Radsport-Spektakel im Mühlviertel: Finale der Oberösterreich Rundfahrt in Aigen-Schlägl
AIGEN-SCHLÄGL. Am Sonntag, 7. Juni, blickt die heimische Radsportwelt ins Mühlviertel. Erstmals in der Geschichte der Internationalen Raiffeisen Oberösterreich Rundfahrt schlägt das Herz des großen Finales in Aigen-Schlägl.

Die vierte und letzte Etappe verspricht ein taktisch hochspannendes Spektakel, das den Radprofis auf 169,2 Kilometern alles abverlangen wird.
Mit Start und Ziel direkt vor der imposanten Kulisse des kulturell bedeutenden Stifts Schlägl bricht die Rundfahrt (UCI-Kategorie 2.2) mit einer alten Tradition: Statt des gewohnten, langen Schlussanstiegs auf die Höss wartet die Premiere im Mühlviertel gleich mit einem Rekord auf. Sagenhafte 3.162 Höhenmeter müssen bewältigt werden – das sind noch einmal rund 600 Höhenmeter mehr als beim bisherigen Bergfinale.
Brutale Rampen statt langer Bergflanken
Die Strecke führt das internationale Feld mit 150 Profis aus über 20 Nationen ab 11.20 Uhr über Haslach, vorbei an den Hotels AVIVA, Bergergut und Guglwald bis nach Waxenberg und Obermühl an der Donau. Vier Bergwertungen in Afiesl, Niederkappel, Kirchbach und Präuer säumen den Weg.
Doch die Charakteristik unterscheidet sich grundlegend von früheren Jahren, wie Christian Oberngruber, einer der stärksten Amateur-Rennradfahrer Österreichs, erklärt:
„Statt eines einzigen langen Schlussanstiegs dominiert hier die typische Mühlviertler Hügellandschaft – viele kurze, steile Rampen statt einer langen Bergflanke. Das eröffnet Allrounder- und Klassiker-Fahrern deutlich mehr Chancen als auf einem klassischen Bergfinale. Ein reiner Kletterer ist im Gesamtklassement zwar im Vorteil, aber der Etappensieg ist für einen breiteren Fahrertyp erreichbar.“
Taktische Finesse: Wo fällt die Entscheidung?
Während klassische Bergankünfte oft berechenbar sind und das Peloton bis zum Schluss wartet, zwingt das Mühlviertler Profil die Teams zum Handeln. Oberngruber rechnet mit einem völlig veränderten Rennverlauf und frühen Attacken in der zweiten Etappenhälfte. Er hat auch schon den idealen Angriffspunkt ausgemacht: „Der Abschnitt rund um Kilometer 75 – der Anstieg von Obermühl nach Niederkappel (KOM2, Kategorie 1, 3,1 Kilometer bei durchschnittlich 8,5 Prozent Steigung, maximal 16 Prozent) – ist meiner Meinung nach der entscheidende Punkt der Etappe. Dort sind die Rampen kurz, aber brutal, und das Peloton wird unweigerlich zerrissen. Wer hier eine Lücke reißt, hat danach genug Straße vor sich, um den Vorsprung zu verwalten. Genau dort werden die entscheidenden Attacken stattfinden.“
Sprint der Ausreißer
Oberngruber erwartet, dass eine kleine Gruppe von drei bis zehn Fahrern mit Vorsprung ins Finale geht und es in Aigen-Schlägl zu einem packenden Kleingruppenspurt kommt. Das mache die Etappe taktisch vielschichtiger und für die Zuschauer extrem spannend.
Ein Fest für Radsportfans
Wohl erst auf den allerletzten (Kilo)metern wird in Aigen-Schlägl, wo die Zielankunft gegen 15.15 Uhr erwartet wird, die endgültige Entscheidung über den Gesamtsieg der Rundfahrt fallen. Die heimischen Fans dürfen sich zudem auf ein volles Programm freuen: Neben den Profis (darunter die oberösterreichischen Teams Schwingshandl Intralogistics und Hrinkow Advarics) werden am selben Tag auch die Österreichischen Feuerwehr-Radmeisterschaften in Schlägl ausgetragen. Hierzu werden rund 300 Starter erwartet.
Live im TV
Wer nicht live an der Strecke stehen kann, hat dennoch beste Sicht: Das Finale wird via ORF Sport + und K19 mit Motorradkameras und einem Helikopter live ins Fernsehen übertragen.
Die besten Zuschauer-Hotspots und Durchfahrtszeiten
Wer das Rennen live miterleben möchte, sollte sich an folgenden Richtzeiten orientieren:
11:20 Uhr | Start vor dem Stift Schlägl: Großer Auftakt und Start des Pelotons direkt vor der historischen Kulisse des Stifts.
11:33 – 11:35 Uhr | Haslach an der Mühl: Die Profis durchqueren die für ihre Webkunst bekannte Gemeinde im Eiltempo.
11:43 – 11:46 Uhr | KOM1 – Hotel AVIVA (Afiesl): Die erste schwere Bergwertung der Kategorie 1 (4,8 km Länge, im Schnitt 6,3 %, maximal 12 % Steigung). Perfekt für Berg-Fans!
12:16 – 12:23 Uhr | Waxenberg: Rasante Durchfahrt der Rennfahrer im Bezirk Urfahr-Umgebung.
13:05 – 13:19 Uhr | Das brutale Schlüsselstück (Obermühl): Der Einstieg in das steilste Teilstück des Tages.
13:09 – 13:24 Uhr | KOM2 – Niederkappel: Die wohl entscheidende Bergwertung der Kategorie 1 (3,1 km Länge, durchschnittlich 8,5 %, brutale Rampen mit bis zu 16 % Steigung). Hier wird das Feld voraussichtlich zerrissen.
14:05 – 14:28 Uhr | KOM3 – Kirchbach: Eine weitere giftige Bergwertung der Kategorie 1 (4,4 km Länge, im Schnitt 5,4 %, max. 11 % Steigung).
15:03 – 15:32 Uhr | KOM4 – Präuer: Die finale Bergwertung der Kategorie 2 (3,2 km, im Schnitt 5,5 %, max. 10 % Steigung). Wer hier vorne liegt, rettet sich womöglich bis ins Ziel.


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