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PUTZLEINSDORF/ST. MARTIN. Nach zwei äußerst erfolgreichen Musikproduktionen wagt sich der Verein Nordwald Kammerspiele heuer an das Genre des Schauspiels: Aufgeführt wird ab 19. Juli das Mysterienspiel „Bauer, Tod und Teufel“. Zur Bühne wird dabei das Schloss Neuhaus.

Der Verein NordwaldKammerspiele stellt wieder ein großes Projekt auf die Beine und führt beim Schloss Neuhaus ein Mysterienspiel auf. (Foto: Weihbold)

Mit dem Stück verbinden Karl Lindorfer, Obmann der NordwaldKammerspiele, und Regisseur Norbert Huber eine Erinnerung an ihre Kindheit: 1975 wurde „Bauer, Tod und Teufel“ von Hans Reinthaler in Putzleinsdorf als Freilufttheater aufgeführt und es hat bleibenden Eindruck hinterlassen. Norbert Huber hat als damals Zwölfjähriger bei der Bühnenmusik mitgespielt. „Ich habe den ganzen Text auswendig gekonnt und lange Zeit ganze Passagen zitieren können. Das Stück hat mich nie losgelassen“, sagt er.

Nicht nur deshalb hat sich der Verein heuer für die Aufführung dieses Schauspiels entschieden: Das Stück soll auch schon eine Aufwärmübung zum bevorstehenden Gedenkjahr 400 Jahre Bauernkrieg 1626 sein.

Zwischen Jedermann und Faust

Thematisch angesiedelt zwischen „Jedermann“ und „Faust“ erzählt „Bauer, Tod und Teufel“ von einem Altbauern, der bei einem Erntefest die Übergabe des Hofes an seinen Sohn verkündet. Eine fahrende Gauklergruppe platzt in diese feierliche Stimmung und bietet Unterhaltung gegen seltsames Entgelt an. Darauf setzt eine Unterwanderung der Hofsippe durch den „Meister“ und sein Gefolge ein, die unumkehrbar scheint.

„Das Stück erscheint zunächst als Warnung vor der Verführung, die nur Schlechtes, Böses bedeuten kann. In meiner Lesart kann diese aber auch Anstoß zur Weiterentwicklung sein. Denn nichts kann starr bleiben“, sagt Regisseur Norbert Huber. Auch wenn das Schauspiel durch Titel und Handlung im bäuerlichen Milieu angesiedelt ist, liegen dem Stoff allgemeingültige Erkenntnisse zugrunde. „Jeder darf sich angesprochen fühlen“, ergänzt Karl Lindorfer, der selbst Teil des Ensembles ist und in die Rolle des Altbauern schlüpft. Beide sind überzeugt, dass das Theaterstück großen Unterhaltungswert hat und das Publikum mitnehmen wird. „Es hat eine sehr musikalische Sprache, die herrlich von der Zunge geht“, sagt Huber.

Schauspiel mit Musik

Stichwort Musik: Anders als bei den vorangegangenen Produktionen „Leinenhändlersaga“ (2017) und „Der Obersteiger“ (2022) spielt diese zwar eine untergeordnete Rolle, wird aber dennoch nicht vernachlässigt. Claudia Federspieler, Violinistin beim Brucknerorchester, arbeitet gerade an den Kompositionen, die den Inhalt untermalen werden. Aufgeführt werden die Musikstücke von einem Ensemble des NordwaldKammerorchesters unter der Leitung von Thomas Eckerstorfer. Auch der NordwaldKammerchor wirkt mit.

St. Martiner Vereine helfen mit

Unterstützt wird die Open Air-Produktion von den St. Martiner Vereinen, allen voran den Feuerwehren Plöcking und Untermühl und dem Theaterverein. Denn zum Schauplatz wird heuer das Schloss Neuhaus, das mit seiner imposanten Kulisse das passende Ambiente für die Aufführungen liefert. „Alle Vereine sind zur Mitarbeit eingeladen und wir sind in St. Martin auf recht viel Offenheit gestoßen“, freut sich Karl Lindorfer. Neun Vorstellungen zu je 600 Besuchern sind geplant. Der Vorverkauf startet am 1. März über Kupfticket.

Premiere ist am 19. Juli, 20 Uhr. Weitere Aufführungen sind bis 7. August geplant.
Der Vorverkauf startet am 1. März.

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