Judenverfolgung und Deportation: Pascal Merl erzählt die Geschichte seiner Familie
ST. MARTIN. Pascal Merl hat in jahrelangen Recherchen die Geschichte seiner Urgroßeltern zusammengetragen und im Buch „Lass das gehen“ veröffentlicht.

„Lass das gehen, das ist vorbei!“: Wilhelm und Sabine Merl, die Urgroßeltern von Pascal Merl, haben mit diesen Worten reagiert, wenn man sie auf die Jahre des Nationalsozialismus und Holocausts in Wien angesprochen hat. Durch ihr Schweigen ist viel Wissen über die eigene Herkunft und Geschichte, über jene Jahre, in denen sie als Juden von Verfolgung und Deportation bedroht waren, in Vergessenheit geraten. In seinem Buch erzählt Pascal Merl die Geschichte der Familie – von den Anfängen in den 1870er-Jahren im Armenhaus der österreichisch-ungarischen Monarchie über den Ersten Weltkrieg und die Zwischenkriegszeit in der Ersten Republik bis zum Holocaust und dem Neuanfang ihrer Nachkommen.
In den vergangenen Jahren begleitete der gebürtige Freistädter, der an der Mittelschule in St. Martin unterrichtet, seinen Großvater zu Vorträgen und Zeitzeugengesprächen an Schulen. Er setzt dessen Tätigkeit als Vertreter der dritten Generation fort. Sein Buch ist ein weiterer Schritt gegen das Vergessen. Dieses präsentiert er am 10. November im Voi. Sein Vater Mario wird die Lesung am Keyboard musikalisch begleiten.


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