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BEZIRK RIED. Eine der Branchen, die durch die Corona-Pandemie mit am meisten getroffen wurde, ist die Gastronomie. Nachdem viele Wirte die Zeit mit Abhol- und Lieferservices überbrückt haben, dürfen sie ab 15. Mai nun wieder öffnen, wenn auch unter strengen Auflagen und Vorschriften, wie etwa dem Schließen um 23 Uhr und Mindestabständen. Tips hat sich bei Gastronomen im Bezirk umgehört.

Silvia und Stefan Jetzinger Archivfoto: Wisata
  1 / 4   Silvia und Stefan Jetzinger Archivfoto: Wisata

Mit der Familie Essen gehen, sich gemeinsam am Wirtshaustisch über das Leben freuen und die Sorgen vergessen - der gesellige Alltag stand in den vergangenen Wochen durch die Corona bedingten Maßnahmen still. Am 15. Mai dürfen die Gastro-Betriebe wieder öffnen. Und ab 29. Mai Hotels und Pensionen. Es gelten aber strenge Auflagen: Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für die Kellner ist Pflicht, ein Mindestabstand zwischen den Tischen muss eingehalten werden, im Restaurant dürfen nur gegen Vorreservierung vier Erwachsene plus Kinder (maximal zehn Personen an einem Tisch) Platz nehmen und die Sperrstunde um 23 Uhr ist einheitlich.

Kommt die Öffnung für die Wirte rechtzeitig?

Loryhof: Othmar Zeilinger vom Loryhof in Wippenham blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Wir freuen uns, dass wir aufsperren dürfen. Die Menschen wollen wieder fortgehen und wir haben schon Vorreservierungen. Was die Abstandsregeln betrifft, werden wir jeden zweiten Tisch raus geben, Die Zeit in der wir geschlossen hatten, können wir sicher nicht aufholen. Aber da geht es allen gleich. Wir haben alle in Kurzarbeit geschickt und niemanden gekündigt, damit wir dann wieder voll durchstarten können. Was die Hochzeitsfeiern bei uns betrifft, so sind diese auf die kalte Jahreszeit beziehungsweise ins nächste Frühjahr verschoben. Die heiraten wollen, lassen sich nicht aufhalten.“

Rieder Wirt: Auch Reinhard und Eva Anibas vom Rieder Wirt freuen sich, wenn sie am 15. Mai endlich aufsperren dürfen. „So viele Gastgartentage wie heuer im Frühjahr hatten wir noch nie. Wir hoffen, dass die Leute dann wieder zu uns kommen, denn der Abholservice zu Mittag ist kein Geschäft, wenn ich das Verpackungsmaterial rechne. Wir machen das damit wir im Gespräch bleiben und meine Leute etwas Arbeit haben. Mit den derzeitigen Bestimmungen, was die Tischreglung angeht, sind wir dann zu 50 Prozent ausgelastet. Außerdem fehlt der Barbetrieb, aber da geht es den Nachtlokalbesitzern schlechter, weil die noch gar nicht aufsperren dürfen“, sagt Reinhard Anibas. Er hat seine Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und konnte so jeden Arbeitsplatz erhalten. „Bei uns können die Leute auch ohne Vorreservierung kommen. Warum soll ich einem Arbeiter der Mittag vorbeikommt, kein Essen geben“, ergänzt Anibas.

Weberbräu: “Familiär geht“s uns sehr gut, da wir noch nie so viel Zeit miteinander hatten und diese genießen wir sehr. Wir haben Zuhause ewig Aufgeschobenes erledigt und uns auch Neues für“s Lokal einfallen lassen. Eine neue Bierkarte wurde kreiert und an einer Idee speziell für Kinder wird gerade getüftelt. Im Bezug auf“s Weberbräu ist die Situation, wie für jeden aus der Branche, eine Katastrophe. Diesen wirtschaftlichen Schaden kann man nicht mehr aufholen. Das Jahr hat sensationell begonnen, mit dem Cut am 16. März tut das jedoch nichts mehr zur Sache“, so die beiden Vollblutgastronomen.Was die Wiedereröffnung am 15. Mai anbelangt, sind die beiden zuversichtlich, dass die Innviertler wieder kommen. „Wir freuen uns auf jeden Fall schon mega, wenn wir endlich wieder aufsperren dürfen. Die Tische sind laut Vorgaben gestellt, wir stehen alle in den Startlöchern und alles andere wird sich - hoffentlich positiv- zeigen. Der Abholservice läuft ganz gut und lässt sich in unserem Haus relativ einfach umsetzen. Es ist zumindest eine Möglichkeit einige Mitarbeiter aus der Küche zu beschäftigen. Wirtschaftlich ist es ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ein großes Dankeschön an alle die uns tatkräftig unterstützen“, betonen Silvia und Stefan Jetzinger.

RoomFive: Barbara Mairhofer hat mit Room Five Ende November letzten Jahres die „Alm“ in Mehrnbach übernommen. Wie sie die Krise meistert und sich auf den 15. Mai vorbereitet hat sie Tips erzählt. „Das war finanziell natürlich für uns ein sehr ungünstiger Zeitpunkt, da wir gerade mal dreieinhalb Monate offen hatten. Nachdem wir aber zuvor sehr viele Gäste hatten, konnten wir uns finanziell einen kleinen Polster schaffen. Den Abholservice kann man mit dem normalen Geschäft nicht vergleichen. Wir freuen uns, wenn wir am 15. Mai wieder aufsperren dürfen. Die Leute sind sicher auch froh, wenn sie wieder raus- und fortgehen können. Wir hoffen auf schönes Wetter und einen schönen Sommer, denn wir sind hier am Land in der glücklichen Lage, dass wir im Gastgarten und auch drinnen viel Platz haben, und so die Auflagen und Beschränkungen einhalten können. Mein Team und ich freuen uns auf unsere Gäste“, so Barbara Mairhofer.


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