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BEZIRK ROHRBACH. Biolandwirte machen ihre Arbeit mit viel Herzblut und aus Überzeugung. Die brauchen sie auch angesichts der verschärften Bioverordnung, die seit Jahresanfang in Kraft ist.

Die Bioverordnung sieht eine verschärfte Weidehaltung vor. (Foto: Gahleitner)
  1 / 2   Die Bioverordnung sieht eine verschärfte Weidehaltung vor. (Foto: Gahleitner)

Vor allem die verpflichtende Weidehaltung, die zwar ohnehin schon immer gelebt wurde, aber doch noch Spielraum zuließ, macht es den Biobauern und Biobäuerinnen nicht leicht. Maria Schörgenhuber, Dirnhoferin in Untergrünau bei Oepping, weiß das nur zu gut. „Unsere Kühe müssten vom ersten Stock auf die Weide springen“, sagt sie und würde sich mehr Rücksicht auf die Begebenheiten in den einzelnen Betrieben wünschen. „Da haben einige aufhören müssen, weil die neuen Vorgaben nicht einzuhalten sind“, sagt die Landwirtin. Beim Dirnhofer hat man eine Lösung gefunden: Während die 29 Kühe über die Zufahrtsstraße, die mittels flexiblen Stangen abgesperrt ist, zwischen Stall und Weide wechseln können, war es bei den Kälbern und Kalbinnen aber nicht so einfach. Weil Maria Schörgenhuber die Tiere nicht ständig austreiben kann, verbringen diese den Sommer einfach auf einer weiter höher liegenden Weide, der Alm. „Nur die Besamung war schwierig, weil sie sich fast nicht einfangen ließen und ich bin auch schon gespannt, wie der Almabtrieb funktionieren wird.“ Dazu kommen die hohen Stromkosten, weil natürlich der Weidezaun Tag und Nacht eingeschaltet bleiben muss. Schörgenhuber würde sich ein Punktesystem wünschen, denn „man kann nicht immer alles erfüllen. Vom Handel und den Konsumenten wird mehr Tierwohl gefordert, aber man soll auch auf das Wohl der Bauern und Bäuerinnen schauen“, sagt die Biobäuerin, die seit dem Tod ihres Mannes den Hof gemeinsam mit ihrem Sohn, einem Tischlerlehrling, bewirtschaftet und auch viel Hilfe von Freunden und Verwandten bekommt.

Bio aus Überzeugung

„Die Verschärfung der Weidehaltung ist sicher eines der beherrschenden Themen der neuen Bioverordnung, weil es besonders viele Betriebe betrifft“, bestätigt Stefan Rudlstorfer, Bioberater bei der Landwirtschaftskammer OÖ. Er betont aber gleich: „Die Innovationskraft und das Durchhaltevermögen sind sehr groß. Das zeigt, dass die Biobauern es aus Überzeugung machen.“ Da werden Ackerflächen zu Weideflächen, Flächen dazugepachtet oder getauscht, manche nehmen den Mehraufwand des Viehtriebs auf sich oder investieren in bauliche Umstrukturierungen. „Aber wir werden sicher Biobetriebe verlieren“, meint Rudlstorfer. Zahlenmäßig sei es noch nicht so schlimm wie befürchtet – die Herbstanträge werden aber erst jetzt gestellt.

Hoher Bioanteil

Der Bezirk Rohrbach hält mit 819 Biobetrieben einen Bioanteil von 19,3 Prozent – ein überdurchschnittlicher Wert in Oberösterreich. Viele davon wirtschaften schon länger als 20 Jahre biologisch. „Diese Betriebe haben jetzt die dritte Bioverordnung miterlebt – das zeigt, wie anpassungsfähig sie sind. Unsere Aufgabe ist es, sie zu begleiten und individuelle Lösungen zu erarbeiten. Ein Patentrezept gibt es nicht.“ Auch die neue GAP-Periode bringt höhere Anforderungen für Biobetriebe, unter anderem Flächenstilllegungen zur Förderung der Biodiversität, und Wasserschutz. Dazu kommt der administrative Aufwand, der bio zwar sehr transparent, aber auch aufwändig macht.


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