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RIED. Im „Zukunft Ried“-Prozess sind einige Projektgruppen entstanden, die sich zu verschiedenen Themen engagieren. Eine davon hat sich nach ihrem Hauptziel „Grün in die Stadt“ genannt. Sie hat Ideen zur Entsiegelung und Begrünung der Stadt ausgearbeitet.

  1 / 2   Ein Vorschlag der Gruppe für die Gestaltung des „Fussl-Ecks“ an der Wohlmayrgasse mit Blumen und Bäumen (Bild mit KI bearbeitet) (Foto: David Sternbauer)

Diese Gruppe um die Sprecher Siegmund Schachinger und Kristina Friedrich besteht derzeit aus acht Aktiven, die sich etwa monatlich treffen. Sie haben ihre Ideen bereits dem Stadtrat vorgeschlagen und sind am 7. und 8. Juni bei den Architekturtagen vertreten. Der Gruppenname „Grün in die Stadt“ sei übrigens nicht parteipolitisch gemeint, versichert Schachinger, sondern bezihe sich darauf, wie man mehr Natur in die Stadt bringen kann.

Ausgangspunkt für Schachingers Engagement war die Klima-Analyse der Stadt Ried, die im „Zukunft Ried“-Prozess präsentiert wurde: „Das hat mich wachgerüttelt.“

Ideen gesammelt

Die Vorschläge der Gruppe sollen dazu beitragen, die Auswirkungen des Klimawandels möglichst gering zu halten und die Lebens- und Aufenthaltsqualität, besonders in der Innenstadt, zu verbessern.

Wichtig sei, Hitzegebiete zu entschärfen. Durch den hohen Versiegelungsgrad von 40 Prozent der Fläche gäbe es in Ried einen „Wärmeinseleffekt“. Dagegen könne man aber etwas machen, zum Beispiel Bäume pflanzen.

Die Gruppe schlägt vor, Pflaster- und Asphaltflächen, wo möglich, in Grüninseln zu verwandeln und auch Fassaden und Dächer zu begrünen. Mit Rasengittersteinen könnten Parkplätze entsiegelt werden. Beispiele dafür gäbe es, sagt Schachinger: „In den Niederlanden hat sich ein Wettbewerb zwischen den Städten entwickelt, wer die meisten Flächen entsiegelt.“

Zusätzlich müssten die bestehenden Grünflächen durch entsprechende Flächenwidmungs- und Bebauungspläne geschützt werden.

Zielgruppen

Die Initiative möchte vor allem drei Zielgruppen ansprechen: Das Stadtamt, die Rieder Bevölkerung, die noch „mehr Akzeptanz und Engagement für Klimamaßnahmen“ brauche, und nicht zuletzt die Geschäftsleute und Firmen in Ried, die unter anderem Parkplätze und Schotterflächen für die Entsiegelung zur Verfügung stellen können.

Bei Siegmund Schachinger mischen sich Optimismus und Pessimismus: „Bezüglich der Umsetzung sind wir angesichts der notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen skeptisch. Es gibt Lösungen, aber der Mut fehlt, und mit Bequemlichkeit werden wir die Klimaziele nicht schaffen.“

Auf der anderen Seite ist er überzeugt, dass jeder einzelne etwas beitragen kann und zitiert die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb: „Wir sind die Lösung.“

Architekturtage

Die Gruppe präsentiert ihre Vorschläge bei den Architekturtagen am Freitag und Samstag, 7. und 8. Juni, im Stadtentwicklungsforum in der Wohlmayrgasse 4 und ist dort auch bereit für Diskussionen. Mehr Infos zur Projektgruppe gibt es unter: www.zukunft-ried.at/gruen-in-die-stadt/.


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