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ST. JOHANN. Fünf Wochen musste Siegfried Hehenberger im Klinikum Rohrbach wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt werden, eine Woche davon auf der Intensivstation. „Ich hätte nie gedacht, dass es mich so arg erwischt“, meint der 67-Jährige aus St. Johann, der noch immer nicht vollständig genesen ist. Aus leidvoller Erfahrung weiß er, dass man die Krankheit nicht unterschätzen darf.

  1 / 2   Siegfried Hehenberger musste fünf Wochen im Klinikum Rohrbach behandelt werden, eine Woche auf der Intensivstation. Er hat sich stets gut aufgehoben gefühlt. Foto: privat

„Wenn man im Krankenhaus auf der Covid-Station liegt, ändert man seine Meinung gründlichst. Ich hätte nicht erwartet, dass es so ausartet“, sagt der Hansinger, der eigentlich immer vorsichtig war. Als Essen auf Rädern-Koordinator im Hansbergland für das Rote Kreuz war er stets auf die Einhaltung aller Vorschriften bedacht. „Natürlich hab ich gedacht, dass es mich erwischen kann – aber nicht in dieser Form“, sagt Siegfried Hehenberger.

Zu wenig Sauerstoff

Begonnen hat alles Mitte November: Am Wochenende zuvor war er noch drei Tage hintereinander jeweils gut zehn Kilometer wandern – ohne irgendwelche Probleme oder Beschwerden, sagt Hehenberger. Dann kamen plötzlich Fieber und Schüttelfrost und Schwächeanfälle. Beim zweiten war zum Glück für den Corona-Erkrankten das mobile Rotkreuz-Team zur Stelle, das gerade einen Covid-19-Test abnehmen wollte. „Mein rettender Engel hat sofort reagiert, den Notarzt verständigt und ich wurde ins Krankenhaus gebracht“, erinnert sich Siegfried Hehenberger. Hier ging es ihm „eigentlich nicht so schlecht, aber zusätzlichen Sauerstoff hab ich gebraucht.“ Als er dann aber wieder umgekippt ist, wurde er auf die Intensiv-Station verlegt. „Da haben sie mich wieder in die Höhe gebracht. Ich hab eigentlich erst nachher gemerkt, wie schlecht es schon um mich gestanden ist. Mein Leben hing am seidenen Faden. Bei jedem Telefonat oder Gespräch mit Familie, Freunden oder Bekannten sag ich deshalb, passt“s auf euch auf; nehmt es nicht auf die leichte Schulter.“ Denn so wie ihm könne es jedem ergehen.

Bewundernswerte Einsatzbereitschaft

Ihm ist es aber auch ein Anliegen, auf die bemerkenswerte Arbeit und die hohe Einsatzbereitschaft der Ärzte und Pflegekräfte im Klinikum Rohrbach hinzuweisen. „Alle geben ihr Bestes und bemühen sich, einem jeden Wunsch von den Augen abzulesen – und das trotz der notwendigen Vermummung. Da fühlte ich mich wirklich gut aufgehoben. Ich habe alle Achtung vor diesem Personal“, ist Siegfried Hehenberger dankbar.

In dieser Zeit, die er ohne Besuche nur im Krankenzimmer verbringen musste, hat er auch die Video-Telefonie kennengelernt. „Es hat mir sehr viel gebracht, mit Ton und Bild mit der Familie verbunden zu sein“, sagt der Pensionist, der im Vorjahr schon seine Frau und seinen Vater verloren hat.

Mühsamer Weg zurück

Sein Weg zur vollständigen Genesung ist bei weitem noch nicht abgeschlossen. „Nach etwa vier Wochen im Krankenhaus konnte ich wieder erste Schritte gehen, aber nur mit Rollator und mit Sauerstoff. Ich war so extrem geschwächt, obwohl ich doch ein eher fitter Mensch bin“, erzählt Hehenberger. Mittlerweile ist er seit knapp drei Wochen in einer Reha-Klinik, die eigens auf Corona-Genesene ausgerichtet ist. Hier will er zu alten Kräften kommen und vor allem lernen, richtig zu atmen. Erklärtes Ziel: ohne Zusatz-Sauerstoff auszukommen, denn „so wie es mir jetzt geht, möchte ich nicht heimgehen.“ Dass er nicht gleich wieder 25 Kilometer-Wanderungen unternehmen kann, so wie früher mindestens einmal im Monat, ist ihm klar, aber Haus und die kleine Landwirtschaft möchte er wieder möglichst alleine bewältigen können. „Mir persönlich geht es zu langsam, aber alle Therapeuten und Ärzte sagen, dass es viel Zeit braucht. Nur mühsam wird es aufwärts gehen.“

Im Klinikum Rohrbach wurden seit Beginn der Pandemie bis Ende 2020 insgesamt 282 Patienten stationär und 34 ambulant behandelt. Die Durchschnittsaufenthaltsdauer lag bei 8,1 Tagen. 17 Patienten kamen auf die Intensivstation, sie blieben im Durchschnitt 21,2 Tage. Um die Spitzen der Corona-Pandemie zu meistern, haben Mitarbeiter des Hauses aus allen Berufsgruppen bereichsübergreifend zusammengearbeitet. Das Maximum lag bei 71 gleichzeitig belegten Betten in der zweiten Welle. Aktuell haben sich die Zahlen auf einem stabilen Niveau von rund zehn Patienten auf der Covid-Station eingependelt. „Wichtig ist, dass sich die Leute weiterhin an die Maßnahmen halten – also Maske tragen, Abstand halten, Händehygiene und impfen gehen“, appelliert der Ärztliche Direktor Wolfgang Tenschert.


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Subhash
Subhash
14.01.2021 15:09

Auch nicht übertreiben

Bis zu 40% aller infizierten Personen bleiben symptomfrei, circa 80% zeigen höchstens milde Symptome, und circa 95% zeigen höchstens moderate Symptome und müssen nicht hospitalisiert werden. (Quelle: https://swprs.org/fakten-zu-covid-19/)

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Subhash
Subhash
14.01.2021 15:07

Auch nicht übertreiben

Bis zu 40% aller infizierten Personen bleiben symptomfrei, circa 80% zeigen höchstens milde Symptome, und circa 95% zeigen höchstens moderate Symptome und müssen nicht hospitalisiert werden. (Quelle: https://swprs.org/fakten-zu-covid-19/)

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Subhash
Subhash
14.01.2021 15:04

Auch nicht übertreiben

Bis zu 40% aller infizierten Personen bleiben symptomfrei, circa 80% zeigen höchstens milde Symptome, und circa 95% zeigen höchstens moderate Symptome und müssen nicht hospitalisiert werden. (Quelle: SwissPolicy Research, https://swprs.org/fakten-zu-covid-19/)