Verkauf von Elektroautos (noch) auf „Standgas“, Boom bei E-Fahrrädern
BEZIRK ROHRBACH. Bezirk Rohrbach. Mit aktuell 15 angemeldeten Elektroautos hält sich die Zahl der E-Fahrer in der Region (noch) in Grenzen. Die Zahl der passionierten Elektro-Radler steigt aber rapide an. Jedes fünfte verkaufte Fahrrad ist ein E-Bike.

77.220 E-Bikes wurden im Vorjahr in Österreich verkauft – im Europa-Vergleich liegt die Alpenrepublik damit an dritter Stelle hinter den „Fahrradnationen“ Belgien und Niederlande. „Jedes fünfte verkaufte Fahrrad ist ein E-Bike“, verrät Christian Gratzer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Anscheinend sehr gut verkaufen sich die E-Bikes im Bezirk Rohrbach. „Immer mehr Leute kaufen sich ein E-Bike, um damit in die Arbeit zu fahren“, weiß beispielsweise Florin Popa, der ein Fahrradgeschäft in Niederwaldkirchen betreibt. Seinen Beobachtungen zufolge wird die Kundschaft immer jünger. In den Jahren davor war es vor allem die Generation 50plus, die das E-Bike als perfektes Fortbewegungsmittel sah, das gleichzeitig die körperliche Fitness verbesserte. In die gleiche Kerbe schlägt Andreas Haderer: „Wir verkaufen immer mehr E-Bikes, der Anteil liegt in etwa bei 45 Prozent“, freut sich der Sport Haderer-Chef. „Der älteste Kunde war 81 Jahre, der jüngste elf – die Zielgruppe ist breit“, sagt er und erzählt, dass gerade durch das E-Bike viele Menschen (wieder) zum Sportmachen animiert werden. „Das ist jetzt genau so wie damals als Nordic-Walking aufkam.““Gerade für das Mühlviertel sind Elektro-Fahrräder ideale Verkehrsmittel, um beispielsweise von einer Siedlung ins Ortsgebiet sowie zum nächsten Bahnhof zu kommen“, meint VCÖ-Experte Gratzer, der im selben Atemzug an die Lokalpolitik appelliert, die Infrastruktur für Radler in Schuss zu halten und auf sichere Radwege entlang von Freilandstraßen nicht zu vergessen.
1,67 Prozent der Autos im Bezirk fahren elektrisch
Noch weniger durchgesetzt haben sich die Elektroautos im Bezirk. 15 solcher Fahrzeuge wurden laut VCÖ im heurigen Jahr bis Ende Juli im Bezirk zugelassen. Das entspricht einem Marktanteil von 1,67 Prozent. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hat sich der Anteil zwar verdreifacht, ist aber weiterhin auf einem bescheidenen Niveau. Mit derzeit 23 E-Tankstellen im Bezirk (Quelle: e-tankstellen-finder.com) ist das Netz bereits gut ausgebaut.
Reichweite und Ladezeit
Die Reichweite, der Preis und die Ladedauer für ein Elektroauto sind für viele Autokäufer anscheinend ein Hemmschuh, künftig „elektrisch“ unterwegs zu sein. Braucht man für das Beladen eines Elektroautos an der Steckdose in der Garage etwa zehn bis zwölf Stunden, so ist ein E-Bike in drei bis fünf Stunden wieder voll aufgeladen. „Schneller geht das Beladen aber an beschleunigten Ladetank-stellen“, weiß Markus Altenhofer von der Leader-Region Donau Böhmerwald. Zwischen 1,5 und 2,2 Stunden beträgt hier die Ladezeit. Schnell-Ladestationen (sie sind im Radius von 60 Kilometer flächendeckend zu finden) erledigen das Aufladen in 45 Minuten.


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