Wenn Wohnen zur Kostenfalle wird
RIED. Durch die hohen Kosten fürs Wohnen sind immer mehr Menschen von Armut betroffen. Bei mehr als der Hälfte der Beratungen in der Caritas-Sozialberatungsstelle in Ried geht es um Probleme mit Wohn- und Energiekosten. Damit die Caritas weiterhin Unterstützung anbieten kann, wird bei der Haussammlung der Caritas im Bezirk Ried in den nächsten Wochen um Spenden gebeten.

Im letzten Jahrzehnt sind die Mietpreise in Oberösterreich im Schnitt um 35 Prozent gestiegen. Das betrifft vor allem Menschen mit einem geringen Einkommen, erklärt Günther Fischinger von der Caritas-Sozialberatung Ried: „Mindestpensionisten, Arbeitslose, Sozialhilfebezieher bleiben oft weniger als zehn Euro pro Tag für Lebensmittel und Hygieneartikel.“
Im Netzwerk Wohnungssicherung Innviertel, der Delogierungsprävention, betreute die Caritas im Vorjahr 170 Haushalte im Bezirk Ried und konnte in 132 Fällen sicherstellen, dass die Menschen weiterhin ein Wohnraum zur Verfügung steht. Insgesamt gab es 86 Prozent mehr Anfragen im Vergleich zu 2022.
Staatliche Förderung
Seit 2022 kann über die Caritas eine staatliche Unterstützung bei Rückständen von Wohn- und Energiekosten beantragt werden. „Die Förderung war hilfreich, jedoch zeitlich befristet und wir machen uns jetzt schon Gedanken, wie die Menschen in Zukunft über die Runden kommen sollen“, sagt Günther Fischinger.
Haussammlung
Die Caritas-Nothilfe ist auf Spenden angewiesen, die großteils bei der Haussammlung eingenommen werden. Ehrenamtliche Mitarbeiter der Pfarren gehen dabei von Tür zu Tür oder hinterlassen einen Haussammlungs-Erlagschein im Postkasten. Dieses Geld wird beispielsweise für Lebensmittelgutscheine, Zuschüsse für Strom und Heizung, beratende Gespräche sowie für Obdach, warmes Essen, Medikamente und Kleidung für diejenigen, die auf der Straße leben, verwendet und kommt ausschließlich Menschen in Oberösterreich zugute.


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