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ROHRBACH. Wer sich am Morgen beim Räumen von verschneiten oder vereisten Zufahrten, Gehsteigen oder Treppen plagen muss, der setzt sich auch einem hohen Verletzungsrisiko aus. Die Gefahr von Verletzungen des Stütz- und Bewegungsapparates ist im Winter besonders hoch, warnen die Experten der Abteilung für Unfallchirurgie des LKH Rohrbach. 

Foto: Weihbold
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Der klassische Ablauf nach einem Blick aus dem Fenster auf die verschneite Einfahrt sieht beim gelernten Österreicher folgendermaßen aus: Nach einem kurzen Fluch über die bevorstehende Zusatzarbeit, zieht man sich schnell die nächstbesten Schuhe an, greift zur Schneeschaufel und beginnt unverzüglich und irgendwie mit dem Schneeräumen. Wenn man Glück hat, wird man nur durch stechende oder ziehende Rückenschmerzen an das morgendliche, unfreiwillige Work-Out erinnert. Wenn man Pech hat, landet man schwer verletzt in der Unfallchirurgie des nächstgelegenen Krankenhauses.

Aufwärmen ist ratsam

„Im Endeffekt handelt es sich beim Schneeschaufeln um eine komplexe körperliche Anstrengung, die Kraft und Koordination erfordert“, erklärt Raimund Gattringer, Unfallchirurg am LKH Rohrbach. Daher sollte man sich – so wie bei anderen sportlichen Betätigungen auch – aufwärmen, um Muskeln und Sehnen auf die bevorstehende Belastung vorzubereiten und weniger verletzungsanfällig zu machen. Ansonsten sind schwere Stürze mit gebrochenen Gliedmaßen, Hüft-, Knie- und Schulterverletzungen vorprogrammiert. „

Richtige Ausrüstung bringt Sicherheit

Und wie beim Sport ist auch die richtige Ausrüstung wichtig: Also feste, rutschfeste Schuhe, wenn nötig auch mit Spikes oder Schneeketten für Stiefel. Nur so kann auch die Kraftübertragung optimal funktionieren. Apropos optimal: auch der richtige Bewegungsablauf beim Schaufeln ist ein Thema. „Der Rücken sollte gerade bleiben, die Hebelwirkung sollte aus Armen und Beinen kommen“, informiert Gattringer. „Es lohnt sich wirklich, sich kurz einmal ein Video dazu im Internet anzusehen, um die Schaufelbewegung richtig zu machen. Dann wird das Schneeschaufeln zwar nicht unbedingt lustiger, aber zumindest angenehmer für den Körper.“

Sporttraumatologie und Remobilisation

Im LKH Rohrbach weiß man, wovon die Rede ist: „Die Erfahrungen im Stationsalltag zeigen uns, dass Unfälle mit schweren Verletzungsfolgen oft vermeidbar gewesen wären, wenn man sich nicht zu hektischen und fahrlässigen Vorgangsweisen hinreißen lässt. Das gilt vor allem bei schwierigen Witterungs- und Bodenverhältnissen“, so der Unfallchirurg abschließend.

Also beim Schneeräumen daran denken: genug Zeit einplanen, richtiges Schuhwerk und Kleidung, die Muskulatur ausreichend aufwärmen und an die korrekte Ausführung der Schaufelbewegung denken.


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