Niederwaldkirchens langjähriger Gemeindearzt Friedrich Kitzberger verstorben
NIEDERWALDKIRCHEN. Binnen weniger Tage ist der langjährige Gemeindearzt von Niederwaldkirchen, Friedrich Kitzberger, am Dienstag, 21. April, nach kurzer Krankheit im 79. Lebensjahr verstorben. Er hinterlässt seine Gattin Christine und vier Söhne mit ihren Familien.

Geboren in Steinerberg in der Marktgemeinde Altenfelden, wuchs Friedrich Kitzberger als ältestes von sechs Kindern dort auf. Nach seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher-Meister hat Kitzberger im zweiten Bildungsweg das Medizinstudium in Innsbruck abgeschlossen. Ein absoluter Herzenswunsch, denn schon in der Volksschule, als die Lehrerin fragte, was jeder werden möchte, sagte Fritz: „Ich will einmal Doktor werden, aber zuerst muss ich dem Papa in der Schmiede helfen!“
27 Jahre lang, von 1985 bis 2012, war er als Gemeindearzt in Niederwaldkirchen tätig. Seine Ordination, in der ihn Gattin Christine tatkräftig unterstützt hat, war Anlaufstelle für viele Patienten, die er bestens betreut hat. Zugleich war er für viele Menschen Vertrauensperson, Ratgeber und Begleiter in oft schwierigen Situationen. Mit großem Einsatz stellte er stets das Wohl seiner Mitmenschen in den Mittelpunkt.
Ehrenamt erfüllte ihn
Neben seinem Beruf als Gemeindearzt hat er sich vielfach ehrenamtlich engagiert. Für ein gepflegtes Ortsbild und die Auszeichnung „Schönstes Dorf Oberösterreichs“ hat er als Obmann des Verschönerungsvereines viel beigetragen. Als Pfarrgemeinderatsobmann war ihm besonders die Renovierung der kirchlichen Gebäude und des Friedhofes ein Anliegen. Mit viel Ideenreichtum und durch sein persönliches Anpacken hat er zur Mitarbeit motiviert und sich um Finanzierungen und die Umsetzung von Projekten gekümmert.
Er engagierte sich auch überregional, beispielsweise als Feuerwehrarzt des Bezirkes Rohrbach.
Auch in seiner Pension war er bis zuletzt als Mediziner „mit Leib und Seele“ aktiv, etwa als Arzt beim hausärztlichen Notdienst im Bezirk. Auch Kollegen hat er mit Vertretungsdiensten gerne ausgeholfen. Besonders mit Hallstatt fühlte er sich durch 13 Jahre Aushilfe eng verbunden.
Mehrere Hilfsprojekte im Ausland waren ihm wichtig. Im rumänischen Siebenbürgen hat er im Rahmen der Landlerhilfe medizinische und finanzielle Hilfe geleistet. In Tansania in Afrika unterstützt er seit Jahren eine Pfarre, die er kürzlich mit seiner Gattin wieder besucht hat.
Festgehalten für die Nachwelt
Als leidenschaftlicher Filmemacher hielt er seit Jahrzehnten das Geschehen in Niederwaldkirchen in Bild und Ton fest. Viele Veranstaltungen hat er mit seinen professionell gestalteten Filmbeiträgen bereichert.
Für sein Engagement wurde Friedrich Kitzberger mehrfach ausgezeichnet: mit dem Titel Medizinalrat, seitens der Marktgemeinde mit dem Ehrenring und vom Land Oberösterreich mit der Silbernen Verdienstmedaille.
Niederwaldkirchen verliert mit Dr. Kitzberger eine prägende Persönlichkeit, einen engagierten Arzt und einen Menschen mit einem großen Herzen.
Die schöne Gestaltung des Friedhofes, der an das Haus der Familie Kitzberger angrenzt, war im Vorjahr eines seiner Projekte. Dort hat Friedrich Kitzberger nun seine letzte Ruhestätte gefunden, ganz nahe und in Sichtweite vom Küchenfenster zum Grab.


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