Im Bezirk Ried liegt Hofer klar vorne, verliert aber in der Stadt Ried
RIED. Kurz nach der Schließung der Wahllokale und den ersten Hochrechnungen weiß man nur, dass man nichts weiß. Während sich die Kandidaten Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen bundesweit in der Führung bei den Hochrechnungen abwechseln und praktisch gleichauf liegen, entschied Hofer den Bezirk Ried mit 58,08 Prozent (ohne Wahlkarten) relativ klar für sich.

Er verbesserte seine Stimmenzahl von 12.562 auf 15.171. Allerdings spiegelt sich auch im Rieder Bezirksergebnis die Aufholjagd Van der Bellens wider. Er konnte seine Stimmenzahl von von 5.056 auf 10.951 mehr als verdoppeln.
Der Rieder FPÖ-Bezirksobmann Landesrat Elmar Podgorschek sagt: „Das Bezirksergebnis ist absolut in Ordnung - mit Ausnahme der Stadt Ried. Das liegt aber im allgemeinen Trend, dass Van der Bellen in den Städten besser abschneidet. Das muss man zur Kenntnis nehmen.“
Dass Hofer, egal ob er die Wahl gewinnt oder nicht, 50 Prozent erreichte, sieht Podgorschek als vollen Erfolg: „Er musste ja praktisch gegen vier Parteien antreten. Tragisch wäre gewesen, wenn er bei den 35 Prozent aus dem ersten Wahlgang hängen geblieben wäre. Aber heute haben viele erstmals freiheitlich gewählt, das ist ein wesentlicher Schritt für uns in der Bundespolitik.“
Die Auswirkungen der Wahl sieht der Landesrat nicht so dramatisch wie viele andere: „Wenn Van der Bellen gewinnt, wird sich nichts ändern, wenn Hofer gewinnt, wird sich nicht viel ändern. Entscheidend ist, dass die Regierung in Tritt kommt.“
Die Bezirkssprecherin der Grünen, Veronika Hintermair, wartete wegen des knappen Ergebnisses mit ihrer Stellungsnahme bis zum Abend und meinte dann: „Im gesamten Bezirk Ried hat Alexander Van der Bellen im Vergleich zum ersten Wahlgang satte 25,54 Prozentpunkte aufgeholt. Da zeigen die Wahlberechtigten ein deutliches Zeichen für Demokratiebewusstsein und Verständnis europäischer Werte. Die Stadt Ried nimmt dabei mit einem Plus von mehr als 30 Prozenttpunkten eine Vorreiterrolle in dieser legendären Aufholjagd ein. Aus meiner Sicht stellt das die Abwendung gegenüber nationalistischen Tendenzen dar. Auch die Menschen am Land mögen verbindende und nicht spaltende Persönlichkeiten an der Spitze unseres Staates. Ich hoffe, dass am Ende dieses Wahlkrimis tatsächlich Weltoffenheit über Nationalismus siegt.“
Van der Bellen gewinnt in Ried und zwei weiteren Gemeinden
In der Bezirkshauptstadt hat Van der Bellen seine Stimmenzahl von 964 auf 2374 mehr als verdoppelt und liegt mit 52,53 Prozent vor Hofer, der im ersten Wahlgang noch deutlich Erster war.
Im Gegensatz zum ersten Wahlgang lag Hofer aber nicht in allen Gemeinden vorne. Außer Ried konnte Van der Bellen noch zwei kleine Gemeinden für sich entscheiden.
In St. Georgen bei Obernberg (449 Wahlberechtigte) liegt Van der Bellen (54,83 Prozent) mit 159:131 Stimmen vorne, nachdem er seine Stimmenzahl – im ersten Durchgang 55 – fast verdreifachen konnte.
In Mörschwang (263 Wahlberechtigte) war es schon im ersten Durchgang knapp, dort lag Van der Bellen hinter Hofer und Irmgard Griss nur auf Platz drei (allerdings lagen alle drei mit Stimmanteilen zwischen 20 und 26 Prozent nahe beieinander). In der Stichwahl zog er mit 90:66 Stimmen (57,69 Prozent) an Hofer vorbei.
Hofers Höchstwerte
Sein bestes Ergebnis erzielte Norbert Hofer in Mettmach mit 68,85 Prozent der gültigen Stimmen. In Lambrechten kam er auf 67,03 Prozent, in Waldzell auf 66,96 und in Antiesenhofen auf 66,28 Prozent. In 18 von 36 Gemeinden im Bezirk erzielte Hofer Werte über 60 Prozent.
[Update: Stellungnahme von V. Hintermair eingefügt“


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