Starkregen: Vorwürfe an Mais-Bauern
PREGARTEN/BEZIRK. Aufgeheizt haben die Starkregen-Ereignisse der Sommermonate die Stimmung vieler von den Unwetterfolgen Betroffener. Vorwürfe wurden laut, dass der Maisanbau mit Schuld daran sei, dass so viele Gebäude in Schlamm und schmutzigen Fluten „abgesoffen“ sind. Vorwürfe, die Pregartens Bauernbund-Obmann Stefan Walch so nicht stehen lassen will.

„Der Maisanbau ist in unserer Region offenbar durch den auffallenden Transport von Maissilage von weiter entfernten Gemeinden nach Gutau in die Biogasanlage in ein schiefes Licht geraten“, mutmaßt Walch. In seiner Heimatgemeinde selbst sei von großflächigem Maisanbau keine Rede. Nur sechs Prozent oder 40 Hektar des 670 Hektar großen Einzugsgebiets des Burbachs, das am 25. Juli von extremem Starkregen heimgesucht worden war, seien mit Mais bebaut. „Innerhalb von 45 Minuten fielen pro Quadratmeter 50 Liter Regen auf wassergesättigten Boden, auf die 670 Hektar ergibt dies 335.000 Kubikmeter Wasser, die in kürzester Zeit über den Burbach abflossen“, rechnet der Bauernbundobmann vor. Damit könnte man ein Schwimmbecken mit den Maßen 6x3x1,5 Meter 12.500 Mal füllen.
Eine solche Wassermenge könnten auch anderweitig bebaute Flächen nicht mehr aufnehmen, bestätigt Franz Xaver Hölzl, Bodenschutzberater der OÖ Landwirtschaftskammer und Bürgermeister von Weitersfelden.
Nicht immer Mais Schuld
„Anschuldigungen muss man sich immer im Einzelfall anschauen. Es kommt auf die Bodenbeschaffenheit und andere Umstände an. Nicht immer ist nur der Maisanbau Schuld, dass es bei Starkregen die obere Bodenschicht wegschwemmt“, weiß der Fachmann. Es gebe einfache und effiziente Maßnahmen, um eine Ausschwemmung von Maisfeldern zu verhindern. „Organische Masse auftragen, Stroh am Feld lassen, keine Fahrspuren in Hangfalllinie machen, Schlagteilung, also kleinere Flächen bebauen und vor allem Zwischenfrüchte säen, abfrieren lassen und im Frühling einarbeiten“, zählt Hölzl auf. Gemeinsam mit seinen Kollegen ist er oft unterwegs, um Bauern, aber auch Gemeinden, in Sachen Erosionsschutz zu beraten. „Es sind viele Maßnahmen möglich, dass eine Gemeinde mit der Landwirtschaft das Risiko minimiert. Und es ist auf jeden Fall besser, vorher ein paar Euro in die Hand zu nehmen, als nachher die Unwetterfolgen aufräumen zu müssen“, meint er. Mehr darüber in der nächsten Ausgabe von Tips.


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