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BEZIRK ROHRBACH. Rund um das Martinsfest am 11. November und zu Weihnachten ist Ganslzeit. Tips hat bei zwei regionalen Weidegans-Betrieben nach Qualitätsmerkmalen, Haltung und Zubereitungstipps gefragt.

Martinigansl steht im November bei vielen am Tisch. (Foto: juefraphoto/stock.adobe.com)
  1 / 3   Martinigansl steht im November bei vielen am Tisch. (Foto: juefraphoto/stock.adobe.com)

Doris und Armin Wallner halten seit vier Jahren Gänse. 180 potenzielle Martinigansl dürfen dort auf der Weide grasen und langsam wachsen. „Durch die Bewegung und das langsame, lange Wachstum hat das Fleisch eine bessere Qualität als etwa das Fleisch rasch gemästeter Tiere“, sagt Doris Wallner.

Bei Landwirt Stefan Schietz tummeln sich gar 700 Gänse und 200 Enten auf den Wiesen rund um den Hof in Afiesl. Er hält seit 29 Jahren Gänse und betont, wie wichtig die Haltung der Tiere ist: „Bewegung ist das Um und Auf. Das Fleisch ist nicht fett, es bleibt bei der Zubereitung erhalten. So bleibt beim Braten mehr von der Gans in der Pfanne.“

Weidegänse

Wie Familie Wallner hält auch Schietz sogenannte Weidegänse. Die Gemeinschaft „Österreichische Weidegans“ setzt sich für eine Haltung von Gänsen ein, bei der die Tiere tagsüber immer draußen auf der Weide sein dürfen. Zusätzlich werden sie mit hofeigenem Getreide gefüttert. Die Weidegänse werden nach circa 28 Wochen geschlachtet, dann haben sie 3,5 bis 6 Kilogramm.

Österreichische Tiere

Die Weidegänse sind ein österreichisches Produkt von Anfang an. Die Gänseküken, die Gössel, kommen aus einem österreichischen Betrieb. Als Tagesküken – da sind die Gänse einen Tag alt – kommen die Tiere in die Betriebe. „Danach bleiben sie sechs bis acht Wochen im warmen Stall bei circa 38 Grad. Nach und nach gewöhnt man sie an das Außenklima“, erklärt Landwirt Stefan Schietz. Tagsüber dürfen sich die Gänse auf großzügigen Flächen bewegen. Bei Stefan Schietz etwa haben die Gänse eine Fläche von zwei bis drei Hektar Weide zur Verfügung. Nachts kommen die Gänse in den Stall, um sie vor Angreifern wie dem Fuchs zu schützen.

Hochsaison

Jetzt im Herbst ist Gansl-Hochsaison. Bei Familie Wallner wird nur bis zu Martini am 11. November geschlachtet, bei Stefan Schietz zu Martini und zusätzlich vor Weihnachten. Die Gänse werden bratfertig ab Hof verkauft. In beiden Betrieben wird nur bei Bedarf geschlachtet, so wird garantiert, dass die Ware frisch ist. „Wir vertreiben hauptsächlich an Privatpersonen. Heuer beliefern wir erstmals auch das Gasthaus Wundsam in Neustift“, erzählt Doris Wallner. Bei Stefan Schietz sind die Abnehmer Gastronomen und Privatpersonen gleichermaßen.

Gans ganz leicht gemacht

„Eine Gans zu kochen ist ganz leicht, das schaffe sogar ich“, scherzt Schietz. Doris Wallner betont, dass der Faktor Zeit entscheidend ist: „Mindestens eine Stunde pro Kilogramm Fleisch sollte man die Gans braten lassen.“ Gewürzt mit Kräutern, Salz und Pfeffer und gefüllt mit Semmelfülle oder Äpfeln wird aus der Gans ein festliches Gericht.


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