Diskussion um Zukunft der Primärversorgungszentren
HASLACH. Den massiven Ausbau von Primärversorgungseinheiten (PVE), wie es sie mit dem Gesundheitszentrum in Haslach bereits gibt, hat Gesundheitsminister Johannes Rauch angekündigt. Die Initiative für Allgemeinmedizin und Gesundheit AM Plus lud nun Vertreter von Politik, Ärztekammer, Sozialversicherung und Gesundheitsberufe in Haslach zu einer Podiumsdiskussion über die Zukunftsperspektiven von PVE ein.

Die Diskussion fand im Rahmen der jährlichen Tagung von AM Plus in Haslach statt, welche sich diesmal um Primärversorgungseinheiten drehte.
In einer Videobotschaft des Gesundheitsministers machte dieser deutlich, wie wichtig die flächendeckende Ausrollung von Primärversorgungszentren in Österreich sei. Derzeit gibt es hierzulande 39 Zentren, 121 sollen es laut Plan bis 2025 werden. Dafür stehen insgesamt 100 Millionen Euro bereit.
Hochkarätige Diskutanten
Die Diskussionsrunde unter der Leitung von Manfred Maier von der Medizinischen Universität Wien besetzten Anna Glück vom Berufsverband Logopädie, Daniel-Peter Gressl vom Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband, Andreas Huss von der Österreichischen Gesundheitskasse, Wolfgang Hockl von der OÖ Ärztekammer, AM Plus-Präsident Erwin Rebhandl und Daniela Rojaz vom Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Gesundheitssystem in der Gesundheit Österreich GmbH.
Anna Glück betonte, dass es gerade auch für die medizinischen Dienstleister in Primärversorgungszentren gute Möglichkeiten gebe. Die Rahmenbedingungen für solche Versorgungseinheiten werden aktuell besser, jedoch gebe es noch viel zu tun, war sich die gesamte Runde einig. Die PVEs könnten zu einem Zukunftsmodell für Ärzte werden, denn: „Die junge Generation an Ärzten will keinesfalls mehr in Einzelarztpraxen“, so ÖGK-Vertreter Huss. Generell konnten sich die Diskussionsteilnehmer jedoch nicht vorstellen, mit den aktuellen Personalressourcen den PVE-Bereich so stark zu erweitern wie angekündigt. Eine Anpassung der Ausbildungen in medizinischen Berufen und die Stärkung des Ansehens von Allgemeinmedizinern sehen sie als wesentliche notwendige Maßnahmen. Ins Boot holen möchte Erwin Rebhandl dennoch die Mediziner in den Einzelpraxen, damit sie die therapeutischen Angebote in den PVEs künftig mitnutzen können.


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