Nach der Corona-Herausforderung überwiegt wieder der Optimismus bei Rohrbachs Wirtschaftstreibenden
ROHRBACH-BERG. Zum „Stimmungsbarometer“ nach Corona lud der Wirtschaftsbund Region Rohrbach im Gasthof Dorfner ein. Trotz der widrigen Bedingungen in den vergangenen Monaten sind die heimischen Wirtschaftstreibenden optimistisch gestimmt.

„Am Freitag, den 13. März, ist Corona im Bezirk Rohrbach angekommen. Es hat uns voll getroffen ohne eine Aussicht, wann wieder alles geöffnet werden darf. Es ist um Existenzen gegangen aber es war auch gleich wieder Optimismus da. Wir Unternehmer sorgen immer dafür, dass es weitergeht“, fasste Wirtschaftsbund-Bezirksvorsitzender und Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Andreas Höllinger für die Anwesenden zusammen. Er selber sei guter Dinge, denn im Mai war im Bezirk schon ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu spüren und er hofft, dass die Tendenz weiter geht. „Nur wenige Betriebe mussten wirklich schließen und ich habe mich auch versichert, dass dort Corona nur die letzte 'Entscheidungshilfe' war, aber nicht der Grund“, so Höllinger.
Daraus lernen und neue Akzente setzen
Der Obmann des WB Region Rohrbach, Manfred Stallinger, appellierte an die Wirtschaftstreibenden, sich gegenseitig auszutauschen und zu befruchten, aus der Krise zu lernen und neue Akzente zu setzen. „Besonders wichtig war es, den Wirtschaftsstandort Rohrbach in dieser Zeit zu stärken.“ Gut gelungen ist dies unter anderem auch mit einer vielbeachteten Gutscheinmünzen-Aktion. Diese waren binnen kürzester Zeit ausverkauft.
Besondere Herausforderungen
Die Unternehmer selbst berichteten von den Maßnahmen, aber auch den Herausforderungen in ihren Betrieben während der Corona-Zeit. Die einen nutzten die Lockdown-Phase, um ihre PR-Linie neu aufzustellen und einen Webshop aufzubauen, die anderen standen vor der Herausforderung, mit unterschiedlichsten Kundenverhalten umzugehen und mit ihren Mitarbeitern flexibelst agieren zu müssen. Kritik kam einmal mehr an der Vorgehensweise der verantwortlichen Akteure im Zusammenhang mit den Hilfs- und Härtefonds für Unternehmer.
Eines habe die Krise aber sehr deutlich gezeigt, nämlich dass Regionalität noch mehr an Bedeutung gewinnen und man einiges wieder lokal produzieren müsse.
Auch Gemeinden trifft es hart
Auch Rohrbach-Bergs Bürgermeister Andreas Lindorfer berichtete von der Herausforderung für seine Gemeinde, die in finanzieller Form auf sie zukommt. Man rechne heuer mit dem Verlust von Einnahmen in Höhe von 600.000 bis 1 Mio. Euro sowie zusätzlichen Mehrausgaben, beispielsweise für den Sozialhilfeverband. „Bei 13 Millionen Euro Jahresbudget - sollte uns wirklich eine Million fehlen - wird es knapp, dass wir nicht auch eine Härteausgleichsgemeinde werden“, befürchtet der Bürgermeister und nimmt an, dass es nötig sein wird, alles neu zu denken - beispielsweise die Infrastruktur in den Gemeinden.
Mit Sorgen ins Bett
Besonders gefordert in dieser Krisenzeit war der Obmann des Wirtschaftsbundes Region Rohrbach, Manfred Stallinger selbst: In seinem Wirtschaftsberatungs-Unternehmen war er in besonderer Weise mit den Nöten der heimischen Wirtschaftstreibenden konfrontiert: “Ich habe so manche Fälle mit ins Bett genommen und wir alle waren nicht gewohnt mit diesen Dingen, die da auf uns zugekommen sind, umzugehen.“ Er ist froh, dass die stärkste Zeit vorbei ist, appellierte aber noch einmal an die Unternehmer, sich gegenseitig zu helfen und die Zeit für eine Neuorientierung zu nutzen, wo es nötig ist.
Keine Insolvenzflut erwartet
Eine gute Prognose gab es an diesem Abend auch noch von Banken-Seite: Christian Oyrer von der Sparkasse Mühlviertel West sieht auf die Region absolut keine Insolvenzflut zukommen. Er glaubt an die Standfestigkeit der heimischen Wirtschaft auch in Krisenzeiten.
Generationenwechsel steht an
Für Manfred Stallinger dürften im Herbst ebenfalls wieder ruhigere Zeiten anbrechen. Er stellte an diesem Abend die Kandidaten für das Amt des Obmannes des WB Region Rohrbach, Horst Nigl und Marcel Stallinger, vor. Der Generationenwechsel mit neuer Doppelspitze soll bei der 75-Jahr-Feier der WB-Gruppe am 24. September vollzogen werden, zu der als Festredner Europa-Politiker Othmar Karas als Festredner erwartet wird.
Mit einem Schluck Rohrbacher Bier, das dann beim Jubiläum 700 Jahre Markt Rohrbach am 18. und 19. September noch einmal eine besondere Rolle spielen wird, klang der Abend - auf Distanz - mit regem Austausch unter den Wirtschaftstreibenden aus.


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