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RAXENDORF. Seit 21. März ist es astronomisch gesehen offiziell – der Frühling ist da. Bienen und ihre Züchter schwärmen wieder aus, um sich an die Arbeit zu machen. Tips stattete Imker Herbert Kolm auf seinem Bienenhof in Moos (Gemeinde Raxendorf) einen Besuch ab.

Imker Herbert Kolm auf seinem Bienenhof in Moos.
Imker Herbert Kolm auf seinem Bienenhof in Moos.

Bereits in der Steinzeit erfreute Honig die Gaumen der Menschen. Lange Zeit war er das einzige Süßungsmittel. Als „Speise der Götter“ wurde Honig im Alten Ägypten angepriesen. Auch Bibel und Koran machen dem Bienenerzeugnis Platz. „Aus ihren Leibern kommt ein Trank, mannigfach an Farbe. Darin ist Heilung für die Menschen“, heißt es in der 16. Sure des Korans. Seit Jahrtausenden ist Honig ein Bestseller. Einzug hielt er nicht nur in antike Schriften, sondern auch in Haushalte. Bis er dort aber ankommt, haben Bienen und Imker einiges zu tun. Für einen Kilo Honig müssen Bienen eine Strecke zurücklegen, die der dreieinhalbfachen Umkreisung der Erde entspricht. Wieviele Schritte ein Imker zurücklegen muss, bleibt ungeklärt.

Die Bienensaison ist eröffnet

„Jetzt geht's wieder los“, freut sich Herbert Kolm über die beginnende Bienensaison. „Der heurige Winter war gut für die Imker, weil es keine Witterungsrückschläge gab“, erzählt Kolm. Unter seiner Aufsicht stehen rund 40 Bienenvölker, die jetzt wieder beginnen zu expandieren. Zwischen 10.000 und 15.000 Bienen zählt ein Bienenvolk im Winter. Im Sommer sind es zwischen 60.000 und 80.000. Die ersten Futterpflanzen im Frühjahr sind für die Honigproduzenten Haselnusssträucher und Salweiden, die landläufig auch als Palmkätzchenbäume bezeichnet werden. „Hier ist die Welt noch in Ordnung“, versichert Kolm auf das immer wieder kolportierte „Bienensterben“ angesprochen. „Die Böden bei uns sind noch nicht so vergiftet, wie in anderen Regionen. Es gibt noch viele Wiesen, auf denen viel blüht“, erklärt Kolm. Beiz- und Spritzmittel können bei Bienen zu einem Orientierungsverlust führen, der ihren Tod zur Folge hat. „Alle können ganz gut leben“, beschreibt der Imker die Beziehung zu den Landwirten. Auf seinem Bienenhof in Moos beherbergt Kolm ein Imkermuseum, das nach telefonischer Voranmeldung besucht werden kann. Seit vielen Jahren gibt der Bienenzüchter sein Wissen auch an Nachwuchsimker und Schluklassen weiter. „Das Interesse ist enorm und hat sich über die Jahre gesteigert“, berichtet Kolm. Der pensionierte Polizist ist mit den geflügelten Insekten aufgewachsen. Bereits sein Vater hatte Bienenstöcke zu Hause. „Den ein oder anderen Stich muss man in Kauf nehmen. Aber damit kann ich leben“, so der Imker über die manchmal schmerzhaften Seiten des ansonsten meist süßen Imkerlebens.


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