Johannes Keferböck holt sich Rallye-Vizestaatsmeistertitel
PREGARTEN. Johannes Keferböck hat es geschafft: Mit einem dritten Platz bei der Niederösterreich-Rallye kürte er sich zum Vizestaatsmeister. Mit Ilka Minor im Eurosol Racing Skoda Fabia R5 konnte er seinen direkten Kontrahenten nach einer Aufholjagd kontrollieren.

„Wir haben heuer ein kleines Mühlviertler Märchen geschrieben: Sieg bei der Jännerrallye, Platz zwei bei der Mühlstein-Rallye, Platz drei beim ORM-Finale und wir sind Vizestaatsmeister!“, jubelte ein erleichterter Johannes Keferböck, nachdem er das große Duell um den Vizestaatsmeistertitel für sich entscheiden konnte. Ein Duell, das bis zum letzten Meter geführt wurde.
Dabei begann das Grande Finale der heimischen Rallye Staatsmeisterschaft im Rahmen der Niederösterreich-Rallye für Johannes Keferböck und seine WM-erprobte Copilotin Ilka Minor mit gefühlt wohl ewig dauernden 31 Sekunden Stillstand.
31 Sekunden Stillstand
In einem Abzweig bremste Keferböck auf dem am Freitagabend gefahrenen Rundkurs Bergland etwas zu spät, der Skoda Fabia R5 drehte sich, rutschte mit dem Heck voran von der Strecke, der Motor starb ab. Keferböck erzählt: „Wir sind 31 Sekunden lang gestanden – insgesamt haben wir rund 40 Sekunden eingebüßt, denn du brauchst auch eine gewisse Zeit, bis du wieder im Flow bist. Im Kopf habe ich bereits die Flinte ins Korn geworfen, habe gedacht, dass ich es vergeigt habe. Ich tat mir schwer, meinen Fehler zu akzeptieren.“
Zugute kam Johannes Keferböck in dieser schwierigen Situation seine Copilotin Ilka Minor, die mit mehr als 100 WM-Rallyes und mindestens nochmal so vielen nationalen Läufen über einen unbezahlbaren Erfahrungsschatz verfügt und die Höhen und Tiefen dieses Sports genau kennt. „Ilka hat mich gut aus dem Tief herausgeholt – wir haben einen Plan B angelegt, wollten am Samstagvormittag pro Sonderprüfung zwischen acht und zehn Sekunden gutmachen, um mittags vor unserem Titel-Kontrahenten Gerhard Aigner zu liegen. Dabei wollten wir aber vor allem Spaß am Fahren haben, was uns auch gelungen ist. Vor SP6 galt es dann, den Ungarn Jozsef Trencsenyi zu überholen – auch das ist uns gelungen.“
Vorgekämpft von Platz 7 auf Platz 3
So haben sich Keferböck/Minor in ihrem vom Eurosol Racing Team eingesetzten Skoda Fabia R5 an diesem Samstag sukzessive vorgekämpft – von Platz sieben auf Platz drei.
Dann kam die Powerstage, welche bei der Niederösterreich-Rallye auf der vorletzten Prüfung ausgefahren wurde. „Wir wollten dort einen Zusatzpunkt erobern – doch in einer Kurve flogen wir beinahe von der Strecke, was uns wiederum zehn Sekunden gekostet hat“, sagt Keferböck. So ging der Zusatzpunkt ausgerechnet an den Titelkontrahenten. Doch die Tatsache, dass Keferböck/Minor auf Platz drei lagen und Aigner/Hübler auf Platz fünf, sorgte dafür, dass beide Duos je 95 Punkte aufweisen – und in diesem Fall liegt jener Pilot vorne, der die meisten Siege in der Saison erringen konnte. So profitiert Johannes Keferböck noch einmal von seinem tollen Sieg bei der Jännerrallye, der das Mühlviertler Märchen ausgelöst hatte.
Noch war der Titel aber nicht in „trockenen Tüchern“ - denn die letzte Sonderprüfung stand noch auf dem Programm: „Wir lagen 16,9 Sekunden vor Trencsenyi und wussten, dass wir unsere Platzierung halten können, wenn wir uns keine Fehler mehr leisten. Trotzdem war es eine meiner schwierigsten Sonderprüfungen – denn du schaust auf jeden Stein, du konzentrierst dich darauf, Dinge zu vermeiden, um nur ja keinen Reifenschaden zu provozieren. Im Ziel der Prüfung war ich dann naturgemäß erleichtert.“
Sich getraut & cool gemeistert
Johannes Keferböck kann zurecht stolz sein auf diesen Vizestaatsmeistertitel – er hat sich aus seiner „Komfortzone“, der Jännerrallye, dem „Jännerrallye only-Modus“ herausgetraut und sein Umfeld optimiert: Ilka Minor wurde an Bord geholt, das Eurosol Racing Team wurde als Einsatzteam auserkoren und schließlich fand er im Skoda Fabia R5 das am besten zu ihm passende Fahrzeug. Dabei blieb er auch.
Beim spannenden, mitunter auch nervenaufreibenden Finale war diese Stabilität sicher mit ein Faktor, der zum totalen Erfolg führte. Johannes Keferböck bedankte sich auf Facebook aber auch bei jenem Beifahrer, der mit ihm den wichtigen Jännerrallye-Sieg einfuhr: Hannes Gründlinger.
Gutes Zeugnis von Co-Pilotin
Ilka Minor stellt ihrem Piloten ein ausgezeichnetes Jahreszeugnis aus: „Johannes hat die Aufgabe cool gemeistert. Er hat sich im Laufe der Saison kontinuierlich gesteigert und ist merklich besser geworden. Er hat sich beim Aufschrieb komplett neu aufgestellt und sich darauf eingelassen, wirklich nach Schrieb zu fahren. Johannes wird auch ganz sicher nicht stehenbleiben, denn seine Performance ist immer noch ausbaufähig.“
Abschließend erklärt Keferböck: „Ich bin rundum glücklich, dass wir unser gestecktes Ziel erreicht haben – und das in einem Lernjahr! Ich habe auch hier bei der Niederösterreich-Rallye wieder einiges dazugelernt. Ich möchte mich nochmal bei all unseren Sponsoren und Unterstützern bedanken, bei Ilka Minor, beim Eurosol Racing Team, bei Skoda und bei meiner Familie. Jetzt freue ich mich auf die kommende Saison.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden