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PFARRKIRCHEN/OÖ. Ein Forschungsprojekt hat sich mit insektenschonendem Mähen von Wiesen befasst. Dabei zeigte sich, dass angepasste Mähtechniken und Mähzeiten durchaus Verluste reduzieren können. Wichtig für Insekten und Bienen wäre aber vor allem, blühende Bäume zu fördern.

Bienen, Hummeln und alle Insekten brauchen mehr Schutz. (Foto: Karina - stock.adobe.com)
Bienen, Hummeln und alle Insekten brauchen mehr Schutz. (Foto: Karina - stock.adobe.com)

Im Bezirk Rohrbach haben wir 21.500 Hektar Wiesen, die dreimal und öfter gemäht werden – das sind 89 Prozent des gemähten Grünlandes, das die zentrale Futterbasis für die Rinderhaltung ist. Die Wiesen sind aber auch unverzichtbarer Lebensraum für Insekten. In einer vom Landwirtschaftsministerium finanzierten Studie wurde untersucht, wie hoch deren Verluste bei der Mahd in der Praxis sind.

Es zeigte sich, dass bei Verwendung von Doppelmesserbalken sowie von Scheibenmähwerken am wenigsten Insekten während der Mahd getötet werden (weniger als zehn Prozent). Bei der Verwendung von Scheibenmähwerken mit Mähaufbereitern erhöhen sich die Verluste auf 15 bis 20 Prozent. Größere Insekten wie Heuschrecken sind einem deutlich höheren Verletzungsrisiko ausgesetzt. Hummeln und Bienen hingegen dürften schnell genug sein, um vor den Mähwerken zu fliehen. Sie waren eher kaum unter den toten Insekten zu finden.

Mähaufbereiter weglassen

Helfen kann man den Insekten und Bienen, wenn Mähaufbereiter weggelassen werden. Projektleiter Johannes Hintringer vom Maschinenring OÖ sagt dazu: „Gerade in den heißen Sommermonaten mit hohem Insektenaufkommen brauchen die Landwirte die Aufbereiter oft nicht zwingend.“ Während in ungedüngten ein- oder zweimähdigen Wiesen oft sehr seltene Insektenarten leben, finden andere Insektenarten auch im ertragsbetonten fünfmal gemähten Grünland Lebensraum und Nahrung. Auch hier sollte also auf Insektenschonung geachtet werden.

Mehr blühende Bäume

Imkermeister Peter Frühwirth aus Pfarrkirchen (Die Hochlandimker) ergänzt um einen weiteren Aspekt zum Insektenschutz: „Aus der Sicht der Insekten und der Honigbienen im Besonderen wäre es wichtig, blühende Bäume wie Wildkirschen, Bergahorn und Winterlinden in den Wäldern zu fördern. In der offenen Landschaft können Hecken oder auch einzelne Büsche, wie Hasel, Weiden, Hartriegel, Felsenbirne, Schlehen den Insekten und Vögeln Nahrung und Lebensraum bieten.“ Auf steilen Böschungen, die ohnehin schwer zu mähen sind, wäre dafür Platz. Entlang von Feldwegen lassen sich vor allem Winterlinden pflanzen, die im Juni und Juli den Honig- und Wildbienen viel Nektar bieten.

„Büsche, Hecken und auch einzelne Bäume entlang von Wegen und bei Weggabelungen bremsen den Wind ab und sorgen für etwas kühlere Temperaturen im Sommer und für höhere Feuchtigkeit. Sie können damit die Auswirkungen des Klimawandels lindern. Nicht im Großen, aber im Kleinen, mitten in unserer Landschaft, für Tier und Mensch unmittelbar spür- und erlebbar“, fügt Frühwirth hinzu.

Herausforderung Klimawandel

Das Bienenjahr selbst war im Bezirk vom Honigertrag her zufriedenstellend. Vor allem Ende Juni bis Anfang Juli waren die Bienen unermüdlich unterwegs. „Die Wälder entlang der Donau und im Rannatal, wo viele Winterlinden vorkommen, haben uns einen duftigen und sehr aromatischen Sommerblütenhonig beschert“, berichtet der Imkermeister.

Allerdings machen die schon spürbaren Folgen des Klimawandels mit einem früher beginnenden Frühjahr, einem späteren Winterbeginn und mit den generell wärmeren Wintern den Imkern Sorgen. „Die erhöhte Gefahr von Spätfrösten mit einem Rückschlag für die blühenden Pflanzen und damit auch für die Bienen und die warmen Winter machen den Bienenvölkern Schwierigkeiten, weil sie nie so richtig zur Ruhe kommen können. Wenn es nicht wirklich über mehrere Wochen unter Null Grad hat, legt die Bienenkönigin immer wieder Eier und das Volk hat ein kleines Brutnest. Darin kann sich dann auch die Varroamilbe vermehren und für die Imker wird es immer schwieriger und aufwendiger, die Milbe im Zaum zu halten. Wohin da der Weg geht, wissen wir nicht.“

Zudem stehe auch die Asiatische Hornisse, die große Mengen an Honigbienen und andere Insekten frisst, vor den Grenzen Österreichs. In Ungarn und in Tschechien wurde sie schon entdeckt. „Wenn diese einmal bei uns ist, wird das zu einer echten Plage.“


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