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RIED. Die Volkshilfe stellt den Kampf gegen Kinderarmut in den Mittelpunkt ihrer nächsten Kampagne. In Ried wird es dazu am Dienstag, 17. Oktober, beim Maximarkt eine Verteilaktion geben.

  1 / 2   Der Rieder Volkshilfe-Vorsitzende Josef Hellmann (l.) und Bezirkskoordinator Jürgen Pouget stellten die Kampagne vor.

In Gesprächen sollen Passanten informiert werden, außerdem werden neben Flyern auch Gutscheine für den Volkshilfe-Shop verteilt.

„Wir wollen das soziale Gewissen der Gesellschaft sein“, sagt der Rieder Volkshilfe-Vorsitzende Josef Hellmann. In Österreich seien rund 1,2 Millionen Menschen armutsgefährdet – rund 14 Prozent der Bevölkerung. 350.000 davon sind Kinder unter 19 Jahren.

„Relative“ Armut

Eine „Risikogruppe“ seien Ein-Eltern-Haushalte, darunter mehr als 100.000 alleinerziehende Mütter, von denen 42 Prozent gefährdet seien. Neben der eigentlichen Armut, bei der man sich nicht einmal die Grundbedürfnisse wie Wohnen und Essen leisten kann, sei die relative Armut weit verbreitet, durch die die Leute aus der Gesellschaft ausgeschlossen würden.

Hellmann: „Kinder müssen an Schulaktivitäten teilnehmen oder auch einmal mit Freunden ins Kino gehen können.“ Der freie Schulzugang sei nicht wirklich frei, wenn für Bücher und Schulaktionen pro Kind und Schuljahr im Durchschnitt 850 Euro gebraucht würden.

Kindergrundsicherung

Darum fordert die Volkshilfe eine Kindergrundsicherung, bei der die Kinder nicht wie bisher „über die Eltern mitgedacht“ würden, sondern die direkt die Grundbedürfnisse der Kinder abdeckt. Hellmann kritisiert, dass dieses Thema im Wahlkampf überhaupt nicht vorkam: „Wenn in einem reichen Land wie Österreich ein Drittel der Kinder von Armut bedroht ist, dann ist etwas im System falsch.“

Die Kürzung der Mindestsicherung werde weitere Probleme bringen, ist er überzeugt: „Von der Schuldnerberatung hören wir jetzt schon, dass dieses Geld nicht reicht.“


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