Bezirkstour der Kammerführung mit lebhaften Diskussionen
RIED. Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger und Kammerdirektor Karl Dietachmair besuchen auch heuer wieder die Bezirke, um gemeinsam mit den jeweiligen Bauernkammer-Bezirksobleuten das Gespräch mit den Bauern zu suchen.

Ging es dem neuen Führungsduo im vorigen Jahr noch darum, sich an der Basis vorzustellen, dominierten heuer Themen wie das Entlastungspaket der Regierung und der Zugang der Bauern zum Corona-Härtefallfonds.
„Wir brauchen diese Emotionen“
Dass sich die Bauern bei den Diskussionen in ihren Wortmeldungen kein Blatt vor den Mund nehmen, findet Präsidentin Langer-Weninger in Ordnung. „Wir brauchen diese Emotionen und die Betroffenheit, sonst erfahren wir ja nicht, was die Leute bewegt.“ Die Diskussionen auf der diesjährigen Bezirkstour – Ried war die siebte Station – seien „spannend, aber immer gut und konstruktiv“ gewesen.
Zu den Themen, die dabei von den Bauern angesprochen wurden, gehörten auch der Klimaschutz beziehungsweise EU-weite Klimazölle, aber auch Fragen der Freizeitnutzung von Wäldern, Wiesen und Almen.
Bezirksbauernkammer-Obmann Josef Diermayer meinte, dass die Bauern in der Coronakrise gezeigt haben, dass sie systemrelevant seien.
„Herzeigbares Paket“
Kammerdirektor Karl Dietachmair sprach aktuelle agrarpolitische Themen an. Das Entlastungspaket der Regierung sei „herzeigbar“. Schon vor Corona sei dadurch der Krankenversicherungsbeitrag herabgesetzt worden. Die Anhebung der Umsatzgrenze für bäuerliche Nebentätigkeiten von 33.000 auf 40.000 Euro sei besonders für Direktvermarkter wichtig, die dadurch kein Gewerbe anmelden müssten.
Waldfondsgesetz
Für die Forstwirtschaft, die „massiv unter Druck“ sei, habe die Regierung Anfang Juli das Waldfondsgesetz mit einem Investitionsvolumen von 350 Millionen Euro beschlossen. Die konkreten Förderungsrichtlinien werden noch ausgearbeitet.
Arbeitsprogramm
LK-Präsidentin Langer-Weninger sprach vor allem über die Arbeitsschwerpunkte der Kammer in den nächsten Jahren und ging auf eine Umfrage der LK ein, mit der die Kammer herausfinden wollte, welche Erwartungen die Bauern an die Kammer haben und welchen Themen man sich in der Zukunft widmen solle. Langer-Weninger: „Auf Basis dieser Umfrage versucht die Landwirtschaftskammer, ein Arbeitsprogramm herauszuarbeiten, über das wir in den Bezirken mit den Bauern diskutieren.“ Dieses Programm soll bis Ende September fertig sein und eine Orientierung für die nächsten fünf Jahre geben.
Herkunftsbezeichnung
Die Forderung nach einer verpflichtenden Herkunftsbezeichnung bei Lebensmitteln wurde dabei von 94 Prozent der Befragten als „sehr wichtig“ und von fünf Prozent als „wichtig“ bezeichnet.
Als „spannend“ bezeichnet Langer-Weninger den Unterschied in der Wahrnehmung der Arbeit und Bedeutung der Bauern. Die Selbsteinschätzung der Bauern liegt nämlich unter der öffentlichen Anerkennung. Besonders von jüngeren Bauern sei hier die Forderung nach verstärkter Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation innerhalb der Bauernschaft gekommen. Auf der Wunschliste steht auch die Einführung des Unterrichtsfaches „Ernährung und Lebensmittelkompetenz“.


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