzen. Diese sollen einen Beitrag zur Erhaltung und Nutzung der Obstbäume leisten. Dazu zählen Baumschnittkurse, Veredelungskurse sowie Vorträge und auch Yoga-Stunden mitten in Obstplantagen sollen realisiert werden

Förderung der regionalen Wirtschaft

Durch den Kauf von Streuobst-Produkten könne man die regionalen Wirtschafts- und Produktionskreisläufe fördern. „Die Wertschöpfung würde dadurch zu 100 Prozent in der Region bleiben. Obst wächst hier, wird in lokalen Presseinrichtungen gepresst und das fertige Produkt in der Region verkauft“, erklärt Mader.<


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