„Verkehrsinsel Hasenufer“ – eine Bürgerinitiative gegen aktuelle Pläne der Umfahrung Haid
PUCKING/ANSFELDEN. Nach der Präsentation für die Umfahrung Haid am 2. Oktober im Puckinger Spektrum fühlt sich die 450-Einwohner-Ortschaft im Stich gelassen. Nachdem die Puckinger von Bürgermeister Robert Aflenzer über die Pläne informiert wurden, bildete sich eine überparteiliche Bürgerinitiative.

Hasenufer ist von Verkehr umgeben. Im Süden verläuft die A1, im Westen grenzt die A25 direkt an die Siedlung. Durch das Ortsgebiet verläuft die Traunufer Landesstraße (L563) und im Norden ist der Flughafen Linz-Hörsching. Nun soll im Osten die neue Trasse der B139 samt Autobahnanschluss gebaut werden. Die Sprecher von „Verkehrsinsel Hasenufer“ bekennen sich zur Entwicklung der Region und sind sehr wohl der Meinung, dass die derzeitige B139 samt der provisorischen Autobahnauffahrten nicht mehr ausreichend ist und so auch eine Verlängerung der Straßenbahn nach Nettingsdorf möglich gemacht wird.
Sie wehren sich dagegen, als Verhinderer zu gelten, die Bekanntgabe der ersten Details ist für die Bevölkerung von Hasenufer jedoch ein Schlag ins Gesicht. Ungeachtet der Möglichkeiten neuer Arbeitsplätze und Einnahmen für Pucking sind sie über die vorgesehenen Schutzmaßnahmen enttäuscht und verärgert.
Lärmschutz zentrales Thema
Auf der Fläche der geplanten neuen Straßenteile befinden sich derzeit Äcker und Grünland. Durch die Errichtung der neuen, zehn Meter hohen Rampen und einer Brücke über die Autobahn wird sich das Verkehrsaufkommen laut offiziellem Gutachten nicht nur auf 20.800 Fahrzeuge erhöhen, die Trasse wird somit auch massiv an die bereits bestehende Siedlung herangeführt. Der damit verbundene Lärm muss laut den Hasenufnern unbedingt berücksichtigt werden.
Im Gegensatz zur Ansfeldner Seite ist nur auf einem schmalen Stück eine Lärmschutzwand vorgesehen, bei den Auffahrtsrampen auf Puckinger Seite wird laut aktuellen Planungen komplett darauf verzichtet. Hier fordert die überparteiliche Bürgerinitiative vehement Nachbesserungen vom Land und der Asfinag: „Im Osten des neuen Straßenabschnittes wurde ein Erdwall errichtet, der die Bewohner von Haid/Ansfelden vor Lärm schützt. Im Westen sind keine Maßnahmen vorgesehen, so würde sich dort der Verkehrslärm ungehindert nach Hasenufer ausbreiten.“
LKW-Fahrverbot gefordert
Ein weiterer wichtiger Punkt für die Bevölkerung von Hasenufer ist die Verhinderung von Mautflüchtlingen, also Schwerverkehr durch das Gemeindegebiet von Pucking. Weil sich die Autobahnauffahrten in Haid und Weißkirchen sowie Allhaming in unmittelbarer Nähe befinden, wird es als unverständlich erachtet, wieso auch nur ein LKW, der sein Ziel nicht in Pucking selbst hat, hier überhaupt durchfahren soll.
„Es führen sowohl die A25 als auch die A1 parallel zur L563. Bedingt durch die nahen Anschlussstellen ist eine Durchfahrt über die L563 – und somit auch durch Hasenufer – nicht notwendig“, argumentieren die Sprecher der Bürgerinitiative.
Unterschriften gesammelt
Die Bürgerinitiative steht mit ihrer Forderung nach mehr Schutzmaßnahmen aber nicht alleine da. Auch im Gemeinderat von Pucking wurde eine Resolution einstimmig beschlossen, die eine Erhöhung der Lärmschutzmaßnahmen fordert. „Wir müssen schauen, dass hier noch gewisse Nachbesserungen erfolgen“, sagt Bürgermeister Robert Aflenzer.
„Bisher waren unsere Wünsche im Gespräch mit dem Land nicht immer berücksichtigt worden.“ Die Bürgerinitiative „Verkehrsinsel Hasenufer“ war jedenfalls nicht untätig. Eine Resolution mit 320 Unterschriften (bei 450 Einwohnern) wurde an Verkehrslandesrat Günther Steinkellner, das Infrastrukturministerium und die Asfinag geschickt.
„Wir sind zuversichtlich, dass es hier noch Nachbesserungen geben wird. Positiv stimmt mich auch, dass uns die Gemeinde unterstützt und jede Partei mit dabei ist“, so Rupert Trinkbauer, einer der Initiatoren der Bürgerinitiative.


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