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AUROLZMÜNSTER. „Seid ihr verrückt!“ mag sich so mancher gedacht haben, als er von den Reiseplänen von Laurenz Jetzinger (32) erfahren hat. Er ist mit seinem 79-jährigen Vater Charly Jetzinger nach Südostasien gereist. Der pensionierte Chemielehrer ist an Parkinson erkrankt und jeder einzelne Schritt ist für ihn eine Herausforderung. Nur drei Wochen vor Abflug begann der 32-jährige Soziologiestudent mit der Reiseplanung.

Laurenz und Charly Jetzinger in Singapur. Fotos: privat
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Wir möchten andere Menschen mit Beeinträchtigung motivieren, dass man mit gegenseitiger Unterstützung reisen kann. Viele Leute trauen sich das nicht zu, wenn man sich aber zusammenschließt und aufeinander Rücksicht nimmt, kann man alles machen“, erzählt der 32-Jährige einleitend über die dreiwöchige Reise mit seinem erkrankten Vater nach Südostasien.

Drei Wochen Planung

Nur drei Wochen vor Abflug haben die beiden Männer mit der Planung begonnen. Denn sie wollten ihre Reise vor Familie und Freunden geheim halten. Hätte ihnen wohl jeder davon abgeraten. Seit zirka fünf Jahren ist der Pensionist aus Aurolzmünster nicht mehr so mobil. Das Reisefieber liegt der Familie aber nach wie vor im Blut. Die Familie Jetzinger hat ferne Länder mit dem VW-Bus bereist. Und als Lehrer organisierte Charly Jetzinger vor Jahrzehnten eine Busreise mit seinen Schülern nach Indien. „Reisen war für uns schon immer wichtig. Und wir haben schon lange von Vietnam geredet. Erste Flüge und Hotels buchten wir noch vor Ort im Reisebüro Krautgartner. Die genaue Reiseroute legten wir jedoch erst später fest“, berichtet Laurenz Jetzinger.

Vier Länder in 23 Tagen

Stolze Bilanz: Vier Länder, acht Flüge in 23 Tagen und tolle Erlebnisse im Gepäck. „Mit einem Koffer voller Medikamente, einem Rollstuhl und viel Enthusiasmus starteten wir Anfang August von Aurolzmünster aus unser Abenteuer. Im gigantischen Airbus A380 flogen wir von Wien nach Dubai. Nach einem zweitägigen Aufenthalt ging es weiter nach Vietnam“, erzählt Laurenz Jetzinger.

Ab nach Saigon

In Saigon machten die beiden einen Ausflug zu den einst heftig umkämpften Tunnel von Cu Chi, einem Relikt aus dem Vietnamkrieg. Im verregneten Dschungel entdeckten sie neben verborgenen Tunneleingängen, Bunkern und Fallen auch eine Hilfsbereitschaft die ihresgleichen sucht. „Denn als die Tabletten aufgrund der schwülen Hitze ihre Wirkung nicht mehr voll entfalten konnten, verließen meinen Vater die Kräfte und wir fanden in einer Laubhütte Unterschlupf. Die Parkwächter, gekleidet in Militäruniformen, brachten ihn stützend zurück zum Ausgang“, berichtet der Innviertler. Mit dem Nachtzug fuhren die beiden Abenteurer 1000 Kilometer weiter nach Hue. Nachdem sich die Zugfahrt allerdings als äußerst beschwerlich erwies, beschlossen sie kurzer Hand einen Flug nach Hanoi zu buchen.

Enorme Hilfsbereitschaft

„Normalerweise hätten wir mit dem Rollstuhl nicht so weite Entfernungen zurücklegen können, das war nur dank der Hilfsbereitschaft vor Ort möglich. Bei einem Museumsbesuch wurden wir direkt zum Eingang der Grabstätte geführt. Empfangen wurden wir von fünf Gardesoldaten in weißer Uniform. Vier von ihnen hoben den Rollstuhl samt meinem Vater hoch und begleiteten uns so über die Treppen durch das gesamte Ho Chi Minh Mausoleum“, untermauert der Innviertler beeindruckt. Weiter ging es nach Kambodscha und dann wieder zurück nach Saigon. „Da mein Vater besonders an der bewegten Geschichte des Landes interessiert war, durfte ein Besuch im Kriegsmuseum nicht fehlen. Singapur stellte mit seiner futuristischen Architektur und den international geprägten Stadtvierteln einen würdigen Abschluss unserer Reise dar“, bilanziert Jetzinger.


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