Quentin, der Mitschüler mit der kalten Schnauze
PYHRA. Die Schüler der Mehrstufenklasse der Volksschule Pyhra haben seit Herbst einen außergewöhnlichen, vierbeinigen „Mitschüler“, den sie bereits sehr ins Herz geschlossen haben. Der Schulhund Quentin, ein fünfjähriger Labrador-Mischling, stattet ihnen regelmäßig montags und freitags während des Vormittagsunterrichts einen Besuch ab.

Quentin absolvierte die Therapie- und Schulhundeausbildung beim Verein der Rettungshunde Niederösterreich. „Ich merke, dass die Kinder entspannter sind, wenn Quentin in der Klasse ist. Wenn sie aufgeregt sind und nicht gut mitarbeiten, können sie den Hund streicheln. Das ist beruhigend und hilft ihnen, sich besser zu konzentrieren“, sagt Klassenlehrerin Andrea Fischer, die gleichzeitig das Frauchen von Quentin ist.
Auch im Turnsaal dabei
Der sanftmütige Rüde nimmt auch an Bewegungsübungen teil, bei denen er auf Kommando beispielsweise Fragekärtchen unter den Schülern oder Kärtchen zum Einmaleins-Lernen austeilt. Auch im Turnsaal ist Quentin dabei, wo ihn die Kinder führen und ihm Kommandos geben dürfen. Wird es ihm zu viel, gibt es in der Klasse einen eigenen Bereich, in den er sich zurückziehen kann.
Wesenstest war notwendig
Da nicht jeder Hund dafür geeignet ist, von vielen fremden Kindern umgeben zu sein, muss ein Schulhund wie Quentin mehrere Kriterien erfüllen. So musste er sich vor der Therapiehundeausbildung einem von Experten durchgeführten Wesenstest unterziehen. Zusätzlich dazu war die Zustimmung des Landesschulrats, von Direktorin Eva Weiländer und den Eltern notwendig. Quentin konnte alle Herausforderungen meistern.
Kinder lernen das Verhalten der Hunde zu deuten
„Ich höre immer wieder von den Eltern, dass die Kinder lieber in die Schule kommen, wenn Quentin da ist“, erzählt Fischer, für die ihr Hund einen sehr großen pädagogischen Nutzen hat. „Wir haben Hunderegeln an der Wand aufgehängt, damit die Kinder den richtigen Umgang mit Quentin lernen. Im Gegensatz dazu lernen sie aber auch, wie mit fremden Hunden umgegangen werden muss und wie man das Verhalten eines Hundes deutet, damit es nicht zu Zwischenfällen kommt“, so Fischer.
Interview mit Quentin:
Tips:Quentin, wie sehr gefällt es dir, wenn dich dein Frauchen mit an die VS Pyhra nimmt?
Quentin: Es gefällt mir hier sehr gut. Die Kinder und ich haben sehr viel Spaß miteinander. Es kann aber auch manchmal etwas anstrengend sein.
Tips:Welche Voraussetzungen muss ein Schulhund erfüllen?
Quentin: Es ist sicherlich nicht jeder Hund dafür geeignet, als Schulhund den Unterricht mit den Kindern zu verbringen. Eine Ausbildung und ein sanftes Gemüt sind daher sehr wichtig.
Tips:Welche Momente in der Schule sind dir am liebsten?
Quentin: Das sind ganz klar die Bewegungsspiele, weil ich da meine Tricks herzeigen kann und ich dafür von meinem Frauchen Leckerlis bekomme. Schön ist auch, wenn ich mich in meinen Ruhebereich zurückziehen und kurz verschnaufen kann.
Tips:Gibt es auch Momente für dich, die nicht so schön sind?
Quentin: Natürlich, zum Beispiel wenn die Kinder sehr nervös sind vor Tests oder Schularbeiten. Ich versuche dann sie aufzumuntern und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Das gelingt mir so gut wie immer.


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