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REICHRAMING. Bürgermeister Reinhold Haslinger (SP) sprach mit Tips über Reichramings Besonderheit, was die Gemeinde aktuell und künftig herausfordert und wie er den Sommer verbringt.

Wunderschön in die Natur eingebettet: Reichraming Foto: Gemeinde
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Tips: Herr Bürgermeister, welches wissenswerte Detail über Reichraming ist wenig bekannt?

Reinhold Haslinger: Reichraming hat viel Geschichte zu bieten: Der Ort zählte einst 400 Holzknechte, über 350 Jahre lang dominierte die Messingfabrik das Ortsbild, 400 Jahre gab es bei uns eisenverarbeitende Industrie. Lebensader ist seit jeher der Reichramingbach, über den das Holz aus den Wäldern transportiert wurde. Reichraming kommt vom Slawischen „Rubinica“ und bedeutet „reicher Fischbach“.

Welche Projekte beschäftigen die Gemeinde derzeit?

Wir sind eine Abwanderungsgemeinde. Um eine dauerhafte Ansiedelung anzuregen, möchten wir Familien attraktive Baugründe bieten. Im Gebiet Arzberg sind bereits die Umwidmungen von zwei Flächen mit je zehn bis 15 Parzellen auf den Weg gebracht. Was uns derzeit auch beschäftigt, sind die Schutzmaßnahmen gegen Steinschlag und gegen die Gefahren durch Oberflächenwasser. Geplant sind zudem die Sanierung der Friedhofsmauer und die Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos. Auch den Breitbandausbau müssen wir angehen. Und Gemeindekooperationen sind ein Thema. Mit Großraming und Losenstein finden derzeit etwa Gespräche zum gemeinsamen Kauf einer Klärschlammentwässerungsanlage statt.

Welches dringende Anliegen ist zuletzt verwirklicht worden?

Mit Jahresanfang ging unser Hausarzt Rudolf Leutgeb in Pension. Nach intensiven Bemühungen haben wir Doktor Birgit Zechmeister aus Steyr als Nachfolgerin gewonnen und sind darüber sehr glücklich.

Stichwort Reichraming und der Nationalpark Kalkalpen.

Wir haben mit dem Nationalpark eine großartige Dachmarke und mit dem Hintergebirge und Reichramingbach ein Alleinstellungsmerkmal, das wir nützen müssen. Der Ortsteil Schallau wird von Touristikern als Tor zum Nationalpark bezeichnet. Meine Vision ist es, hier zusammen mit dem Nationalpark eine Art Basislager für die Erkundung des Weltnaturerbes zu entwickeln: ein Hintergebirgscamp, wo man nächtigen kann, geführte Touren für Erholung und Erlebnis losstarten und vieles mehr. Was Reichraming für die Zukunft braucht, sind neue Wertschöpfungsprozesse. Ohne Investoren wird es nicht gehen. Zugleich wollen wir aber nichts zerstören – das Hintergebirge besticht durch seine Urwüchsigkeit. Unser Gesprächsklima mit dem Nationalpark-Direktor ist jedenfalls ein sehr gutes.

Sie sind 72, seit 1997 Bürgermeister. Wie lange stehen Sie für die Politik noch zur Verfügung?

Das lasse ich offen, diese Entscheidung trifft die SPÖ und ich werde sie akzeptieren. Ich möchte für Reichraming etwas weiterbringen.

Was bietet der Sommer in Reichraming für Sie persönlich?

Wohlfühlqualität, am liebsten bin ich wandern im Hintergebirge. Dabei relativiert sich vieles – es geht darum, das zu genießen, was da ist. Und dafür gibt es keinen schöneren Fleck auf der Welt als Reichraming.


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