Klassenerhalt bleibt das klare Ziel, Meistergruppe ist im Visier
RIED. Die SV Oberbank Ried geht sehr zuversichtlich in die letzten Runden des Bundesliga-Grunddurchgangs. Das zumindest auf Rieder Seite sehr professionell und transparent behandelte Interesse des Meisters Sturm Graz an Cheftrainer Max Senft und seinen Co-Trainern habe das gegenseitige Vertrauen gestärkt.
Vereinspräsident Thomas Gahleitner bezeichnete Senft und sein Team als „wichtige Pfeiler für eine nachhaltige sportliche Entwicklung“; daher freue es ihn sehr, dass Senft in Ried bleibe. „Wir wollen aber nicht nur Spieler, sondern auch Trainer entwickeln. Daher können wir die Anfrage von Sturm als Auszeichnung und Ehre sehen; es zeigt, dass wir bei der SV Ried einiges richtig machen.“
„Eine der besten Mannschaften, die die SVR jemals hatte“
Das klare Saisonziel sei nach wie vor der Verbleib in der Liga, meinte Gahleitner. Er fügte hinzu: „Wir sollten demütig bleiben, aber ich bin überzeugt, dass wir derzeit eine der besten Mannschaften haben, die die SVR jemals hatte. Wenn wir weiterhin Außergewöhnliches leisten, ist auch Außergewöhnliches möglich. Ich gehe davon aus, dass die Mannschaft auch im Frühjahr alles geben wird, um sich zu belohnen und vielleicht unsere Fans und Sponsoren zu überraschen.“
Wolfgang Fiala, der Geschäftsführer Sport, meinte, dass die Kontinuität in den letzten zwei Jahren einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg war. Daher sei es erfreulich, dass das Trainerteam weiter arbeite. „Es ist für Max Senft, aber auch für uns eine Auszeichnung, wenn der amtierende Meister Interesse an unseren Mitarbeitern hat. Die Gespräche mit Max Senft waren sehr gut und transparent, das hat das Vertrauen ineinander gestärkt und ist eine gute Möglichkeit, gestärkt aus der Situation herauszukommen.“
Einen „Plan B“ hätte es gegeben, bestätigte Fiala: „Meine Aufgabe ist es, auch den Trainermarkt im Blick zu haben, weil immer etwas passieren kann; vor allem, wenn es bei uns so gut läuft wie jetzt im Herbst. Da bin ich vorbereitet, aber es war immer der Wunsch, dass Max bleibt.“
Wechsel nicht um jeden Preis
Trainer Max Senft wollte zur Anfrage von Sturm keine weiteren Details preisgeben – es sei schon genug geredet und geschrieben worden. Es gebe aber viele Gründe, dass er sich in Ried wohlfühle. Sein Fazit: „Der wichtigste Aspekt der letzten Wochen ist, dass wir aus einer herausfordernden Situation gestärkt herausgehen. Da geht es um den Umgang miteinander, und der war sehr professionell und von Wertschätzung geprägt. Daraus ziehe ich sehr viel Kraft für das Frühjahr.“
Für ihn sei es „von Anfang an klar gewesen, dass ich den Wechsel nicht um jeden Preis machen werde und dass sehr, sehr viele Punkte zutreffen müssen, damit das Ganze konkreter wird. Das war nicht der Fall.“
Kurze Vorbereitung
Die Vorbereitungszeit ist heuer mit drei Wochen sehr kurz, was Senft aber nicht als Nachteil sieht – zumindest nicht für die Spieler: „Eine kurze Vorbereitungszeit ist für die Köpfe etwas einfacher. Wir freuen uns, diese Zeit sehr intensiv zu nutzen.“ Das Trainingslager in der Türkei biete nicht nur sehr gute Bedingungen, sondern soll auch für Teambuilding-Maßnahmen genutzt werden.
Mannschaftskapitän Andreas Leitner bestätigte, dass die Stimmung in der Mannschaft sehr gut sei. „Nach der Pause freut sich jeder. Wir sind voller Tatendrang und wollen anknüpfen, wo wir aufgehört haben.“
Offensivspieler und „Schweizer Taschenmesser“
Auf dem Transfermarkt will der Verein in der Winterpause noch aktiv werden, bestätigte Wolfgang Fiala. Mit dem Kader und seiner Zusammenstellung sei man grundsätzlich sehr zufrieden. Dennoch beobachte man den Markt und habe auch Transferziele auserkoren. Ein Transfer – Fiala nannte keinen Namen – solle noch vor dem Trainingslager realisiert werden.
Trainer Max Senft ergänzte: „Wir wollen noch einen Spieler holen, der uns offensiv und im letzten Drittel neue Qualität geben kann und den wir auch nachhaltig im Verein weiterentwickeln wollen. Auf der anderen Position suchen wir einen Hybridspieler, der vielseitig ist und als ‚Schweizer Taschenmesser‘ auf mehreren Positionen spielen kann.“
Bei zwei Spielern stehen die Zeichen eher auf Abschied. Zu Mark Grosse meinte Sportdirektor Fiala, dass der Verein für Gespräche offen sein werde, wenn es von ihm den Wunsch zur Veränderung gebe. Für den Spanier Ekain Azkune, der im Herbst nur zu wenig Einsätzen kam, suche man eine Lösung und sei in guten Gesprächen mit dessen Berater. Am Trainingslager werde er nicht teilnehmen.
Torjäger Kingstone Mutandwa hat im Herbst einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Zu möglichen Transferanfragen sagte Wolfgang Fiala: „Wenn er so weitermacht, wird er am Ende der Saison 15 Tore oder mehr haben. Er fühlt sich hier sehr wohl, aber wir kennen den Markt: Wer bei uns 15 Tore schießt, ist auch für andere europäische Ligen interessant.“
Der Verein sei um die Balance zwischen sportlichem und wirtschaftlichem Erfolg bemüht, erläuterte Präsident Gahleitner: „Ried ist kein Verein, der mit Geld um sich werfen kann. Aber wir haben in der Aufstiegssaison bewiesen, dass ab und zu sportliche Entscheidungen vor einer wirtschaftlichen Entscheidung stehen. Wir wollen die aktuelle Ausgangssituation nutzen und versuchen, mit zusätzlichen außergewöhnlichen Leistungen in der Tabelle aufzuzeigen. Wir sagen aber auch ganz offen, dass unser Ziel auch ist, Spieler weiterzuentwickeln und am Transfermarkt zu verkaufen.“
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