Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

ROHRBACH-BERG. Überwiegend positiv war gestern Abend die Stimmung, als vor rund 300 Gemeinderäten die Machbarkeitsstudie zum geplanten Erlebnishallenbad präsentiert wurde. Dennoch gab es auch skeptische Stimmen, und genau diese könnten das Großprojekt zum Scheitern bringen. Denn für eine Realisierung braucht es die Solidarität aller Gemeinden.

  1 / 4   Überwiegend befürworten die Gemeinderäte das Bezirkshallenbad. Allerdings braucht es Solidarität aller Gemeinden, damit dieses tatsächlich gebaut werden kann. Foto: Weihbold

Zwischen 9 und 11 Millionen Euro soll die regionale Erlebnisbadeanlage in unmittelbarer Nähe des Rohrbacher Freibades kosten. Um den Bau investieren, aber vor allem um auch den jährlichen Abgang decken zu können, müssen alle Gemeinden an einem Strang ziehen. „Wir brauchen Einstimmigkeit. Sobald sich eine Gemeinde ausklinkt, weiß ich nicht, wie andere reagieren. Und dann wird es ganz schwer, wenn nicht gar unmöglich, das Hallenbad zu realisieren“, betont Rohrbach-Bergs Bürgermeister Andreas Lindorfer.

Kostenaufteilung je nach Distanz

Die Standortgemeinde wird ein Viertel der Projektkosten übernehmen. Laut dem von der Firma Conos erstellten Finanzierungsmodell soll Rohrbach-Berg jährlich 125.050 Euro Beitrag leisten (für Rückzahlung, laufende Kosten, Abgang). Je nach Distanz zum Standort werden die weiteren Gemeinden in Zonen eingeteilt und somit der Anteil an den zu tragenden Kosten berechnet. 24 Gemeinden liegen bei einem Jahresbeitrag von rund bzw. unter 10.000 Euro. Die größte Zahler wären neben Rohrbach-Berg Aigen-Schlägl, Haslach, Sarleinsbach und Altenfelden (über 20.000 Euro). Ulrichsberg nimmt eine Sonderstellung ein: Solange die Gemeinde selbst das Lernhallenbad betreibt und dafür auch den Abgang bezahlt, ist kein Beitrag zum Bezirkshallenbad fällig.

Nicht mehr Geld für Freibäder

Hallenbad und Freibäder sind übrigens in der Bäderstudie ganz verschiedene Posten: „Wenn das Hallenbad nicht kommt, wird es deshalb sicher nicht mehr für Freibäder geben“, zeigt Lindorfer auf. Auch die anvisierte Landesförderung von 6,5 Millionen Euro gibt es entweder für das Bezirkshallenbad - oder gar nicht.

Lebensqualität für den Bezirk

„Wir haben immer bewiesen, dass wir über die Parteigrenzen und auch über Gemeindegrenzen hinweg etwas zusammenbringen. Das muss jetzt auch beim Hallenbad so sein. Nur so können wir einen attraktiven Bezirk und Lebensqualität bieten und damit auch die Abwanderung eindämmen“, bekräftigt LAbg. Georg Ecker. „Ziel muss sein, alle Gemeinden dazuzubringen, dass sie im Gemeinderat für das Hallenbad abstimmen.“

Dann könne auch der Gang zum Land erfolgen: Die Landesunterstützung von mindestens 6,5 Millionen Euro ist notwendig - und auch realistisch - um die Kosten einhalten zu können, erklärt Ecker.

Fehlende Unterstützung

Alle Parteien stehen voll hinter dem Projekt und sind überzeugt, dass ein Hallenbad eine gute Investition in die Zukunft der Region und „ein wichtiges Puzzleteil für einen guten Standort“ (so Grüne-LAbg. Ulrike Schwarz) ist. Für LAbg. Ulrike Wall (FPÖ) zeigte das große Interesse der Gemeinderäte, dass „sie sich ihrer großen Verantwortung in dieser Sache bewusst sind“. SP-Stadtrat Andreas Hannerer würde sich allerdings dafür mehr Unterstützung vom Land wünschen. „Das Land OÖ lässt uns völlig allein. Wenn man 40 Gemeinden unter einen Hut bringen soll, vor allem wo es um eine langfristige Finanzierung von über 20 Jahren geht, ist das aber der falsche Weg.“ Er hätte gerne schon im Vorfeld abgeklärt, wieviel Geld es vom Land tatsächlich geben wird.

Langjährige Verpflichtung

Ganz ohne Skeptiker und Kritiker geht so ein Vorhaben natürlich ohnehin nicht. Die Gemeinde Aigen-Schlägl etwa äußert Bedenken vor allem wegen der langjährigen Verpflichtung. Bürgermeisterin Elisabeth Höfler sagt dazu: „Wir können uns nicht vorstellen, uns das auf Dauer leisten zu können. Immer mehr Kosten werden auf die Gemeinden abgewälzt und das Geld wird nicht mehr. Mit dieser Finanzierung würden wir uns noch einen großen Rucksack aufladen.“ Sie sehe auch ihre Verantwortung gegenüber den Betrieben: „Es gibt bei uns Betriebe, die gute Wellnessbereiche haben, die auch öffentlich zugänglich sind“, sagt Höfler. Entscheiden müsse aber letztlich der Gemeinderat.

Entscheidung bis Ende des Jahres

Genau dort, nämlich in den einzelnen Gemeinden, liegt jetzt auch der Ball: Bis Ende des Jahres sollen im ganzen Bezirk die entsprechenden Gemeinderatsbeschlüsse zur regionalen Erlebnisbadeanlage fallen. Bei Einstimmigkeit folgt die endgültige Standort- und Modellentscheidung sowie die Finanzierungs-Präzisierung. Baubeginn könnte 2019 sein, Eröffnung zwei Jahre später.


Mehr zum Thema

Rohrbach bekommt ein Erlebnisbad für die ganze Familie – aber nur, wenn alle mitzahlen
Artikel

Rohrbach bekommt ein Erlebnisbad für die ganze Familie – aber nur, wenn alle mitzahlen

ROHRBACH-BERG. Nachdem es in den letzten Monaten ruhig um ein mögliches Bezirkshallenbad geworden ist, bringt eine jetzt veröffentlichte ...


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden