Oberösterreichs größtes dezentrales Energie-System für Rohrbach-Berg
ROHRBACH-BERG. 2023 soll in der Bezirkshauptstadt das erste grüne dezentrale Energiesystem im Bezirk Rohrbach den Betrieb aufnehmen. Mit der geplanten Leistung soll es sogar das größte im Lande werden.

Gestartet wurde in Rohrbach-Berg im Frühjahr dieses Jahres mit den Erhebungen der vorhandenen Infrastruktur und unmittelbar darauf auch mit den Analysen. Mittlerweile liegen diese Daten vor und man kennt bereits die wichtigsten Eckdaten des dezentralen Energie-Systems. Konkret sollen auf zwölf kommunalen Dächern PV-Anlagen inklusive Speicher errichtet und über ein Energiemanagementsystem miteinander verbunden werden. Die größten Anlagen sollen etwa auf dem Schulcampus, am Hallenbad, Centro, Busterminal und auf den Schulen entstehen. Insgesamt ist eine Kollektorfläche von rund 13.000 Quadratmetern und mit einer Leistung von 1.300 kWp geplant, dazu 360 Kilowattstunden Speicher.
Großes Einsparpotenzial
Bürgermeister Andreas Lindorfer: „Mit dieser Anlage werden wir eine Energie-Autarkie von 47 Prozent erreichen und wir werden jährlich 140 Tonnen CO2 einsparen. In einem weiteren Schritt wollen wir auch noch eine Energiegemeinschaft gründen.“
Im Vorfeld kristallisierten sich in Rohrbach-Berg zwei Aspekte heraus, die für das Projekt zentrale Bedeutung haben sollten. Zum Ersten wollte man damit zeigen, dass man selbstverständlich auch auf kommunale Dachflächen für die Energieerzeugung setzt. „Da jedoch das alleine nicht ausreichen wird, steht auch die geplante Agri-PV in Scheiblberg weiterhin ganz oben auf unserer Agenda“, sagt der Bürgermeister.
Kein finanzielles Risiko
Zweitens wollte man mit einem derartigen Projekt keinesfalls finanzielle Risiken oder Belastungen eingehen. „In der Zusammenarbeit mit dem planenden Unternehmen Kommunalvertrieb Pirker ergaben sich Lösungsvorschläge, mit denen sehr schnell auch das erforderliche Kapital vorhanden war, um ein solch wichtiges Projekt schnellstmöglich umsetzen zu können. Wir setzen das dezentrale Energiesystem um, ohne das Stadtbudget damit zu belasten.“ Konkret werden die PV-Anlangen in einer Ausschreibung an den Bestbietenden verpachtet. Die Stadtgemeinde erhält dafür einen Pachtzins und kann die erzeugte Energie selbst nutzen.
Rohrbacher Bio-Honig verteilt
Während die Begehungen, Planungen, Projektierungen und Analysen in der Stadtgemeinde liefen, gingen in der Natur 500.000 von Kommunalvertrieb Pirker engagierte Bienen ihrer Arbeit nach. Rechtzeitig zum Wochenmarkt in Rohrbach-Berg wurde die Ernte jetzt in Form von Bio-Honig eingefahren. 800 Gläser konnten an die Besucher verteilt werden. „Bienen sind ein schönes Symbol für die Energiewende. Für mich sind sie darüber hinaus aber auch die Botschafter für einen neuen Umgang mit der Natur und unserem Planeten“, so Lindorfer.


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