Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

RAINBACH. Mit einem lang gezogenen „Jööh“ bringt Franz Stumbauer seine Norikerstute zum Stehen. Die starke Liesl hat soeben einen mächtigen Baumstamm zur Forststraße mitten im Wald der Agrargemeinschaft Zulissen gezogen. Ihr Besitzer ist einer der letzten im Bezirk, die mit Rückepferden „ins Holz“ gehen.

Franz Stumbauer und seine Norikerstute sind ein eingespieltes Team. Alle Fotos: Überegger
  1 / 6   Franz Stumbauer und seine Norikerstute sind ein eingespieltes Team. Alle Fotos: Überegger

Franz Stumbauer macht den Baumstamm los, Liesl dreht sich wieder Richtung Wald um und auf das „Wüah!“ ihres Herren stapft die Norikerstute, mit 17 Jahren im besten Pferdealter, wieder zwischen die Bäume. Die nächsten Stämme warten schon. Jetzt im Winter ist die Hauptarbeitszeit für die Holzrücker. Stumbauer und sein Pferd sind ein eingespieltes Team. Liesl horcht auf“s Wort, bei „hü“ geht sie nach links, bei „hott“ nach rechts, „aber am öftesten sag ich langsamer. Auch wenn es für das Ross mit Schwung leichter ist, wenn“s langsam geht, ist“s schöner arbeiten.“

Jugendtraum erfüllt

Überhaupt findet sich der 60-Jährige fast nichts Schöneres, als mit den Rössern zu werkeln. „Damit habe ich mir einen Jugendtraum erfüllt. Holz rücken, Brennholz und Heu führen, Erdäpfel setzen oder als Kutscher mit der Pferdeeisenbahn in Kerschbaum fahren, das alles macht mir so eine Freude“, sagt der Zulisser, der seit 2015 in Pension ist und damit noch mehr Zeit für die Arbeit mit seinen vierhufigen Mitarbeiterinnen hat. Neben der Liesl gibt“s da nämlich auch noch die Fani, ebenfalls eine Norikerstute.

Immer am Arbeiten

Einfach mit der Kutsche oder dem Schlitten in der Gegend herumfahren, „zweck's der Gaudi“, wird man Franz Stumbauer niemals sehen. „Nie leer fahren“, lautet seine Devise, und so nimmt er auch von der Rückearbeit im Wald gleich einen Berg Reisig zum Adventkranz und Gestecke binden mit heim.

Als Bub mit Großvaters Pferden unterwegs

Schon als kleiner Bub ist Stumbauer immer mit dem Großvater, dem „Sepp“n Bauern“ in Deutsch-Hörschlag, auf dem Pferdewagen mitgefahren. Für viele Arbeiten auf dem Bauernhof wurde das Pferd benötigt, ob zum Ackern oder Heu einfahren. „Da hab ich mir schon immer ausgemalt, wie ich später einmal mit dem eigenen Ross arbeiten werde.“

Berge von Holz gerückt

Doch dann kamen erst mal die Lehre, die Heirat mit Inge, der Hausbau, drei Kinder und ein Job bei der ÖBB. Später ergab es sicher aber, dass der Nachbar in Zulissen die Landwirtschaft aufgab und Stumbauer sein erstes Pferd, einen Haflinger, kaufen und dort unterstellen konnte. „Das habe ich dann angelernt, in dem 35 Hektar großen Wald meines Onkels in Kerschbaum haben wir Berge von Holz gerückt“, erinnert sich Stumbauer. Später kamen noch zwei Noriker dazu. Stumbauer und seine Pferde rücken bei verschiedenen Landwirten Holz, vor allem aber im Wald der Agrargemeinschaft Zulissen.

Eine einzige Augenweide, dieser Wald

„Der ehemalige Obmann und jetzige Förster Franz Kohlberger führt den Forstbetrieb so, dass der Wald ganz wunderbar dasteht. Eine einzige Augenweide ist das“, weist der Holzrücker mit einer weit ausladenden Geste in den zwölf Hektar großen Wald. Ein schöner Mischwald, in dem auf Naturverjüngung gesetzt und mit den Pferden waldschonend gearbeitet wird. Denn ihre Hufe richten im Gegensatz zu Traktoren keinen Schaden an.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Vier neue Lehrlinge für das Gesundheitsresort Bad Zell

Vier neue Lehrlinge für das Gesundheitsresort Bad Zell

BAD ZELL. Mit dem 1. September starteten im Gesundheitsresort Bad Zell drei weitere junge Menschen ihre berufliche Laufbahn. Gemeinsam mit dem ...

Tips - total regionalMag. Michaela Maurer
Weiße Fahne gehisst - Erster Heimhilfe-Lehrgang feiert erfolgreichen Abschluss in Freistadt

Weiße Fahne gehisst - Erster Heimhilfe-Lehrgang feiert erfolgreichen Abschluss in Freistadt

FREISTADT. Ein besonderer Meilenstein wurde für die Ausbildung im Sozialbetreuungsbereich in der Region gesetzt. Der erste Heimhilfe-Lehrgang ...

Tips - total regionalMag. Michaela Maurer
Beauty Day für Waldburger Kinder

"Beauty Day" für Waldburger Kinder

WALDBURG. Bunte Haare, glitzernde Gesichter und strahlende Kinderaugen – das sind die Merkmale der Ferienpassaktion „Beauty Day“, welche ...

Tips - total regionalMag. Michaela Maurer
Windhaag plant neues Musikheim für beide Musikkapellen und Ortsplatz-Neugestaltung 

Windhaag plant neues Musikheim für beide Musikkapellen und Ortsplatz-Neugestaltung 

WINDHAAG. In Windhaag ist die Planungsphase für ein gemeinsames Musikheim der beiden örtlichen Musikvereine gestartet. Als Standort ist das ...

Tips - total regionalMag. Michaela Maurer
Der Bauernhof als Klassenzimmer: Lernen direkt in der Landwirtschaft

Der Bauernhof als Klassenzimmer: Lernen direkt in der Landwirtschaft

BEZIRK freistadt. Was wächst auf Feldern? Wie werden Tiere gehalten? Und wie gelangen Lebensmittel vom Bauernhof auf den Teller? Antworten auf ...

Tips - total regionalRegina Wiesinger
100 Jahre Krah: Ein Jahrhundert Tradition, Genuss und Gastfreundschaft

100 Jahre Krah: Ein Jahrhundert Tradition, Genuss und Gastfreundschaft

KEFERMARKT. Was 1926 mit einer kleinen Bäckerei in Kefermarkt begann, wird heute in vierter Generation weitergeführt. Zum 100-jährigen Bestehen ...

Tips - total regionalAnzeige
Weitere Beiträge