Innviertler Künstlergilde erhält umfangreiches Archiv und entdeckt den Eros
RIED, BRAUNAU. Die Innviertler Künstlergilde erhielt im vorigen Jahr ein wertvolles Geschenk, das mit viel Arbeit verbunden ist: Kurz vor seinem Ableben hat der Braunauer Sammler Gregor Fuchs der IKG sein umfangreiches Archiv zuerkannt. Ihre in den letzten Jahren sehr ambitionierte Ausstellungstätigkeit führt die Gilde auch 2026 fort. Ihr Jahresmotto für zwölf Ausstellungen im Innviertel lautet „zwanzigSEXundzwanzig“.
Sieben Ausstellungen finden in Ried statt, zwei in Braunau, jeweils eine in Schärding, Pram und Zwickledt.
Darüber hinaus bietet die IKG zu vielen Ausstellungen Führungen durch die Künstler oder Kuratoren an. Zweimal haben interessierte die Gelegenheit, Kunstschaffenden „über die Schulter zu schauen“, zu einer Ausstellung gibt es eine thematisch passende Lesung.
Jahresmotto
Seit dem Jubiläumsjahr 2023 stellt die Gilde ihre Aktivitäten unter ein Jahresmotto. Heuer lautet es „zwanzigSEXundzwanzig“. Der Maler und Grafiker Günther Schafellner erklärt zur Wahl des Mottos: „Erotik und Sexualität sind grundlegende Themen der Kunst. Es gibt wohl keinen Künstler, der sich nicht irgendwann damit beschäftigt.“
Die stellvertretende IKG-Vorsitzende Hanna Kirmann sagt: „Wir haben versucht, alle Ausstellungstitel in diese Richtung zu formulieren – auch wenn nicht alle Ausstellungen erotische Themen haben.“
Die erste Ausstellung des Jahres ist „Illusion Eros“ mit Arbeiten von Hanna Kirmann, Simone Thurner, Christine Perseis, Andrea Hinterberger und Günther Schafellner, die am 19. Februar in der Gildengalerie am Kirchenplatz 11 in Ried eröffnet wird.
Am 12. Mai wird die große Gruppenausstellung aller Sparten in der Raiffeisenbank eröffnet.
Neben drei weiteren Ausstellungen findet auch die jährliche Vorstellung der neuen Gildenmeister unter dem Titel „Das erste Mal“ in der Gildengalerie statt (ab 18. Juni).
Braunau
Im Stadttorturm in Braunau findet ab 10. April die Ausstellung „Peep!“ statt, zu der auch eine „ordinäre Lesung“ von Leo Maier mit dem Titel „Qualtinger meets Mutzenbacher“ gehört (17. April). Am gleichen Ort findet auch die Gruppenausstellung der Sparte Medienkunst (ab 25. September) mit dem Titel „Gier und Begierde“ statt.
Schärding, Zwickledt, Pram
In der Schlossgalerie Schärding wird am 20. März die Ausstellung „Fügungen“ eröffnet. Das Kubinhaus Zwickledt zeigt ab 22. Mai eine Gruppenausstellung aller IKG-Sparten. In der Furthmühle Pram können Interessierte Sigrid Kofler (17. Mai) und Alexander Flotzinger (19. Juli) über die Schulter schauen.
Sammlung Gregor & Inge Fuchs
Mehr als 60 Jahre lang hat der leidenschaftliche Sammler Gregor Fuchs mit Unterstützung seiner Gattin Inge in seinem Privathaus in Braunau ein riesiges Archiv aufgebaut. Es umfasst, beginnend mit der IKG-Gründung 1923, wertvolle Kunstwerke und Kataloge von IKG-Künstlern, mehr als 1.000 säuberlich beschriftete Ordner, die Unmengen von Zeitungsausschnitten und Drucken enthalten, sowie tausende Bücher über Kunst- und Heimatgeschichte. Fuchs wurde somit zum „lebenden Archiv“ der Gilde.
Kurz vor seinem Tod im Jahr 2023 vermachte Fuchs, der von 1982 bis 1991 Vizebürgermeister von Braunau war, diese Sammlung der Künstlergilde. Weil in Braunau kein geeignetes Gebäude zu finden war, findet die Sammlung jetzt im IKG-Archiv in der Landesmusikschule Ried ihre Heimat.
Das Archivieren und Dokumentieren ist Schwerarbeit – nicht nur, weil das ganze Material nach Ried gebracht werden muss. Obmann Klaus Zeugner vermutet, dass die IKG mit dem Ordnen und Bearbeiten noch jahrelang beschäftigt sein wird.
Im Februar 2027 will die Künstlergilde in einer großen Ausstellung im Rieder Volkskundehaus und der Gildengalerie die ersten Jahre der IKG präsentieren und dabei auch Teile dieses Archivs zeigen.
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