Starke Frauen im Bild: „Wesentlich ist die Botschaft, das Gefühl“

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 25.09.2021 07:06 Uhr

AIGEN-SCHLÄGL/ST. MARTIN. Doris Maria Weigl malt echte Frauen, starke Frauen, Frauen mit Narben, Falten, Charakteren. Mit ihrer ersten Ausstellung in ihrer neuen Heimat möchte sie jenen Frauen eine Stimme geben, die übersehen werden.

Nach all den Beschränkungen präsentieren die Malerin und Illustratorin Doris Maria Weigl und Peter Mario Werner, ein Geschichtenerzähler und kopflastiger Herzmensch, erstmals die Ergebnisse rastloser Tage und schlafloser Nächte. Vor gut einem Jahr hat es die beiden von Wien ins Mühlviertel verschlagen, wo sie ihrer kreativen Leidenschaft nachgehen. „Ich möchte mit meiner Kunst etwas bewirken, mehr als nur ein schönes Gesicht zeigen, möchte etwas auslösen. Sei es durch ein Lächeln oder Entsetzen, ungeschönt und ehrlich. Hauptsache man fühlt“, beschreibt Doris Maria Weigl ihr Tun.

Interessante Erkenntnisse

Beim Vorbereiten und Recherchieren für die Ausstellung „Starke Frauen“, die von 1. Oktober bis 7. Jänner im Voi in St. Martin zu sehen ist, kamen einige interessante Dinge zutage. „Große Männer kommen öfter vor. Haben sie entweder öfter Großartiges geleistet oder sich besser verkauft? Oder öfter die Möglichkeit dazu bekommen? Oder wurden sie prioritärer von den Medien behandelt? Wahrscheinlich von allem ein bisschen“, sinniert die Wahl-Mühlviertlerin. Und noch was: „Männer sind interessanter. Auch das bereitet mir als Frau Anfang 50 beinahe körperliche Schmerzen. Ich ertappe mich dabei, dass ich älteren Männern beim Malen mehr Interesse widme. Endet die Grazie, die Ausstrahlung einer Frau mit ihrer Jugend? Und wer verdammt hat uns das eingetrichtert?“

Was Frauen zu sagen haben

Mit dieser ersten Ausstellung in ihrer neuen Heimat möchte die Künstlerin ganz besonders Frauen eine Stimme geben, die übersehen werden und die in ihrer kleinen Welt jeden Tag aufs Neue Stärke und Mut beweisen. „Ich möchte mit meinen Farben zeigen, was sie zu sagen haben, wer sie eigentlich sind, wofür sie stehen, wovor sie Angst haben und was sie bewegt.“

„Ich male auch in Gedanken“

Weigls Bilder zeigen einen starken Einfluss von ihrer Arbeit als Illustratorin. Aber es sind nicht nur die Pinselstriche, die ein Werk ausmachen. „Es ist ein Gesamtes aus Stiften, Draht, Buchseiten, Blattgold oder auch Blut, Cognac, Dreck und Asche – einfach alles, was mich gerade inspiriert. Wesentlich ist die Botschaft, das Gefühl.“ Und eigentlich malt sie auch in Gedanken. „Immer. Meine Finger werden unruhig. Sie werden aktiv. Sie formen, was in meiner Gedankenwelt entsteht.“

Die Bilder und Ideen im Kopf bespricht sie mit ihrem Lebensgefährten Peter Werner, etwa wenn sie durch das magische Mühlviertel wandern. „Diese Kulisse inspiriert uns, hier entstehen all unsere gemeinsamen Projekte. Und manchmal entsteht im Wald sogar ein Kinderbuch. Wie das von unserem Filip Fisch“, verrät Weigl.

Porträt mit Geschichten

Sobald ein Portrait fertig gemalt ist, ergänzt es Peter Werner mit Geschichten. „Er schreibt besonders zwischen den Zeilen, was jede Frau bewegt. Erst so wird das Kunstwerk lebendig. Der Betrachter soll fühlen, wie die Protagonistin auf der Leinwand sich fühlt. Und was mich als Künstlerin veranlasst hat, dieses Bild zu malen.“

Vernissage am Freitag, 1. Oktober, 19 Uhr

Femissage „Mal‘ dich frei!“: 15. Oktober, 19 Uhr (Anmeldung notwendig)

Minissage „Kunst meets Kid“: 12. November, Vormittag

Familyssage „Kunst & Kekse & Weihnachtsgeschichten“: 19. Dezember, 15 Uhr

Finissage „Starke Frauen“: 7. Jänner 2022, 19 Uhr

Kulturlokal Voi, St. Martin

www.voikultur.at

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